Heidelberger Fastnachtsumzug: Polizei meldet wenig Straftaten
Heidelberg. (hö) Die Polizei war im Großen und Ganzen mit dem Fastnachtszug zufrieden: "Wir registrierten eine eher überschaubare Zahl von Straftaten, wenn man von einer Zahl von etwa 100.000 Besuchern ausgeht", resümiert Polizeidirektor Jürgen Dörr, der den Großeinsatz gestern in Heidelberg koordinierte. "Während des Umzugs gab es keine größeren Vorkommnisse", eher nachher im Umfeld der vielen Partys. Und doch: Ganz ruhig war es doch nicht: Seine Kollegen zählten bis zum Abend vier Körperverletzungen, zwei Personen kamen in die Psychiatrie, elf wurden in Gewahrsam genommen, insgesamt 20 Platzverweise - vor allem am Bismarckplatz - verteilt. Seit zwei Jahren hat die Polizei ein besonderes Augenmerk auf junge Migranten - vor allem nach den sexuellen Übergriffen der Kölner Silvesternacht 2015/16. Doch in diesem Jahr gab es in Heidelberg nichts dergleichen. Auch unter denjenigen, die festgenommen oder denen ein Platzverweis erteilt wurde, "war alles an Nationalitäten vertreten". Auffällig war allerdings, dass vor allem junge Besucher, im Alter von 17 bis 20 Jahren, am meisten Ärger machten, viele waren betrunken.
Insgesamt hatte das Polizeipräsidium Mannheim 140 Beamte im Einsatz, dazu kamen noch zehn verdeckte Ermittler der Kripo, die sofort Straftaten aufnahmen. Die neue Taktik der Polizei, nicht mehr den Zug zu sichern, sondern hinter den Zuschauerreihen für Sicherheit zu sorgen, hat sich nach Dörr bewährt: Man konnte einfach schneller eingreifen und Täter dingfest machen.
Nach zwei Jahren Fastnachtszug im Ausnahmezustand - erst "Köln", dann die Amokfahrt auf dem Bismarckplatz im letzten Jahr - war auch das sonstige Sicherheitskonzept deutlich entspannter: Da versperrten keine Müllwagen mehr die Bismarck- und die Rohrbacher Straße. Auch die Seitengassen der Hauptstraße wurden nicht mehr von Polizeimannschaftswagen gesichert.