Investieren statt zu sparen, mehr Aktien statt Tagesgeld – gute Vorsätze für Ihre Finanzen gibt es viele. Und ein paar warnende Worte auch. Aber keine Angst: 2026 könnte Ihr Jahr werden! Neues Jahr, neues Glück! Klingt ein bisschen nach Casino? Wie wäre es dann mit: Neues Jahr, neuer Mut? Und zwar mehr Mut bei der Geldanlage! Das würde ich den Deutschen wünschen, denn die meisten Bundesbürger investieren nicht oder viel zu wenig an der Börse. Beim Sparen sind wir weltmeisterlich, die Sparquote liegt traditionell über zehn Prozent. Sogar in den Jahren der extrem hohen Inflation lag sie über dieser Marke, und in den Corona-Jahren 2020 und 2021 sogar bei mehr als 15 Prozent. Die Aktionärsquote kann da leider nicht mithalten. Sind Sie in Aktien, Aktienfonds oder Aktien-ETFs investiert? Dann gehören Sie, genau wie ich, einer Minderheit an. Die Aktionärszahlen für 2024 – die Zahlen für das vergangene Jahr kommen erst in wenigen Tagen – lagen zwar wieder knapp über zwölf Millionen. Das zeigen Daten des Deutschen Aktieninstituts (DAI). Klingt erstmal viel, ist aber eben nur jeder sechste Bundesbürger – oder eben 17,2 Prozent der Bevölkerung. Das ist wenig. In anderen Ländern liegt die Aktionärsquote deutlich höher, was auch mit Altersvorsorge und der staatlichen Förderung von Altersvorsorge mit Aktien zu tun hat. Aber das ist ein anderes Thema. Eine höhere Aktienquote Leider sagt die Statistik des DAI nichts über die Aktienquote der Anleger aus. Ich befürchte aber, dass sie oft zu niedrig ist. Denn eine nennenswerte Höhe von mindestens 30 Prozent sollte sie schon haben, damit der Renditebringer Aktie seine Wirkung auch entfalten kann. Immerhin bringen Aktien bei breiter Risikostreuung langfristig eine jährliche Rendite von durchschnittlich bis zu acht Prozent. Je höher die Aktienquote, desto besser für den Vermögensaufbau – denkt man da doch gleich. Wie hoch ist denn Ihre Aktienquote? Meine ist mit 80 Prozent ziemlich hoch. Allerdings sind es nicht 80 Prozent meines Gesamtvermögens, sondern meines Depots für den langfristigen Vermögensaufbau – und damit dann eines großen Teils meines Vermögens. Ein Spielgeld-Depot habe ich auch noch. Das erhöht dann meine Aktienquote wieder ein bisschen. Sie sollten Ihre Aktienquote unbedingt überprüfen und gegebenenfalls – je nach Risikotyp natürlich – nach oben anpassen. Das wäre ein sehr guter Vorsatz für 2026! Vielleicht erhöhen Sie auch einfach nur die Rate für Ihren Fonds- und ETF-Sparplan? Auch das wäre eine gute Idee. Ein bisschen mehr wagen Ich hätte noch einen guten Vorsatz für Sie: Wagen Sie ein bisschen mehr Risiko! Ja, richtig gelesen: Riskieren Sie etwas! Das meine ich ernst. Verlassen Sie Ihre Komfortzone. Warum nicht etwas ausprobieren, neue Anlageklasse entdecken, sich in ein neues Thema einarbeiten. Aktien zuallererst natürlich! Es gilt weiterhin, dass Risikostreuung das oberste Gebot der Geldanlage ist. Trotzdem ist es ja deshalb nicht "verboten", auch auf die eine oder andere Einzelaktie zu setzen. Oder auf eine Branche, ein Thema. Dieses Risiko sollten Sie natürlich sehr bewusst eingehen. Besser auch mit kleineren Summen, wie ich es in meinem Spielgeld-Depot tue. Das macht Spaß und gibt Ihren Investments, wenn es läuft, einen Extra-Kick. Aber bitte vergessen Sie nicht: keine Chance ohne Risiko. Und je größer die Chance, desto größer das Risiko. Jagen Sie bitte nicht jedem vermeintlich spannenden Trend oder jedem heißen Tipp hinterher. Das wäre dann zu viel Risiko. Gier und Selbstüberschätzung sind keine guten Ratgeber an der Börse! Aber ein bisschen mehr könnten die meisten Bundesbürger bei der Geldanlage sicherlich wagen, mehr Aktien gehören sowieso zum Vermögensaufbau; und das ohne gleich zum Zocker zu werden. Es hat einen Grund, warum die Menschen in vielen anderen Ländern ein größeres Pro-Kopf-Vermögen haben: Die Aktionärszahlen liegen viel höher. Holen Sie auf! Auch ein guter Vorsatz für 2026, oder? Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei und natürlich alles Gute, Glück und Gesundheit! Auch wenn die Börse meine große Leidenschaft ist, es gibt immer noch wichtigeres!