Tod von „El Mencho“ : Drogenmafia steckt Mexiko in Brand – was Reisende jetzt wissen müssen
In Mexiko herrschen bürgerkriegsartige Zustände, nachdem Drogenboss „El Mencho“ getötet wurde. Betroffen sind auch Touristengebiete. Das sollten Besucher dringend beachten.
Mexikos mächtigster Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes, genannt „El Mencho“, stirbt nach einem Militäreinsatz – und Teile des Landes versinken in bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Auch in Touristengebieten geraten Besucher mitten in die Unruhen, wie Videos zeigen. Am Flughafen des westmexikanischen Guadalajara, einer der Austragungsorte der Fußball-WM, brennen Autos auf den Straßen. Unter den Reisenden brach nach Sicherheitswarnungen zudem Panik aus.
Die Unruhen sind eine Reaktion der Drogenmafia auf den Einsatz gegen „El Mencho“. Bandenmitglieder sperrten in mehreren Bundesstaaten, darunter in Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato, Straßen mit brennenden Autos, Lastwagen und Bussen.
Drogenbanden im Mexiko zünden Apotheken an
Auch wurden Feuer in Apotheken und kleinen Einzelhandelsgeschäften gelegt. In der von Touristen beliebten Stadt Puerto Vallarta an der Pazifikküste waren in Videos brennende Autos und große schwarze Rauchwolken zu sehen, die zwischen den Gebäuden aufstiegen. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.
Mehrere nordamerikanische Fluggesellschaften, darunter United, American Airlines und Air Canada, strichen Verbindungen nach Puerto Vallarta oder leiteten Maschinen weiträumig um.
Konkret betroffen sind folgende Regionen und Orte:
- Tapalpa, Jalisco: Ort der Razzia, bei der „El Mencho“ getötet wurde. Die US-Behörden zählen auch Chapala und den Seekorridor dazu.
- Puerto Vallarta und der Bereich um den Flughafen: Flüge wurden annulliert und/oder umgeleitet. Transfers zum Flughafen sind aufgefallen.
- Großraum Guadalajara: Straßenbarrikaden und Sicherheitswarnungen im Zusammenhang mit Vergeltungsmaßnahmen.
- Die Unruhen greifen offenbar auch auf benachbarte Regionen über. Betroffen sind unter anderem Michoacán, Guanajuato, Colima und Tamaulipas.
Auswärtiges Amt verschärft Reisehinweise
Das Auswärtige Amt verschärft wegen der Gewaltausbrüche die Reise-Sicherheitshinweise für die Bundesstaaten Jalisco, Colima und Michoacán. Urlaubern wird dringend empfohlen, sich an die „Shelter in place“-Anweisungen zu halten. Das bedeutet, man solle die Hotels bis auf Weiteres nicht verlassen. Auch von Ausflügen und Überlandfahrten wird abgeraten. Wenn die nicht zu verhindern sind und Touristen auf Straßensperren treffen, gilt es, nicht zu wenden oder Widerstand zu leisten, um eine Eskalation zu vermeiden.
Bislang sind von der Bandengewalt Gegenden an der Pazifikküste betroffen. In touristischen Zentren an der Karibikküste wie Cancún und Tulum ist es offenbar ruhig. Beobachter raten dennoch zu erhöhter Wachsamkeit. Die mexikanische Regierung unter Präsidentin Claudia Sheinbaum hat die Präsenz der Nationalgarde in den Urlaubsgebieten massiv verstärkt.