Am 8. März wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Nicht nur die Mehrheitsverhältnisse, die ganz andere sind als noch 2021, machen die Wahl spannend, sondern auch die neuen Spitzenkandidaten der Parteien. Langsam läuft er an, der Wahlkampf um die Hoheit im Ländle. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg wird nicht nur das Parlament in Stuttgart neu gewählt, es geht auch um die Neubesetzung des Ministerpräsidentenpostens des drittgrößten Bundeslandes. Jungspunde treten gegen alte Hasen und Berühmtheiten aus Berlin an. Landtagswahl 2026: Das müssen Wahlhelfer jetzt wissen Darf man das Wahlhelfer-Amt ablehnen Diese Gründe zählen Bislang stellen die Grünen in Baden-Württemberg mit Winfried Kretschmann den Ministerpräsidenten. Er regiert seit 2011 und soll nun abgelöst werden. Der von Kretschmann gewünschte Nachfolger ist nicht weniger berühmt. t-online erklärt, wer noch an den Start geht und was es über die Kandidaten zu wissen gilt. Die Grünen schicken ein politisches Schwergewicht in den Ring Cem Özdemir gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Grünen. Er war einer der ersten Bundestagsabgeordneten mit türkischen Wurzeln, später Bundesvorsitzender der Partei und zuletzt Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft in der Ampelkoalition. Der in Bad Urach aufgewachsene Württemberger saß im EU-Parlament und war fast zehn Jahre Parteivorsitzender. Özdemir gibt sich jung und dynamisch – er nimmt etwa an Volksläufen teil – und ist in den sozialen Medien präsent. Gleichzeitig bringt der Polit-Promi auch Altlasten mit. Die Proteste der Landwirte Anfang 2024 gegen die Kürzung bei Agrarsubventionen richteten sich insbesondere gegen den damaligen Landwirtschaftsminister. Die CDU setzt auf einen jungen Kandidaten In nur zehn Jahren hat der frühere Sparkassen-Filialdirektor Manuel Hagel aus dem Alb-Donau-Kreis eine steile Parteikarriere hingelegt: Generalsekretär, Fraktionschef, Landeschef der Südwest-CDU und nun Spitzenkandidat. Hagel hat einen zerstrittenen Landesverband befriedet – mit vielen Gesprächen, loyalen Unterstützern in der Fraktion und dem gemeinsamen Ziel vor Augen: Machtoptionen nicht zu verspielen. Mit seinen 37 Jahren wäre Hagel, sollte er die Grünen überholen, der jüngste Ministerpräsident in der Geschichte des Landes. Die Chancen stehen nicht schlecht; im Moment führt die CDU die Umfragen deutlich vor AfD und Grünen an. Der Spitzenkandidat der SPD ist weniger bekannt Andreas Stoch, der für die SPD ins Rennen geht, ist weniger bekannt im Ländle. Dabei trägt der Heidenheimer dort doppelte Verantwortung: Fraktionschef seit 2016, Landesvorsitzender seit 2018. Von 2011 bis 2016, als seine Partei das letzte Mal in der Regierung war, hatte Stoch das Amt des Kultusministers inne. Seitdem ist der Rechtsanwalt jedoch wenig präsent in den Medien und auf der großen Bühne. FDP-Kandidat geht schon zum dritten Mal ins Rennen Hans-Ulrich Rülke geht zum dritten Mal als Spitzenkandidat der FDP in die Landtagswahl. Der gebürtige Tuttlinger sitzt seit fast 20 Jahren im Stuttgarter Landtag und ist seit 2009 FDP-Fraktionschef – länger als jeder andere vor ihm. Der frühere Gymnasiallehrer ist bekannt für seine polemischen Reden, die ihm zeitweise den Spitznamen "Brüllke" einbrachten. AfD: Ganz oder gar nicht Der AfD-Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier will zwar Ministerpräsident werden. Sollte das allerdings nicht klappen, möchte der Böblinger sein Landtagsmandat nicht annehmen. Stattdessen will er im Bundestag bleiben. Seine Chancen gelten derweil als gering: Alle anderen Parteien schließen eine Koalition mit der AfD aus, eine absolute Mehrheit ist laut Umfragen nicht in Sicht. Frohnmaier ist seit 2022 Co-Landeschef der AfD in Baden-Württemberg, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wird. Die Linke geht mit weiblichem Spitzentrio an den Start Haben die anderen Parteien nur Männer zu ihren Spitzenkandidaten gewählt, so sind es bei den Linken gleich drei Frauen, die sich die Spitze teilen. Kim Sophie Bohnen, Amelie Vollmer und Mersedeh Ghazaei sind allesamt unter 30 und teilen die ersten drei Listenplätze sowie drei verschiedene Hauptthemen unter sich auf: Bei Bohnen geht es ums Wohnen, Vollmer soll für soziale Themen und Ghazaei für Bildung, Antirassismus und Friedenspolitik zuständig sein. Anmerkung der Redaktion: Die Reihenfolge der Spitzenkandidaten und Spitzenkandidatinnen orientiert sich an den Ergebnissen der letzten Landtagswahl in Baden-Württemberg 2021.