Peseschkian zu Unruhen: "Die Feinde werden außerhalb des Irans ausgebildet"
Der iranische Präsident Masoud Peseschkian bezeichnete in einem Fernsehinterview die zum Teil eskalierenden Proteste als "ein gesetzliches Recht der Menschen", forderte jedoch die Iraner nachdrücklich auf, sich von gewalttätigen Randalierern zu distanzieren. Laut der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Tasnim News erklärte Peseschkian, dass gewalttätige Demonstranten für ihn offensichtlich "von den USA und dem zionistischen Regime ausgebildet wurden", um Unruhen im Land zu provozieren. Der iranische Parlamentspräsident warnte am Wochenende, dass die USA und Israel legitime Ziele wären. US-Präsident Donald Trump erklärte vor Journalisten an Teheran gerichtet, dass die USA mit "nie dagewesenen" Gegenreaktionen antworten würden.
Teheran hat mitgeteilt, dass es im Falle eines koordinierten Angriffs auf Iran Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Militärstützpunkte und Israel ergreifen werde.
Der iranische Parlamentspräsident wandte sich dabei direkt an US-Präsident Donald Trump, der die iranische Führung davor gewarnt hatte, Gewalt gegen Demonstranten anzuwenden. Der Parlamentspräsident erklärte laut iranischen Medien:
"Im Rahmen der legitimen Verteidigung sehen wir uns nicht darauf beschränkt, nach einer Aktion zu reagieren, und wir sagen Trump und seinen Verbündeten in der Region, dass sie keine Fehleinschätzung begehen sollen."
Trump hatte daraufhin Agenturmeldungen zufolge am Sonntagabend an Bord der Air Force One vor Reportern erklärt, dass die USA "sehr starke Optionen" für ein Eingreifen in Iran erwägen und prüfen. Auf die Frage nach möglichen Reaktionen nach den iranischen Androhungen von Vergeltungsmaßnahmen erklärte Trump wörtlich:
"Wenn sie das tun, werden wir sie auf eine Weise treffen, wie sie noch nie getroffen wurden."
Trump behauptete vor den Journalisten zudem, dass Washington Teheran direkte Verhandlungen angeboten hätte. Seine Administration sei aktuell "im Gespräch mit Teheran, um ein Treffen zu vereinbaren". Der US-Präsident schrieb in einem Beitrag auf seinem Truth-Social-Account:
"Iran strebt nach FREIHEIT, vielleicht wie nie zuvor. Die USA sind bereit zu helfen!!!"
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte zu Wochenbeginn laut Al Jazeera, dass die Androhung militärischer Maßnahmen gegen Teheran im Falle der blutigen Proteste von US-Präsident Trump "Terroristen" weiter dazu motivieren könnte, Demonstranten und Sicherheitskräfte anzugreifen, um somit eine ausländische Intervention zu provozieren. Zudem heißt es aus Teheran ankündigend, dass das Internet "bald wieder funktionieren würde und die Regierung mit den Sicherheitsbehörden zusammenarbeite, um dies zu erreichen", so Al Jazeera.
Der iranische Präsident Peseschkian äußerte sich zu den landesweiten Protesten in einem Fernsehinterview. Dazu heißt es in einem Tasnim-News-Artikel zusammenfassend:
"In einem Fernsehinterview am Sonntag betonte Peseschkian die Entschlossenheit seiner Regierung, die Probleme zu lösen, mit denen die Menschen in Bezug auf ihren Lebensunterhalt konfrontiert sind. Er erklärte, die Regierung sei entschlossen, alle Iraner gerecht zu behandeln und eine gleichmäßige Verteilung der Subventionen zu gewährleisten, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Rasse oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit."
Der Präsident führte weiter aus, dass "der Feind, dem es während des zwölftägigen Krieges im Juni 2025 nicht gelungen war, das Land ins Chaos zu stürzen, nun versuche, die wirtschaftlichen Probleme auszunutzen, um die Lage zu verschärfen". Peseschkian appelliere daher an die Bevölkerung sowie "die Industrieunternehmer und Wirtschaftsaktivisten, seine Regierung bei der Bekämpfung der Korruption zu unterstützen", so Tasnim News zitierend.
Laut staatlichen Ankündigungen sollen am heutigen Montag zur Mittagszeit landesweite Solidaritätskundgebungen zur Verurteilung der eskalierenden Ereignisse mit Toten und Verletzten in den Städten Kerman, Zahedan und Rasht stattfinden.
Mehr zum Thema – Iran: Gewaltspirale schaukelt sich hoch – Kronprinz Pahlavi kündigt Beginn der "Revolution" an