Wintereinbruch: Hunderte Unfälle auf glatten Straßen in Rheinland-Pfalz
Wegen spiegelglatter Straßen haben Polizei und Feuerwehr in Rheinland-Pfalz einiges zu tun. In Mainz rutscht ein Bus beinahe auf Straßenbahngleise, auf der A6 sorgt sogar ein Hund für einen Einsatz.
Der Wintereinbruch hat in Rheinland-Pfalz zu zahlreichen Unfällen auf glatten Straßen geführt. Allein im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Westpfalz sei es zu 106 Verkehrsunfällen seit Freitagnachmittag gekommen, teilte die Polizei mit. Der überwiegende Großteil der Unfälle sei jedoch weitgehend glimpflich verlaufen: Elf Personen seien leicht verletzt worden, bei den übrigen Unfällen sei es bei Sachschäden geblieben.
Die Hälfte der Unfälle ereignete sich demnach im Stadtgebiet Kaiserslautern. Auf der Brandenburger Straße habe sich etwa ein Fernreisebus festgefahren, der die südliche Stadteinfahrt am Abend blockiert habe. Auch die Landstraße zum Stadtteil Dansenberg sei für mehrere Stunden blockiert gewesen. Erst ab Mitternacht habe sich die Verkehrslage wieder beruhigt. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf mehrere hunderttausend Euro.
Linienbus rutscht in Mainz beinahe auf Straßenbahnschienen ab
Die Polizei Mainz zählte seit Freitagmittag 50 Verkehrsunfälle. Dabei seien zwei Personen leicht verletzt worden, so ein Sprecher der Polizei. Kurz nach Mitternacht musste zudem die Feuerwehr ausrücken, um einen Linienbus vor dem Umkippen zu sichern. Der Bus sei auf einem Steigungsstück im Stadtteil Marienborn auf der spiegelglatten Fahrbahn ins Rutschen gekommen, teilte die Feuerwehr mit. Dabei sei die Hinterachse von der Fahrbahn abgekommen und der Bus habe sich gefährlich in Richtung der tieferliegenden Straßenbahngleise geneigt.
Zum Zeitpunkt des Unfalls hätten sich keine Fahrgäste in dem Linienbus befunden. Aufgrund einer zentimeterdicken Eisschicht konnte die Feuerwehr demnach nicht bis zum Unfallort fahren. Mithilfe eines Erdankers und eines Handzugs sei der Bus gegen das Abrutschen gesichert worden. Die Mainzer Verkehrsgesellschaft habe eine Bergung in Auftrag gegeben, so die Feuerwehr weiter.
Hund von eisiger Autobahn gerettet
Im Bereich Ludwigshafen wurden nach Polizeiangaben fünf Menschen bei insgesamt 31 witterungsbedingten Unfällen verletzt. Davon sei eine Person bei einem Unfall im Stadtgebiet Ludwigshafen schwer verletzt worden. Zudem seien vier Personen bei zwei Verkehrsunfällen auf der A6 bei Grünstadt leicht verletzt worden. Wegen der beiden glättebedingten Auffahrunfälle sei die Autobahn in Fahrtrichtung Mannheim für mehrere Stunden gesperrt worden. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf rund 100.000 Euro.
Nur rund 30 Kilometer weiter rettete die Polizei am frühen Morgen einen Hund von der A6. Das Tier habe auf dem Seitenstreifen gesessen und bei winterlichen Verhältnissen auf Hilfe gewartet, so die Autobahnpolizei. Die Beamten hätten den Hund gesichert und einer Tierschutzorganisation übergeben.
Das Polizeipräsidium Koblenz registrierte den Angaben zufolge 61 witterungsbedingte Unfälle im eigenen Zuständigkeitsbereich. Dabei seien neun Menschen verletzt worden, davon zwei schwer. Die übrigen sieben Verletzten hätten leichte Verletzungen davongetragen. Der entstandene Sachschaden liege Schätzungen zufolge ebenfalls im sechsstelligen Bereich.