Rastplatz-Toiletten zählen generell nicht zu den Wohlfühlorten. Doch an der A1 bei Bremen befindet sich eine WC-Anlage, die Autofahrern das Fürchten lehrt. Auch der Betreiber räumt ein Problem ein. Wenn die Blase drückt, führt meistens kein Weg an einer Autobahnraststätte vorbei. Doch viele sanitäre Anlagen sind in einem sehr veralteten und unhygienischen Zustand, sodass die Pinkelpause zur Überwindung wird. Autofahrer fürchten sich besonders vor den WCs auf dem A1-Rastplatz Mahndorfer Marsch zwischen dem Bremer Kreuz und Hemelingen Richtung Osnabrück. 2022 fiel die Raststätte im Check des Auto Clubs Europa durch und erreichte in der Kategorie Sauberkeit und Hygiene nur 33 Prozent. Auch die Google-Rezensionen von Rastplatz-Besuchern fallen seit Jahren unterirdisch aus. Toiletten sollen einmal täglich geputzt werden Zwischendurch war jedoch Besserung in Sicht. 2023 wurde die komplette WC-Anlage einer Grundreinigung unterzogen, teilte die Autobahn GmbH der Bremen-Redaktion von t-online mit. Seitdem sollten die Toiletten mindestens einmal täglich geputzt werden , hieß es. Glaubt man den aktuellen Google-Rezensionen, von denen viele negativ ausfallen, scheinen die Toiletten aber immer noch ein Ort des Fürchtens zu sein. "Ekelhafte Toilettenanlage. Obwohl man es als Mann etwas besser/einfacher auf Sanitäranlagen hat, war das echt ein Ding der Überwindung", heißt es in einer aktuellen Bewertung. "Damen-WC defekt, Herren-WC ekelhaft dreckig, mit Kot und Urin in der WC-Schüssel", schreibt eine weitere Nutzerin. "Dreckigste und ekelhafteste WC-Anlage Deutschlands", heißt es in einer anderen Bewertung. "Eklig, siffig, unglaublich verdreckt" und "Stinkt wie Sau" lautet das Fazit von weiteren WC-Nutzern. Ein Besuch vor Ort kann dieses Bild zumindest teilweise bestätigen. Die Kloschüssel in einer freien Kabine auf dem Damen-WC war dreckig, Toilettenpapier nicht ausreichend vorhanden. Auch Boden und Wandfliesen waren verdreckt. Der Spiegel über dem Waschbecken war abgeklebt. Auch eine Möglichkeit zum Händetrocknen suchte man vergeblich. Immerhin roch es einigermaßen frisch nach Putzmittel. Die Eingangstüren zum Herren- und Damen-WC standen beide offen. So brauchte man zumindest keine Türklinken anfassen. Rastplatz Mahndorfer Marsch hat Vandalismus-Problem Auf erneute Anfrage von t-online teilt ein Sprecher der Autobahn GmbH mit: "Die WCs auf der Rastanlage Mahndorfer Marsch werden täglich durch einen Dienstleister gereinigt. Mindestens zweimal im Jahr erhält die Anlage zudem eine Grundreinigung, das Damen-WC zuletzt im Januar." Man prüfe nun, die nächste Grundreinigung vorzuziehen. "Leider haben wir auf der Rastanlage Mahndorfer Marsch ein Vandalismusproblem. Immer wieder werden die Toiletten und Abflüsse dort mit Kleidungsstücken, Silikon, Bauschaum oder sogar Beton verstopft. Türklinken werden mutwillig beschmiert oder abgerissen", so der Sprecher weiter. Die WC-Anlage auf dem Rastplatz Mahndorfer Marsch sei bereits älter. Sie erfülle nach einer Grundreinigung zwar die hygienischen Anforderungen – "sicher aber nicht die Erwartungen der Nutzerinnen und Nutzer an eine zeitgemäße Toilettenanlage." Autobahn A281: Baustelle in Bremen wird ab 2027 zum Pendler-Alptraum Ein Neubau der Rastanlage samt Toiletten sei bereits beauftragt worden. Verantwortlich für die Planungen ist die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges). Der Rastplatz Mahndorfer Marsch West gehört zu den 1.500 unbewirtschafteten Rastanlagen in Deutschland. Unbewirtschaftet bedeutet, dass die Anlage lediglich über ein WC-Gebäude sowie Grünflächen verfügt, jedoch keine Servicebetriebe wie Tankstellen oder Gastronomie hat. Das schreibt das Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Zuständig für die unbewirtschafteten Rastanlagen ist die Autobahn GmbH.