Der US-Angriff auf Venezuela und die Gefangenahme von Machthaber Maduro lösen international gemischte Reaktionen aus. Eine Übersicht. Nach dem US-Angriff auf Venezuela und der Gefangenahme von Machthaber Nicolás Maduro reagiert die internationale Politik auf die Ereignisse in dem südamerikanischen Land. Neben den Parlamentariern aus den USA haben sich bisher auch einige Länder zu dem Militärschlag der Trump-Regierung geäußert. US-Militäreinsatz in Venezuela: Alle Entwicklungen im Überblick US-Angriff auf Venezuela: Donald Trump bestätigt Festnahme von Maduro Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores befinden sich nach US-Angaben auf dem Kriegsschiff Iwojima. Laut US-Justizministerin Pam Bondi sollen sie in New York angeklagt worden. Maduro würden unter anderem Verbrechen in Zusammenhang mit Drogenhandel vorgeworfen, teilte Bondi auf der Plattform X mit. Nach Angaben von US-Außenminister Marco Rubio soll es keine weiteren Angriffe auf Venezuela geben. Reaktionen aus den USA auf Angriff in Venezuela Mehrere US-Parlamentarier haben deutliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens geäußert. Der demokratische Senator von Arizona, Ruben Gallego, schrieb im Kurznachrichtendienst X: "Dieser Krieg ist illegal. Es ist beschämend, dass wir uns vom Weltpolizisten zum Weltmobber entwickelt haben. Es gibt keinen Grund, warum wir mit Venezuela im Krieg sein sollten." Der republikanische Senator Mike Lee aus Utah meldete ebenfalls Zweifel an: "Ich bin gespannt darauf, zu erfahren, was – falls überhaupt etwas – diese Handlung verfassungsrechtlich rechtfertigen könnte, angesichts des Fehlens einer Kriegserklärung oder einer Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt." Newsblog: Die aktuellen Entwicklungen zum US-Angriff auf Venezuela Trumps Militärschlag: Russland verurteilt US-Angriff in Venezuela Russland hat die USA aufgefordert, den gefangen genommenen venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und dessen Frau freizulassen. "Wir fordern die amerikanische Führung nachdrücklich auf, ihre Position zu überdenken und den rechtmäßig gewählten Präsidenten des souveränen Landes und seine Frau freizulassen", erklärte das Außenministerium in Moskau am Samstag. Das US-Vorgehen sei "zutiefst beunruhigend und verwerflich". Es gebe keine Rechtfertigung für diese "bewaffnete Aggression". "Ideologische Feindseligkeit hat über sachlichen Pragmatismus gesiegt", hieß es in der Mitteilung des Ministeriums aus Moskau weiter. Venezuela habe das Recht, "seine eigene Zukunft ohne destruktive, geschweige denn militärische Einmischung von außen zu bestimmen". Russland unterstütze Venezuelas Behörden auch bei der Forderung, unverzüglich eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates einzuberufen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sicherte der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodriguez in einem Telefonat die Solidarität seines Landes zu. Beide Seiten hätten sich dafür ausgesprochen, eine weitere Eskalation zu verhindern und durch einen Dialog einen Ausweg aus der Situation zu finden, teilt das Außenministerium in Moskau mit. Berichte, wonach sich Rodriguez in Russland aufhalte, wies das Ministerium als falsch zurück. US-Angriff in Venezuela: Kallas kritisiert USA nicht direkt Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat derweil nach einem Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio zur Zurückhaltung aufgerufen. "Die EU hat wiederholt erklärt, dass Herrn Maduro die Legitimität fehlt und sich für einen friedlichen Übergang ausgesprochen", schreibt sie auf der Plattform X über die US-Angriffe in Venezuela. "Unter allen Umständen müssen die Grundsätze des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden. Wir rufen zur Zurückhaltung auf", fügt sie hinzu, ohne die USA nach dem Militärschlag in Caracas und der Festnahme von Maduro direkt zu kritisieren. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb ebenfalls auf X, die EU stehe an der Seite der Menschen in Venezuela und unterstütze einen friedlichen, demokratischen Übergang. Zudem werde sichergestellt, dass EU-Bürger im Land auf die volle Unterstützung der EU zählen könnten. Bundesregierung mit Krisenstab nach US-Angriff in Venezuela Die Bundesregierung hat sich mit Blick auf den US-Militäreinsatz besorgt gezeigt. "Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam und verfolgen die aktuellen Meldungen mit größter Sorge", hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Reaktionen aus Deutschland: Deutliche Kritik an US-Angriffen auf Caracas Die Lage in dem südamerikanischen Land "ist derzeit in Teilen noch unübersichtlich". Das Außenministerium stehe "im engen Kontakt mit der Botschaft in Caracas". Der Krisenstab der Bundesregierung werde im Ministerium zusammentreten. Die französische Regierung kritisierte den US-Militäreinsatz in Venezuela als völkerrechtswidrig. Die Aktion, die zur Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro geführt habe, verstoße gegen die Grundsätze des internationalen Rechts, teilte das Außenministerium in Paris mit. "Keine dauerhafte politische Lösung kann von außen aufgezwungen werden." Frankreich bekräftige, dass nur das souveräne Volk einer Nation über deren Zukunft bestimmen könne. Weitere Reaktionen auf den US-Militärschlag in Caracas UN-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich zutiefst beunruhigt und sprach von einer Eskalation in Venezuela. Der US-Militäreinsatz habe potenziell besorgniserregende Auswirkungen auf die Region, hieß es in einer Erklärung: "Diese Entwicklungen stellen einen gefährlichen Präzedenzfall dar", so Guterres. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel verurteilte die Militärschläge in Venezuela als "kriminellen US-Angriff". "Unsere Friedenszone wird gerade brutal angegriffen", schrieb der Präsident des sozialistischen Karibikstaates auf X. Díaz-Canel forderte zudem die internationale Gemeinschaft auf, dringend darauf zu reagieren. Es handele sich um "Staatsterror gegen das mutige venezolanische Volk und gegen unser Amerika". Auch der Iran äußerte nach dem Militärangriff der USA auf Venezuela scharfe Kritik. "Die militärische Intervention der USA gegen einen unabhängigen Staat und Mitglied der Vereinten Nationen stellt einen klaren Verstoß gegen die Prinzipien der UN‑Charta sowie gegen grundlegende Regeln des Völkerrechts dar", erklärte das Außenministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Dieser "aggressive Akt" müsse umgehend und eindeutig verurteilt werden, so das Ministerium weiter. Spanien rief nach dem US-Angriff auf Caracas hingegen zur Mäßigung auf. Das Völkerrecht und die UN-Charta müssten beachtet werden, heißt es weiter. Zugleich bot die linke Regierung in Madrid ihre Hilfe an, um "eine friedliche und durch Verhandlungen erzielte Lösung der gegenwärtigen Krise zu erreichen". Gegensätzliche Reaktionen in Südamerika Argentiniens Präsident Javier Milei feiert die von den USA verkündete Festsetzung von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro. "DIE FREIHEIT SCHREITET VORAN, ES LEBE DIE FREIHEIT VERDAMMT NOCHMAL", schrieb der ultraliberale Politiker auf X in Versalien zu einem Nachrichtenbericht, den er auf der Plattform teilte. Milei ist ein vehementer Gegner der bisherigen venezolanischen Führung unter Maduro. Argentinien hatte dessen umstrittene Wiederwahl 2024 nicht anerkannt. Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hingegen verurteilte den US-Angriff auf Venezuela scharf. Die Handlungen seien ein schwerwiegender Affront gegen die Souveränität Venezuelas und ein extrem gefährlicher Präzedenzfall für die internationale Gemeinschaft, schriebt Lula ebenfalls auf X. Ein solcher Bruch des Völkerrechts sei der erste Schritt in eine Welt der Gewalt und des Chaos, in der das Recht des Stärkeren herrsche, so Lula weiter. Die Aktion erinnere an die schlimmsten Momente der Einmischung in die Politik Lateinamerikas und der Karibik . Die internationale Gemeinschaft müsse über die Vereinten Nationen energisch reagieren.