Öffnungszeiten: Sonntagsöffnung: Arbeitgeber kritisieren Erfolg von Verdi
Die Verordnung zur Sonntagsöffnung in Urlaubsorten von MV ist laut einem Gericht rechtswidrig. Für den Wirtschaftsvertreter Lars Schwarz keine Überraschung. Dennoch übt er Kritik.
Nach dem Erfolg der Gewerkschaft Verdi mit ihrem gerichtlichen Vorgehen gegen Mecklenburg-Vorpommerns Regelung zur Sonntagsöffnung in Urlaubsorten kommt von Arbeitgeberseite Unverständnis. "Das ist echt Gegenwind, den wir im Moment überhaupt nicht brauchen", sagte der Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände (VUMV), Lars Schwarz.
Er habe viele Kollegen aus dem Handel, die sagten: "Das sind ja aber die Tage, die die umsatzstarken Tage sind, wo wir im Prinzip dann einen Großteil unseres Wochenumsatzes machen. Und die Mitarbeiter wollen das gerne machen und kriegen auch Zuschläge dafür."
Dass das Oberverwaltungsgericht die bestehende Regelung für unwirksam erklärt habe, überrasche ihn aber nicht. Auch andere vergleichbare Regelungen in Deutschland würden einer gerichtlichen Prüfung nicht standhalten wegen des gesetzlich verankerten Sonntagsschutzes und des gebotenen Ausnahme-Regel-Verhältnisses.
Schwarz: Sonntagsarbeit "wird doch einvernehmlich gemacht"
Weil diese Regelungen teils aber noch aus einer ganz anderen Zeit stammten, sei es eigentlich wichtig, zeitgemäße Kompromisse zu finden, statt vor Gericht zu gehen. Früher hätten etwa Arbeitgeber noch eine andere Macht gehabt. Heutzutage herrsche ein Arbeitnehmermarkt, in dem man ohnehin keinen Arbeitgeber zur Sonntagsarbeit zwingen könne, denn: "Dann haben Sie auch zu Recht keine Mitarbeiter mehr, sondern das wird doch einvernehmlich gemacht."
Auch wegen des möglichen weiteren Rechtsweges erwartet Schwarz trotz der Gerichtsentscheidung dieses Jahr "keine großartige Veränderung". Man brauche jetzt Zeit, um etwa mit dem Wirtschaftsministerium, aber auch mit Verdi eine neue Regelung zu verhandeln.