Ehemaliger Bayern-Star: Schwere Vorwürfe gegen Franck Ribéry in Epstein-Files – Anwalt reagiert
Der Ex-Bayern-Spieler und französische Fußball-Nationalspieler Franck Ribéry taucht in den Epstein-Files auf. Ein mutmaßliches Opfer erhebt schwere Vorwürfe gegen ihn.
In den jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten aus den Epstein-Akten findet sich auch ein Name, der Fußball-Fans bekannt sein dürfte: Franck Ribéry. Der französische Ex-Profi wird auf mehreren Seiten eines Dokuments von 2019 mit insgesamt 38 Seiten genannt.
Während einige prominente Namen in anderen Auszügen lediglich ohne Kontext aufgelistet sind, enthalten die Seiten mit Ribérys Namen detaillierte Beschreibungen und Vorwürfe gegen den Franzosen.
Eine nicht identifizierte Frau behauptet in den entsprechenden Passagen, dass Ribéry bei einer Auseinandersetzung in einem Garten versucht habe, sie zu schlagen. Demnach mussten Polizisten eingreifen (S. 26). Wie französische Medien berichteten, soll es sich bei der Frau um ein in Frankreich lebendes Opfer des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein handeln. Medienberichten zufolge soll der Vorfall sich in ihrem Garten in Westfrankreich ereignet haben.
Weiter heißt es in dem Epstein-Dokument, Ribéry habe an einem „Ort der Unterhaltung“ nach 14-jährigen Mädchen gefragt (S. 28), und er sei ein Mitglied in der „Welt der Prostitution“ (S. 30). Zu welchem Zeitpunkt sich die geschilderten Vorfälle zugetragen haben sollen, geht nicht daraus hervor.
Zudem habe Sylvain Cormier, ein französischer Strafverteidiger, das Opfer geschlagen und gesagt: „Es ist Franck, der mich darum bittet.“ Cormier hatte den französischen Nationalspieler Karim Benzema im Prozess um die sogenannte Zahia-Affäre verteidigt. Auch Ribéry war angeklagt, er wurde von Carlo Alberto Brusa verteidigt.
Erinnerungen an einen alten Skandal
Der Hintergrund: Im Jahr 2009 soll die damals 17-jährige Zahia Dehar als „Geburtstagsgeschenk“ für Ribéry nach München eingeflogen und für Sex in einem Luxushotel von ihm bezahlt worden sein. Die Frau verriet dem Fußballer nach eigener Aussage nicht ihr Alter.
Ribéry, zu dem Zeitpunkt 26 und bereits zweifacher Familienvater, gab die Begegnung später zu, bestritt aber, für Sex mit ihr gezahlt zu haben. Das Pariser Gericht sah es nicht als erwiesen an, dass Ribéry vom minderjährigen Alter wusste, und sprach ihn daher frei.
Benzema soll Zahia 2008 in einem Pariser Nachtclub getroffen und mit in sein Hotel genommen haben. Ihm wurde vorgeworfen, sie dort für Sex bezahlt zu haben. Benzema bestritt jeglichen Kontakt mit ihr. Auch er bekam einen Freispruch.
Franck Ribérys Anwalt spricht von „Fake News“
Die Vorwürfe in den Epstein-Akten ließ Ribéry über seinen Anwalt Brusa dementierten. Der schrieb am Dienstag in einem Post auf der Plattform X von „Fake News“ und sprach mit mehreren französischen Medien.
Ribéry weise alle Vorwürfe des "abstrusen Schreibens" zurück, sagte der Anwalt. Es handle sich um ein Lügenkonstrukt und eine Verleumdungskampagne gegen zahlreiche Menschen. Der Brief an die US-Behörden sei verschickt worden, um Ärger zu bereiten. Brusa habe die Autorin identifiziert und werde sie anzeigen.
Der bloße Umstand, dass eine Person in den Millionen von Dokumenten zum Fall Epstein irgendwo genannt werde, bedeute nicht, dass diese auch in Epsteins Missbrauchsring verwickelt gewesen sei.
Das US-Justizministerium hatte Ende Januar mehr als drei Millionen weitere Dokumente zum Fall Epstein veröffentlicht, darunter E-Mails, Fotos und Videos. Darin erscheinen wieder die Namen zahlreicher Persönlichkeiten.
Quellen:US-Justizministerium, Nachrichtenagenturen Reuters, DPA und AFP, AP News