Die Epstein-Akten verursachen erneut Unruhe in Großbritannien. Jetzt wurde Andrew Mountbatten-Windsor festgenommen. Hängt beides miteinander zusammen? Am Donnerstagmorgen stürmte die Polizei das royale Anwesen in Sandringham. Das Ziel: Andrew Mountbatten-Windsor . Der Ex-Prinz wurde wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs festgenommen. Seitdem befindet sich Andrew in Gewahrsam – und das ausgerechnet an seinem 66. Geburtstag. Was genau steckt dahinter? Im Zuge der Freigabe neuer Epstein-Akten kamen neue Details über Andrew ans Licht. So legen Dokumente nahe, dass Andrew Mountbatten-Windsor in seiner Zeit als britischer Handelsgesandter zwischen 2001 und 2011 nicht ausschließlich im staatlichen Interesse handelte. Die Vorwürfe beziehen sich auf seine Kontakte zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein , der demnach von offiziellen Terminen und Reisen des Royals profitiert haben soll. Um diese Geheiminformationen geht es Im Raum steht der Verdacht, Andrew habe während seiner Amtszeit vertrauliche Informationen weitergegeben – darunter auch sensible Angaben aus dem Bankensektor. Wie die britische Zeitung "Mail on Sunday" jüngst berichtete, soll er nach der staatlichen Rettung der Royal Bank of Scotland (RBS) interne Bankgeheimnisse an Epstein übermittelt haben. Die RBS war infolge der Finanzkrise 2008 in schwere Turbulenzen geraten. Der britische Staat stützte das Institut mit umgerechnet rund 52 Milliarden Euro und übernahm Anteile. Auch im Zusammenhang mit britischen Einlagen bei isländischen Banken, die kollabiert waren, soll Andrew laut dem britischen Nachrichtensender BBC Dokumente des Finanzministeriums weitergeleitet haben. Diese Informationen seien bei Jonathan Rowland gelandet, dem damaligen Chef der Banque Havilland in Luxemburg . Derselbe Banker habe zudem "vertrauliche" Telegramme des Außenministeriums zu den Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und China erhalten. Andrew habe Epstein schließlich über Rowlands geschäftliche Aktivitäten informiert. Andrew festgenommen: Das ist über die Polizeimaßnahme bekannt Epstein-Affäre: "Geht’s dir gut? Ich fand dein Foltervideo toll" Norwegen im Skandalstrudel: Ein Land zerstört seinen Zauber Sein offizieller Auftrag als Handelsgesandter bestand darin, wirtschaftliche Kontakte zu knüpfen und britische Interessen im Ausland zu vertreten. Nach Darstellung der "Mail on Sunday" habe Andrew jedoch geschäftliche Aspekte teilweise Epstein überlassen. E-Mails sollen belegen, dass David Stern, ein Berater von Andrew und Epstein, im Jahr 2010 einen offiziellen Besuch in China vorbereitete. In einer Nachricht an Epstein schrieb Stern, dass er auf seinen Wunsch hin keine Treffen mit Industrieministerien vorgeschlagen habe und stattdessen Gespräche zum Thema "Finanz-/Vermögensverwaltung" in den Vordergrund stellen wolle. Eine weitere E-Mail zeige, dass Epstein ein Abendessen in Peking organisiert habe, bei dem Andrew anwesend gewesen sei. An dem Treffen hätten unter anderem Jes Staley, damaliger Banker bei J.P. Morgan und Vertrauter Epsteins, sowie weitere Personen aus dessen Umfeld teilgenommen. Berichten zufolge bestand Andrew darauf, die ersten vier Tage einer zehntägigen China-Reise "privat" zu verbringen. In diesem Zusammenhang habe Stern Epstein regelmäßig Fotos geschickt, die Andrew im Beisein junger Frauen zeigten, darunter das damals 23-jährige Model Miya Muqi. Epstein selbst sei bei diesen Treffen nicht anwesend gewesen. "Zugang zu globaler Macht" Stern soll Epstein zudem vorgeschlagen haben, eine "diskrete" Investmentfirma zu gründen. Diese sollte sich auf "staatliche Unternehmen und Privatvermögen" konzentrieren. In einer E-Mail schrieb Stern, das sei der Weg, um chinesisches Privatvermögen zu verwalten. Er habe ergänzt, das Unternehmen könne zwar klein sein, "muss aber das Gefühl und den Eindruck vermitteln, dass es über viel Geld und Macht verfügt, einschließlich Zugang zu globaler Macht – siehe Prinz Andrew ." Die Polizei ist diesen Vorwürfen in den vergangenen Tagen nachgegangen – und offenbar zu dem Schluss gekommen, dass Andrew sein Amt missbraucht hat. Mehr Details zu den Gründen für die Festnahme sind bisher nicht veröffentlicht worden. Ein Sprecher der zuständigen Ermittlungsbehörde kündigte aber an, zu gegebener Zeit mehr Informationen preiszugeben.