Mosbach: Zum Engagement fehlt noch ein Preis
Von Heiko Schattauer
Mosbach. Die stillen Helden aus der Region sind ausgemacht, zumindest einige davon. Drei Ehrenamtspreise lobt die Bürgerstiftung für die Region Mosbach auch – und gerade – im Coronajahr aus, bis Ende September waren Bewerbungen für diese besondere Auszeichnung möglich. Zahlreiche Vorschläge gingen ein, nicht jeder davon konnte unterdessen den diesjährigen Schwerpunkt – ein Engagement in der Corona-Krise – erfüllen. So mancher Vorschlag geriet allerdings zumindest so beeindruckend, dass er in der nächsten Ehrenamtspreisrunde, dann hoffentlich ohne Coronahintergrund, eine nähere Betrachtung verdient.
Nach intensivem Studium der Bewerbungsunterlagen und entsprechenden Beratungen zu den potenziellen Finalisten haben sich die Ehrenamtspreis-Verantwortlichen auf fünf Bewerbungen verständigt, die für eine Auszeichnung infrage kommen. Die Entscheidung darüber, wer die mit 3000, 2000 und 1000 Euro dotierten Ehrenamtspreise 2020 letztlich erhalten soll, dürfen nun die Leser der Rhein-Neckar-Zeitung treffen.
Im Folgenden werden die fünf Bewerber(innen) in aller Kürze mit ihren jeweiligen Projekten vorgestellt, Abstimmungen sind nun eine Woche lang, also bis kommenden Mittwoch, 28. Oktober, per E-Mail oder Telefon (siehe Info) möglich.
Einkaufsdienst und mehr – Pfadfinder Stamm Maximilian Kolbe Waldstadt
Schon unmittelbar nach Ausbruch der Corona-Pandemie stellten die Pfadfinder aus der Waldstadt einen Einkaufsservice auf die Beine. Erkrankte, gefährdete oder besorgte Bürger konnten den Lieferdienst kostenlos in Anspruch nehmen, vor allem auch in der Phase des Lockdowns ein Angebot, das etliche Bürger dankbar annahmen. Darüber hinaus kreierte man während der besonders entbehrungsreichen Coronaphase alternative Angebote für Kinder und Jugendliche, z. B. das Entdeckerspiel.
Masken für alle – Ulrike Vilgis, Alexandra Winkler, Maria Winkler, Neunkirchen:
1700 Mund-Nasen-Masken haben die drei Frauen aus Neunkirchen in der Hochphase von Corona genäht – und gegen freiwillige Spenden verschenkt. Geplant waren eigentlich nur ein paar Masken für den Eigenbedarf, dann holten Ulrike Vilgis und Alexandra Winkler mit der 90-jährigen Maria Winkler (inzwischen verstorben) eine ehemalige Näherin ins Boot – und das Projekt nahm ungeahnte Fahrt auf. Rund 3000 Euro konnte man an Spendengeld am Ende an die katholische Kirchengemeinde Neunkirchen und die Seelsorgeeinheit Mose übergeben.
Corona-Hilfe in Peru – Dr. Benjamin Zeier, ausgewandert aus Mosbach
Wie es ist, in einem weit weniger entwickelten und medizinisch schlechter versorgten Land gegen das Corona-Virus zu kämpfen, erlebt der aus Mosbach ausgewanderte Arzt Dr. Benjamin Zeier seit März in den Anden. "Im Gegensatz zu vielen staatlichen Kliniken, von denen die meisten bis heute keine Sauerstoffgeneratoren haben, konnten und können wir wirklich helfen", berichtet der Urologe und Notfallmediziner, der ehrenamtlich in einem Missionshospital arbeitet. Zeier sieht es als seine "Berufung" an, den Menschen vor Ort zu helfen. Aus der Ferne sagt Zeier: "Deutschland darf dankbar sein für ein funktionierendes Gesundheitssystem."
Backen gegen die Krise – Ilona und Anton Kindtner, Mosbach
Fleißige Hände können auch in Krisenzeiten nicht ruhen – so beschreibt es die Bewerbung, die für das Ehepaar Kindtner eingegangen ist. Mit der Aktion "Backen gegen Corona" wollten die beiden Mosbacher ein Zeichen setzen und Dankeschön sagen an alle, die sich in anstrengenden Zeiten in besonderem Maße für ihre Mitmenschen einbringen. Mehrere Wochen belieferten die Kindtners verschiedene Stationen wie die Neckar- Odenwald-Kliniken, die Sozialstation oder Seniorenheime mit selbst gebackenen Nuss- und Mohnstriezeln. 225 Stunden ehrenamtliches Backen gegen Corona sind dabei zusammen gekommen.
Freizeit auf Abstand – Team Zeltlager der Seelsorgeeinheit Aglasterhausen-Neunkirchen
Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen: Diesem Motto folgend, ließen sich die Verantwortlichen der Seelsorgeeinheit nicht von den (sich stetig verändernden) Hürden in der Corona-Hochphase unterkriegen. Mit viel Kreativität und akribischen Vorgaben ermöglichte das Team rund 45 Jugendlichen aus dem Kleinen Odenwald und dem angrenzenden Kraichgau trotz Corona eine erlebnisreiche Sommerfreizeit.
Info: Welches Engagement hat Sie am meisten bewegt? Stimmen Sie ab für Ihren ganz persönlichen Favoriten als Ehrenamtspreisträger 2020. Entweder per E-Mail an red-mosbach@rnz.de oder gerne auch telefonisch unter (0 62 61) 93 22 71 65. Stimmabgaben sind ab sofort und bis einschließlich 28. Oktober möglich. Bitte jeweils das Stichwort der fünf vorgestellten ehrenamtlichen Engagements angeben.