Ein zentrales Ziel des neuen Angriffs auf den Iran sind dessen Atomanlagen. Doch was ist über das Atomprogramm des Iran konkret bekannt, warum haben die USA und Israel so großes Interesse daran, sie auszuschalten? Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran brannten viele Zündschnüre. Eine ist das Nuklearprogramm des Mullah-Regimes, sein nur halb verheimlichtes Streben nach der Atombombe. Während die US-Regierung ihre Angriffsdrohungen aufrechterhält, bekräftigt der Iran seinen Anspruch auf Urananreicherung. "Sie wollen die entscheidenden Worte nicht sagen: ‚Wir werden keine Atomwaffen haben‘", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) vor einer Veranstaltung in Corpus Christi im US-Bundesstaat Texas . Deshalb sei er mit dem Status quo der Verhandlungen nicht zufrieden, unterstrich Trump. Das war mehr als nur eine unterschwellige Drohung. Es war fast die Ankündigung eines Schlages. Newsblog zum Iran: Explosionen in mehreren Ländern , Berichte über erste Tote Nach Angriffen auf den Iran: Nun droht der totale Kontrollverlust Omans Außenminister Badr al-Bussaidi hatte das beim US-Sender CBS News noch anders dargestellt. Demnach gebe es eine Einigung, dass der Iran nie über Nuklearmaterial zum Bau einer Atombombe verfügen wird. Sein letzter Beschwichtigungsversuch blieb ungehört. Bereits im vergangenen Sommer hatten Israel und die USA die Atomanlagen angegriffen. Was ist über die einzelnen Standorte bekannt, die für das iranische Atomprogramm relevant sind? t-online gibt einen Überblick über bekannte Standorte und deren Funktionen: Natans: In dem Ort befindet sich das Zentrum der iranischen Urananreicherung. In Natans wird das Element so aufbereitet, dass es entweder zivil als Brennstoff für Atomkraftwerke (AKW) oder militärisch für Nuklearwaffen genutzt werden kann. Zum Schutz vor Luftangriffen befindet sich die Anlage in unterirdischen Bunkern. Während des Zwölftagekriegs im vergangenen Sommer attackierten Israel und die USA die Atomanlage. Isfahan: In der Universitätsstadt soll das Zentrum der iranischen Nuklearforschung liegen. Dort wird unter anderem Uran so aufbereitet, dass es anschließend angereichert werden kann. Zudem gibt es an dem Standort drei kleinere Reaktoren aus China , die zur Produktion von Brennstäben genutzt werden. Das Nuklearzentrum war laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nicht von den israelischen Angriffen betroffen. Ghom: In dem Ort befindet sich eine weitere Anlage zur Anreicherung von Uran. Sie befindet sich aus Sicherheitsgründen in einem Berg, was Zerstörungen durch Luftangriffe erschweren soll. Buschehr: Unweit der iranischen Stadt und an der persischen Golfküste befindet sich ein AKW. Offiziell dient es der Stromproduktion und wird nicht militärisch genutzt. Das AKW wurde nicht von Israel angegriffen. Teheran: In der iranischen Hauptstadt befindet sich ein weiterer Forschungsreaktor. Offiziell wird er nur für zivile Zwecke genutzt, etwa für die Medizinforschung. Parchin: Der Ort war ein weiteres Ziel der Angriffe. Südöstlich der Hauptstadt Teheran befindet sich ein militärisches Testgelände. Offiziell sollen dort nur konventionelle Waffen zum Einsatz kommen. Allerdings gab es daran in der Vergangenheit Zweifel. Das legen zumindest mehrere Besuche der IAEA in dato Parchin nahe. In den vergangenen Wochen gab es hier mehrere Explosionen. Was und warum genau detonierte, ist bis heute unklar. Arak: Auch hier gab es Angriffe. In dem Ort befindet sich eine Schwerwasseranlage, die zur Produktion von Plutonium dient. Im Rahmen des Atomabkommens wurde der Reaktor allerdings modifiziert: Seitdem soll es in Arak nicht mehr möglich sein, waffenfähiges radioaktives Material herzustellen. Karadsch: In dem Ort befindet sich ein weiteres Forschungszentrum für Nukleartechnologie. Offiziell dient die Einrichtung zivilen Zwecken. An dem Standort sollen auch Zentrifugen produziert werden, die zur Urananreicherung notwendig sind. Saghand: Im Zentrum des Landes befindet sich eine der wenigen bekannten Uranminen, in denen das Land das Rohmaterial abbauen kann, das für das gesamte Atomprogramm essenziell ist. Gachin: Aus der Uranmine soll 2010 das erste angereicherte Material stammen, das der Iran vollständig aus eigener Hand hergestellt haben soll. Ramsar: Der Ort am Kaspischen Meer beherbergt einen Reaktor, der zu Forschungszwecken genutzt werden soll. Besonders ist der Ort auch deshalb, weil er über eine ungewöhnlich hohe natürliche Radioaktivität verfügt. Das ist allerdings nicht auf den Reaktor zurückzuführen, sondern auf eine Radium- und Radonstrahlung, die durch heiße Quellen aus uranhaltigem Gestein an die Oberfläche gefördert wird. Bonab: Im Nordwesten des Landes wird ein weiterer Reaktor betrieben. Er dient allerdings offiziell nur Forschungszwecken und wird nicht zur Energiegewinnung oder für militärische Mittel genutzt.