Sie standen über viele Jahre gemeinsam vor der Kamera: Christian Ulmen und Fahri Yardim. Jetzt spricht Letzterer über die schweren Vorwürfe gegen seinen Freund. Nach mehreren Tagen des Schweigens hat sich Fahri Yardim erstmals zur Causa Christian Ulmen geäußert. Am Sonntagabend veröffentlichte er über seinen Instagram-Account einen langen Text – und spricht von einem Schockzustand, der ihn seit den Enthüllungen über seinen langjährigen Freund gelähmt habe. "Ich bin genauso geschockt wie viele andere", heißt es gleich zu Beginn von Yardims Posting. Er bewundere den Mut von Collien Fernandes und sei dankbar für den Zuspruch, den sie erhält. "Ich fühle mit ihr und ich bin dankbar dafür, wie sie ihre persönliche Geschichte in eine Kraft übersetzt, die echte strukturelle Veränderung möglich macht." Fernandes wirft Ulmen "digitale Vergewaltigung" vor Collien Fernandes hatte zunächst im "Spiegel" schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben und bestimmte Vorhaltungen eidesstattlich versichert. Anschließend äußerte sie sich auch auf ihrem Instagram-Account. Demzufolge soll Ulmen über Jahre hinweg digital gefälschtes sexuelles Bildmaterial von ihr im Netz verbreitet haben. Aus ihrer eidesstattlichen Erklärung geht auch hervor, dass er gegenüber hunderten von Männern im Netz ihre Identität angenommen und diesen Männern in ihrem Namen sexuelle Avancen gemacht haben soll. Fernandes sprach unter anderem von "digitaler Vergewaltigung". t-online hat Christian Ulmen sofort nach Bekanntwerden der Vorwürfe um eine Stellungnahme gebeten. Diese blieb unbeantwortet. Der Schauspieler selbst schweigt bisher zu den Vorwürfen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Sein Rechtsbeistand, der Promi-Anwalt Christian Schertz, nennt die Veröffentlichungen in einer presserechtlichen Information "unwahre Tatsachen aufgrund einseitiger Schilderung". Weitere Details zu den Vorwürfen lesen Sie hier. Derweil bestätigte das Bezirksgericht in Palma die Ermittlungen auf Anfrage von t-online. "Das Verfahren ist noch im Gange", sagte Gerichtssprecherin Agnès Antich Andreu, die Ermittlungen befänden sich "in einer sehr frühen Phase". "Ich konnte nicht anders, ich brauchte Zeit" Fahri Yardim gilt als einer der engsten Wegbegleiter und Freunde von Christian Ulmen. Gemeinsam drehten sie die Serie "jerks" und verkörperten darin die beiden Hauptrollen. Nach den Vorwürfen gegen Ulmen löschte der Streamingdienst Joyn das Format von seinen Plattformen. Yardim aber äußerte sich tagelang nicht – bis zu diesem Sonntag. Um kurz nach 21 Uhr ging das Posting des Schauspielers über sein Instagram-Profil online. Er habe Zeit gebraucht, begründet Yardim sein langes Schweigen. "Lasst uns laut sein": Collien Fernandes meldet sich erneut – und macht Ankündigung Fernandes gegen Ulmen: Ein Mann spielt eine Doppelrolle "Es kotzt mich an": ZDF-Star Sebastian Ströbel findet deutliche Worte "Mir ist bewusst, dass mein Zögern nicht neutral ist. Es hat Wirkung", so der 45-Jährige und weiter: "Es beeinflusst, welche Deutungen Gewicht bekommen, welche Perspektiven sich verfestigen und welche Schutzräume gestärkt oder geschwächt werden, auch wenn ich das nicht beabsichtige, bin ich Teil dieser Wirkung." Die besondere Situation habe Yardim auf zwei Ebenen berührt, schreibt er weiter. Eine öffentliche und eine persönliche Ebene, so Yardim. "Sie existieren gleichzeitig. Und genau diese Gleichzeitigkeit ließ sich für mich nicht in eine schnelle, eindeutige Position übersetzen, ohne dass etwas Wesentliches verloren gegangen wäre." Fahri Yardim plant, sich den "Folgen zu stellen" Er spricht anschließend von "Abgründen im engen Freundeskreis", von einem "besonderen Schock". Die vergangenen Tage habe er sich sehr viel mit den Vorwürfen beschäftigt und festgestellt, dass auch "Selbstkritik" angebracht sei. "Das heißt auch, die eigene Perspektive nicht als abgeschlossen zu begreifen, sondern ihre blinden Flecken mitzudenken." Fahri Yardim betont, dass sein Posting "keine abschließende Antwort" sei. Es werde viel Zeit benötigen, um alles verstehen zu können. Der Schauspieler beendet seine Stellungnahme mit der Erkenntnis, dass er zu lange gezögert habe, weil "das Ausbleiben einer rechtzeitigen Position selbst bereits eine Position ist, mit realen Folgen". Er werde nun versuchen, sich diesen Folgen "nicht nur gedanklich, sondern auch praktisch zu stellen", so Yardim.