Nach ihrem schweren Sturz bei den Olympischen Spielen meldet sich Lindsey Vonn bei ihren Fans. Dabei gibt sie neue Einblicke in die Schwere ihrer Verletzungen. Lindsey Vonn hat sich nach ihrem schweren Sturz bei den Olympischen Spielen mit einer Videobotschaft und weiteren Neuigkeiten zu ihrem Gesundheitszustand zu Wort gemeldet. "Ich habe es endlich aus dem Krankenhaus geschafft. Es war eine ziemlich lange Reise und bei Weitem die extremste, schmerzhafteste und herausforderndste Verletzung, die ich in meinem ganzen Leben hatte", sagt Vonn in dem Video, in dem auch immer wieder Röntgenbilder und Bilder ihrer Verletzungen eingeblendet werden. Dann zählt Vonn die zahlreichen Verletzungen auf, die sie sich bei dem Sturz zugezogen hat, darunter ein komplexer Schienbeinbruch und ein gebrochener und zertrümmerter Wadenbeinkopf. Die Verletzungen seien so schlimm gewesen, dass sie zudem an einem sogenannten Kompartmentsyndrom gelitten habe , bei dem so starke Blutungen auftreten, dass Blutgefäße gequetscht und so Muskeln und Nerven nicht mehr ausreichend versorgt werden und absterben. Nur eine Operation ihres Arztes, Tom Hackett, habe ihr Bein gerettet. "Er hat mein Bein davor gerettet, amputiert werden zu müssen", so Vonn. "Er hat beide Seiten meines Beines aufgeschnitten, sie quasi filetiert, um es atmen zu lassen", erklärt Vonn die OP. Schon kurz vor Beginn der Olympischen Spiele hatte sich Vonn bei einem Unfall das Kreuzband gerissen, war aber trotzdem bei Olympia angetreten. Wie sie erklärt, sei ihr Arzt nur wegen des Kreuzbandrisses überhaupt mit nach Italien gereist. "Ich sage immer: Alles passiert aus einem Grund. Wenn ich mir nicht das Kreuzband gerissen hätte, was ich bei diesem Sturz sowieso getan hätte, wäre Tom nicht da gewesen und hätte mein Bein nicht retten können. Also fühle ich mich sehr glücklich und bin ihm dankbar für die sechsstündige Operation, die er am Mittwoch gemacht hat, um alles wiederherzustellen", sagte Vonn. Vonn brauchte eine Bluttransfusion Die Operation sei gut verlaufen, dennoch habe sie im Anschluss starke Schmerzen gehabt und Blut verloren. "Ich hatte wirklich Probleme, der Schmerz war ein wenig außer Kontrolle. Ich musste eine Bluttransfusion bekommen. Die hat mir sehr geholfen und ich habe die Kurve bekommen", so Vonn. Sie spricht einen Dank an all ihre Ärzte aus und widmet sich dann der Zukunft. "Es wird ein langer Weg. Ich sitze aktuell im Rollstuhl, bin überhaupt nicht mobil. Ich werde eine Weile im Rollstuhl sitzen, weil ich mir auch den rechten Knöchel gebrochen habe", ließ Vonn wissen. "Ich hoffe, dass ich bald auf Krücken laufen kann, aber wir werden sehen. Auf Krücken werde ich mindestens zwei Monate sein", so Vonn weiter. Sie werde sich voll der Reha widmen und einen Schritt nach dem anderen machen. Mit brüchiger Stimme erklärt sie: "Ich kann euch gar nicht sagen, wie schmerzhaft es war. Es war sehr hart." Zwar hätte sie sich gewünscht, die Olympischen Spiele anders zu beenden, "aber ich gehe lieber kämpfend unter, als es nicht zu versuchen. Ich denke, was ich erreichen konnte, war mehr als je einer erwartet hätte. Dieses Jahr war unglaublich und es war es wert. Ich habe so hart gearbeitet, um zurückzukommen und es hat sich gelohnt." Ihre vollständige Rehabilitation werde wohl rund ein Jahr dauern. Erst danach möchte sich Vonn einer weiteren Operation unterziehen, um ihr Kreuzband versorgen zu lassen.