Mannheim: Nationaltheater geht ins Ludwigshafener Umbau-Exil
Mannheim/Ludwigshafen. (lsw/cab) Während seiner Generalsanierung ab 2022 oder 2023 kann das Nationaltheater Mannheim zumindest teilweise auch in den Pfalzbau im benachbarten Ludwigshafen ausweichen. Man habe sich "weitgehend verständigt, sodass zeitnah auf einen Vertragsabschluss gehofft werden kann", sagte Mannheims Kulturbürgermeister Michael Grötsch am Mittwoch.
Ludwigshafen habe dem Nationaltheater pro Jahr maximal 107 Tage zugesichert. Allerdings würde er sich wünschen, dass der Pfalzbau "weitergehende Nutzungsmöglichkeiten einräumt", so Grötsch. Ludwigshafens Kulturdezernentin Professor Cornelia Reifenberg stellte klar: "Es ist richtig, dass wir in den Gesprächen grundsätzlich auf einem guten Weg sind. Diese 107 Tage sind für unser Theater im Pfalzbau die Schmerzgrenze, tragen aber gleichzeitig unserem Verständnis von einer gemeinsamen Verantwortung für das Theaterangebot in der Metropolregion Rhein-Neckar Rechnung."
Mannheim, so Grötsch, prüfe derzeit zudem, eine weitere feste Spielstätte auf einer Fläche beim Technoseum zu errichten. Geplant sei eine Leichtbauhalle aus Stahl und Aluminium. Bis zur Sommerpause soll nach Angaben von Grötsch die Entscheidung fallen. Das Mannheimer Nationaltheater soll saniert werden, weil wegen Brandschutzmängeln die Betriebserlaubnis des Theaters Ende kommenden Jahres ausläuft. Die Stadt will aber versuchen, sie gegebenenfalls verlängern zu lassen. Laut Theaterleitung geht das verantwortliche Architekturbüro derzeit von einer Dauer von mindestens vier Jahren Bauzeit aus.
Das 63 Jahre alte Nationaltheater ist das größte kommunal geführte Vier-Sparten-Haus in Europa. Mannheim gilt als besonderer Theaterstandort, unter anderem weil dort 1782 das Drama "Die Räuber" von Friedrich Schiller uraufgeführt wurde.