"Medizin am Abend": Alterssichtigkeit kann korrigiert werden
Von Birgit Sommer
Heidelberg. Kaum ist man in der Mitte des Lebens angelangt, lässt die Sehschärfe nach. Die Alterssichtigkeit beginnt. Das Auge kann sich der Nähe immer weniger anpassen, die Elastizität der Linse geht verloren, die Muskeln, mit denen sie verändert wird, verlieren ihre Kraft. "Wo ist meine Lesebrille?", heißt es dann. So lautet auch der Titel des nächsten Vortrages bei "Medizin am Abend" von Universitätsklinikum und RNZ am Mittwoch, 21. März, um 19 Uhr im Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400.
Prof. Gerd Auffarth, der Ärztliche Direktor der Heidelberger Universitäts-Augenklinik, wird von den neuesten Möglichkeiten berichten, wie man dem Sehproblem begegnen kann, wenn man für die Nähe keine Brille aufsetzen will - oder sich etwa als Frau nicht mehr richtig schminken kann, weil man sich im Spiegel nur noch unscharf sieht.
Einfach haben es laut Auffahrt die Kurzsichtigen. Auch im Alter können sie ohne Brille lesen. Für Weitsichtige wird es schon sehr anstrengend. "Sie bekommen schnell Probleme mit Müdigkeit, Augenschmerzen oder Trockenheit", sagt der Mediziner. Auch Normalsichtige gehen irgendwann zum Augenarzt, weil sie nicht mehr gut lesen können.
Wenn die Lesebrille zum Ausgleichen nicht infrage kommt und das Hantieren mit multifokalen Kontaktlinsen nicht gefällt - im Universitätsklinikum findet sich ein weltweit anerkanntes Zentrum für Korrekturen der Alterssichtigkeit durch Operationen am Auge. Man könnte die Augen unterschiedlich lasern - eines kurzsichtig, eines weitsichtig -, sodass im Zusammenspiel im Gehirn die richtige Sehschärfe entsteht. Das ist auch das Prinzip, wenn der Mediziner Muster in die Linse einlasert. Raffiniert klingt die Technik, wenn Implantate in eine Hornhauttasche eingebracht werden. Wie das geht, wird Prof. Auffahrt bei "Medizin am Abend" genau zeigen. Und dann gibt es noch den Austausch der Linsen, quasi eine vorgezogene Star-Operation, bei der die neue Kunstlinse verschiedene Entfernungen scharf abbilden kann.
Auch den "Heiligen Gral der Augenheilkunde" (Auffarth) wird der Experte vorstellen: Eine Kunstlinse, die sich über die Muskeln auf verschiedene Entfernungen einstellen lässt. Es gibt Prototypen und natürlich Studien dazu in Heidelberg. Schließlich weiß der Augen-Experte noch davon zu berichten, dass manchmal einfach das psychische Profil des Patienten nicht zur ausgewählten Linse passt.