Adrien Loron & Vater bei der Trans Madeira: Zwei Generationen, ein Rennen
Für die meisten von uns ist allein die Teilnahme am Trans Madeira Enduro-Rennen ein einmaliges Erlebnis. Nun stelle man sich vor, dass man nicht alleine, sondern mit einem seiner Kinder oder den eigenen Eltern teilnehmen würde. Adrien Loron (31) und sein Vater Angel (65) haben sich für dieses Abenteuer im Jahr 2022 angemeldet. Innerhalb von fünf Tagen haben sie nicht nur die schönsten Trails der Insel unter die Stollen genommen, sondern auch ihre Beziehung zueinander vertieft und unvergessliche Erinnerungen geschaffen.
Die Idee, mit seinem Vater die Trans Madeira zu fahren, entstand in Adrien Lorons Kopf im Jahr 2021. Er hat gerade das erste Mal an dem Rennen teilgenommen und fasst es ziemlich emotional zusammen: „Es war eine der schönsten Erfahrungen, die ich auf dem Mountainbike gemacht habe.“ Und da er mit seinem Vater Angel mit dem Mountainbiken begonnen hat, wollte er dieses unglaubliche Erlebnis mit ihm teilen. Nur wenige Wochen später lud Adrien seinen Vater für die Herbstausgabe des Rennens 2022 ein. Angel hatte also ein Jahr Zeit für die Vorbereitung. „Er fing an, langsam wieder auf sein Bike zu steigen, fing an zu laufen und machte auch einige Trainingseinheiten im Fitnessstudio. Er beschloss sogar, mit dem Rauchen aufzuhören, um sein Ziel zu erreichen, die Trans Madeira zu finishen. Er war das ganze Jahr über super motiviert und gleichzeitig etwas nervös, da er vor über 30 Jahren aufgehört hatte, Bike-Rennen zu fahren …“, sagte Adrien.
Einige Wochen bevor sie nach Madeira flogen, war Angel körperlich und mental bereit. Und so beschloss Adrien, ihn zu einem Wochenendausflug nach La Grave einzuladen. Bis dahin hatte Angel schon lange keine Gelegenheit mehr gehabt, richtig technische Trails zu fahren, und dieser Ausflug in die französischen Alpen war der ultimative Test für ihn, bevor beide nach Madeira aufbrachen. „Ich glaube, er hat ein bisschen Angst bekommen, La Grave ist kein Witz“, fasst Adrien das Wochenende zusammen.
„Als wir auf Madeira ankamen, fragte ich die Organisatoren nach der Möglichkeit, den ersten Tag mit meinem Vater zu starten. Nur um sicher zu sein, dass es ihm gut gehen würde. Wir sind den ganzen Tag zusammen gefahren. Auf einigen Stages bin ich hinter ihm gestartet, um ihm einen guten Abstand zu lassen, damit er keinen zusätzlichen Druck von Fahrern bekommt, die ihn überholen wollen. Der Tag war nass, rutschig und sehr anstrengend. Am Ende war mein Vater begeistert, aber ziemlich erschöpft. Es war einer der härtesten Tage in dieser Woche, aber danach wusste ich, dass er bis zum Ende durchhalten würde. An den nächsten Tagen startete er frühmorgens mit den ersten Gruppen, und ich schloss mich den schnellen Jungs am Ende des Feldes an. Wir trafen uns dann immer zum Mittagessen und fuhren an allen Nachmittagen zusammen. Es war so schön zu sehen, wie er sich durch die Veranstaltung kämpfte, jeden Tag neue Leute kennenlernte und das Rennen trotz der enormen technischen und physischen Herausforderungen genoss.“
„Tag 3 war für uns beide richtig hart. Ich habe mich den ganzen Morgen beeilt, um meinen Vater einzuholen und für eine mehr als 1.000 Höhenmeter lange Tragepassage bei ihm zu sein, die wir dann gemeinsam absolvierten. Wir erreichten den Gipfel recht schnell, aber danach hatte er nichts mehr im Tank und wir mussten noch eine 10 km lange technische Querung zur nächsten Verpflegungsstelle hinter uns bringen. Das war das härteste Stück der Woche. Ich pushte ihn an einigen großen Anstiegen, auch wenn er das nicht wollte, und einige Fahrer gaben uns zusätzliches Wasser und Essen, während sie uns überholten. Wir hatten viele unvergessliche Momente an diesem Tag, und es war einfach magisch, gemeinsam die Nordseite der Insel zu erreichen.“
Natürlich wollte Adrien in seiner Klasse gut abschneiden, aber sein Hauptaugenmerk lag auf seinem großen Ziel: gemeinsam mit seinem Vater das Rennen zu beenden. Er kümmerte sich die ganze Woche über um die Fahrräder der beiden und gab seinem Vater alle nötigen Ratschläge. Trotzdem gelang es Adrien, einige Top-3-Stagezeiten zu erreichen und sogar die längste Stage der Woche zu gewinnen – aber das war für ihn nur das Tüpfelchen auf dem i.
Nach dem Rennen sagte Adrien: „Ich hatte immer eine starke Verbindung zu meinem Vater. Seit meiner Kindheit haben wir viel Zeit miteinander verbracht, sind mit unserem alten Van in den Urlaub gefahren und haben gelernt, wie man skatet, surft, snowboardet und Fahrrad fährt. Ich würde sagen, die gemeinsame Teilnahme an der Trans Madeira hat uns wieder in diese Stimmung zurückversetzt – und wir haben es beide geliebt. Es war eine der schönsten Wochen, die ich mit meinem Vater verbracht habe, und ich kann jedem eine solche familiäre Herausforderung nur empfehlen!“
Du fragst dich, wie Madeira zu einem Traumziel für Mountainbiker wurde? Schau dir die erste Folge von iXS Trail Stories an und finde es heraus: Die Geschichte von Freeride Madeira.
Weitere Informationen zur Trans-Madeira und alle Details zur Teilnahme findet ihr auf der offiziellen Website: trans-madeira.com.
Hinweis: Der Bericht wurde uns von Tanne9/iXS kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Wärt ihr auch gerne mal bei der Trans Madeira dabei?