Crankworx Christchurch 2026: Erik Fedko knackt 100-Punkte-Marke
Der Auftakt der neuen Slopestyle Super League (SSL) in Neuseeland hätte aus deutscher Sicht kaum besser laufen können. Erik Fedko sicherte sich mit einem historischen Score von über 100 Punkten den ersten Sieg der Saison. Auch Patricia Druwen lieferte eine bärenstarke Performance ab und musste sich erst im dramatischen Shootout-Finale hauchdünn geschlagen geben. Hier sind die Details zum geschichtsträchtigen Saisonauftakt im Christchurch Adventure Park.
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Die Slopestyle Super League: Alles auf Anfang
Mit dem Event in Christchurch wurde die bisherige Crankworx FMBA World Championship offiziell von der Slopestyle Super League (SSL) abgelöst. Das Ziel der neuen Serie: Mehr Durchlässigkeit für Gold-Level-Rider und Wildcard-Starter, die sich nun direkt mit der Elite messen können. Technisch interessant ist vor allem das neue Finale: Die sogenannte Shootout-Runde. Wer nach den regulären zwei Läufen innerhalb von zehn Punkten zum Podium liegt, darf einen Zusatz-Trick auf einem Feature seiner Wahl zeigen. Dieser kann das Punktekonto um bis zu zehn Zähler erhöhen – ein taktisches Element, das die klassische „Victory Lap“ der Vergangenheit angehören lässt.
Frauen-Finale: Patricia Druwen dominiert bis zum Shootout
Die Bedingungen im Christchurch Adventure Park forderten die Fahrerinnen heraus; vor allem der Speed im unteren Sektionen war kritisch. Patricia Druwen (GER) zeigte sich gewohnt technisch präzise und lag nach den regulären Runs souverän in Führung. Doch die US-Amerikanerin Shealen Reno nutzte das neue Format für eine Attacke im letzten Moment. Im entscheidenden Shootout setzte Druwen auf einen Backflip zur Absicherung, während Reno mit einem Disco Can volles Risiko ging. Die Belohnung der Judges: 90,33 Punkte und der Sieg für Reno – Druwen sicherte sich mit nur 0,33 Punkten Rückstand einen starken zweiten Platz. Harriet Burbidge-Smith komplettierte das Podium auf Rang drei.
Erik Fedko: Technisches Maximum im Shootout
Bei den Männern lieferte Erik Fedko eine Demonstration dessen ab, was aktuell im Slopestyle möglich ist. Bereits sein erster Lauf wurde mit 92,5 Punkten bewertet – eine Marke, an der sich die Konkurrenz lange die Zähne ausbiss. Besonders die Kombination aus massiver Amplitude und seinem sauberen Stil stach hervor.
Doch die Entscheidung fiel erst, als die Konkurrenz im Shootout ernst machte: David Godziek (POL) katapultierte sich mit einem Cashroll Tailwhip kurzzeitig auf Rang eins, dicht gefolgt von Nicholi Rogatkin (USA). Fedko, der als letzter Starter unter enormem Druck stand, konterte strategisch brillant: Ein Three-Down Whip Seat Grab Indian Air im Shootout brachte ihm die entscheidenden Punkte ein. Mit einem finalen Score von 100,70 Punkten setzte er sich an die Spitze – ein Wert, der in diesem neuen System als Benchmark für die kommenden Events gelten dürfte.
Ergebnisse
Ōtautahi Slopestyle – Männer:
- 1. Erik Fedko (GER) – 100,70 Pkt.
- 2. David Godziek (POL) – 99,86 Pkt.
- 3. Nicholi Rogatkin (USA) – 99,13 Pkt.
- 4. Chance Moore (CAN) – 97,63 Pkt.
- 5. Kaidan Ingersoll (USA) – 92,16 Pkt.
Ōtautahi Slopestyle – Frauen:
- 1. Shealen Reno (USA) – 90,33 Pkt.
- 2. Patricia Druwen (GER) – 90 Pkt.
- 3. Harriet Burbidge-Smith (AUS) – 74,66 Pkt.
- 4. Morgan Antone (NZL) – 37,33 Pkt.
- 5. Chelsea Kimball (USA) – 25 Pkt.
Video: Das Replay zum Auftakt der SSL
Wer sich das ganze nochmal im Original anschauen möchte – hier gibts das dreistündige Replay zum Auftakt der Slopestyle Super League in Christchurch:
Was haltet ihr von der neuen Shootout-Runde? Bringt das taktische Element mehr Spannung oder macht es das Scoring zu unübersichtlich?