„Made in EU“ von Stephan Komandarev: Wie die Pandemie ein neoliberales System entlarvte
Eine Überwachungskamera dokumentiert die Arbeitsprozesse der Näherinnen einer kleinen Textilfabrik im bulgarischen Rudozem. Dicht zusammengedrängt sitzen die Frauen, in blauen Kitteln, an Tischen, die kaum Raum zum Aufstehen lassen, und nähen Etiketten in Kleidung, die für den Export nach Westeuropa bestimmt ist. Das Label „Made in EU“ suggeriert den Konsumenten faire Produktionsbedingungen. Tatsächlich sind diese jedoch häufig schlechter als in vielen Ländern der sogenannten „Dritten Welt“. Der anonyme Blick der Kamera zeigt die Arbeiterinnen als einer Kontrolle unterworfen, die weit über die Fabrik hinausreicht.
Als Iva (Gergana Pletnyova), eine von ihnen, mit hohem Fieber zum Arzt geht, erhält sie keine Krankschrei
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