Gold ging an Domen Prevc. Mit ihm auf dem Podium stand Kacper Tomasiak. Der Pole holte sowohl von der Normal- als auch der Großschanze Edelmetall. Aus Predazzo berichtet Melanie Muschong Domen Prevc hat sich von der Großschanze in Predazzo zum Olympiasieger gekürt. Der Favorit hielt dem Druck stand, nachdem er von der Normalschanze die Medaillenränge verpasst hatte. Und noch ein anderer Athlet überraschte – und das zum zweiten Mal. Der polnische Springer Kacper Tomasiak. Der 19-Jährige gewann nach Silber von der Normalschanze am Samstagabend Bronze von der Großschanze und präsentierte sich erneut stark. Als feststand, dass er erneut Edelmetall gewann, ballte Tomasiak seine Fäuste, schrie und strahlte über das ganze Gesicht. Tomasiak mischt die Skisprung-Welt auf, und das bei seinen ersten Olympischen Spielen. Sven Hannawald zu Nachwuchsproblem: "Das kann es nicht sein" "Einfach unglaublich": Der Held der Olympischen Spiele Damit hätten auch die polnischen Journalisten nicht gerechnet, wie sie im Gespräch mit t-online durchblicken ließen. Die Teamkollegen des jungen Talents um den dreifachen Olympiasieger Kamil Stoch erzählten den polnischen Journalisten, dass Tomasiak Nerven wie Drahtseile habe und alles, was um ihn passiere, an sich vorbeiziehen lasse. Der Springer lieferte am Samstag Weiten über 133 und 138,5 Meter ab. "Er ist mental stark" Auch sein Trainer Maciej Maciusiak sagte t-online auf die Frage, was Tomasiak ausmache, in der Mixed Zone: "Er ist mental stark. Wir sind glücklich, dass wir ihn im Team haben." Die Leistung von Tomasiak bleibt auch im deutschen Team nicht unerkannt. So meinte Andreas Wellinger auf Nachfrage von t-online: "Extrem cool. Für ihn, für den Sport, für die Polen. Er ist den ganzen Winter schon extrem gut Ski gesprungen. Speziell für die Kleine (Schanze, Anm. d. Red.) hat er einen Sprungstil. Jetzt auf der Großen war es für meinen Begriff fast nochmal besser. Ich glaube, damit hätten weder er noch die Polen gerechnet, aber es ist für unseren Sport natürlich enorm gut, weil Polen die Skisprungnation schlechthin ist." In Innsbruck und Garmisch wurde Tomasiak im Weltcup beispielsweise Achter von der Großschanze, schaffte es oft unter die besten 20 Springer im Weltcup. "Er hat es bravourös gelöst" Auch Olympiasieger Philipp Raimund zollte dem Newcomer Respekt. Der 25-Jährige, der am Samstag Neunter wurde, lobte den Polen auf Nachfrage von t-online: "Er hat es ziemlich gut gemacht. Schon auf der kleinen Schanze ist er mir gefährlich nah gekommen. Das hat er schon echt stark gemacht. Dass er auf der Großschanze da anschließen konnte, saugut." Auf der für Raumund "schwierigen Schanze" habe er es "bravourös gelöst." Tomasiak selbst ist fokussiert und will auch in Zukunft viel erreichen. Auf der Pressekonferenz nach dem Wettbewerb sagte er: "Ich hoffe, dass ich in vier Jahren um Gold kämpfen kann. Hoffentlich bleibe ich auf diesem Weg und erleide keinen großen Rückschlag. Ich hoffe, dass ich mich auf diesem Level halten kann oder sogar noch ein bisschen besser werde." "Ich habe nicht im Internet nachgeschaut" In den vergangenen Tagen seit dem Silbergewinn auf der Normalschanze habe er bewusst nichts über sich gelesen. Dies begründete der junge Skispringer so: "Ich habe nicht im Internet oder in den sozialen Medien nachgeschaut, weil ich wusste, dass ich beliebter sein würde als zuvor und es daher schwieriger sein würde, dann konzentriert zu bleiben." Doch die Konzentration wollte er nicht missen und das gelang ihm gut. Und Polen kann sich als Skisprungnation freuen. Denn, wenn Stoch am Ende der Saison abtritt weiß er, dass Tomasiak ihm vor dem Fernseher viel Freude bereiten wird.