Zaklin Nastic hat die Partei Sahra Wagenknechts verlassen. In einem scharfen Schreiben rechnet sie mit der Parteispitze ab und lobt Tino Chrupalla. Die Bundestagsabgeordnete und BSW-Vorständin Zaklin Nastic ist aus der Partei ausgetreten und hat zugleich deutliche Kritik am Kurs der Führung geübt. Das bestätigte eine Parteisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. In einem Schreiben wirft die 46-Jährige der Parteispitze um Co-Chefin Amira Mohamed Ali unter anderem eine falsche strategische Ausrichtung und ein schlechtes Auftreten vor. Nastic, die zu den Gründungsmitgliedern des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) gehört, schrieb von "katastrophalen Wahlergebnissen, schlechter Ausstrahlung und miserabler Außenwirkung in sozialen Medien". Sie verlasse das BSW wegen "Katzbuckelei" etwa vor Medien, wegen der sie damals auch die Linke verlassen habe. AfD-Nachwuchs : Rüge für AfD-Jugendvorständin Gehrckens Wirtschaftsweiser warnt : "Wir stehen vor einer Weltwirtschaftskrise" Nastic kritisierte in ihrem Austrittsschreiben auch eine ihrer Ansicht nach fehlende friedenspolitische Ausrichtung. In ihrem Schreiben lobte sie in diesem Zusammenhang den AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla dafür, den Abzug von US-Soldaten aus Deutschland zu fordern. Zugleich kritisierte sie, dass das BSW eine Zusammenarbeit mit der AfD grundsätzlich ablehne und etwa in Brandenburg und Thüringen nicht einmal Gespräche geführt habe. Die dortigen Landesverbände der AfD bezeichnete sie als "eher gemäßigt". Interner Streit im BSW Ihr BSW-Vorstandskollege Alexander Ulrich bedauerte den Austritt und kritisierte seinerseits die Parteispitze. Deren Umgang mit Nastic "im Zusammenhang mit der letzten Bundestagswahl war unterirdisch und durch nichts gerechtfertigt", erklärte Ulrich, der auch Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz ist. "Es ist für das BSW ein herber Rückschlag, wenn eines der Gründungsmitglieder Abschied nimmt. Es wäre überlebenswichtig, wenn ihre Worte zum Abschied den Parteivorstand zum Nachdenken anregen würden." Nastic hatte die Linke im Jahr 2023 gemeinsam mit Sahra Wagenknecht verlassen und war später in den BSW-Bundesvorstand eingezogen. In Hamburg gehörte sie zu den prägenden Gesichtern beim Aufbau des Landesverbands. Bereits Anfang 2025 hatte es Spannungen um Nastic gegeben. Sie war damals die Hamburger Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, doch zog sich mitten im Wahlkampf überraschend zurück. Offiziell hieß es, sie wolle sich von den Belastungen erholen und "neue Kraft schöpfen". Wie t-online jedoch unter Berufung auf Parteikreise berichtete , war der Rückzug intern umstritten. Teile des Landesverbands sollen nicht eingebunden gewesen sein. Zugleich gab es Berichte über Konflikte und Machtkämpfe im Hamburger BSW, in denen Nastic zunehmend unter Druck geraten war. Politischer Werdegang Nastic wurde 1980 im polnischen Gdynia geboren und kam als Kind nach Hamburg. Sie trat 2008 in die Linkspartei ein und zog 2017 in den Bundestag. Dort arbeitete sie unter anderem als menschenrechtspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Nach dem Bruch in der Linken gehörte sie zu den ersten Abgeordneten, die sich Wagenknecht anschlossen und beim Aufbau des BSW mitwirkten. Mit ihrem Austritt verliert das BSW eines seiner prominenten Gründungsmitglieder. Zugleich verschärft sich der Eindruck interner Konflikte in der Partei.