Studierendenwerk: Rechnungshof fordert Sparkurs für Studierendenwerke
Heidelberg. (hol) Rund 21 Millionen Euro schießt Baden-Württemberg jährlich seinen Studierendenwerken zu - zu viel, findet der Landesrechnungshof. Die acht Anstalten des öffentlichen Rechts betreiben unter anderem Mensen und Studentenwohnheime. Durch Sparmaßnahmen ließe sich der Zuschuss ab 2020 gut halbieren, so die Rechnungsprüfer. So soll künftig nur noch eine Stelle Bafög-Anträge aus dem ganzen Land bearbeiten. Dadurch ließen sich bis zu 70 Vollzeitstellen einsparen - gut ein Drittel der bisher notwendigen 227.
Daneben schlagen die Prüfer vor, den Kostendeckungsgrad der Mensen von derzeit 65 Prozent auf 70 Prozent zu erhöhen - etwa dadurch, dass stark defizitäre Einrichtungen schließen und die Preise für Gäste und Mitarbeiter steigen.
Andere Vorschläge würden sich auch im Geldbeutel der Studenten bemerkbar machen: So könnten die Mieten in Wohnheimen sozial gestaffelt steigen - weil, so das Argument, nicht mehr nur Bedürftige ins Wohnheim ziehen. Auch könnte der Semesterbeitrag (landesweit durchschnittlich 50 Euro) um zehn Euro steigen, ohne an den bundesweiten Wert von 68 Euro heranzukommen. Auch sollen die Studentenwerke ihre Rechtsberatung oder kulturelle Angebote abschaffen und Kinderbetreuungsplätze nur noch strikt in dem Maß anbieten, wie sie für Studenten mit Kindern gebraucht werden.
Zudem sollen die Studierendenwerke Mannheim und Heidelberg fusionieren - mittelfristig könnte es sogar nur noch drei regionale Anstalten im ganzen Land geben. Das würde laut den Rechnungsprüfern 2,5 Millionen Euro einbringen - was die Betroffenen aber bezweifeln. "Zwischen den Studierendenwerken Mannheim und Heidelberg besteht Einigkeit, dass das nicht zielführend ist", sagte der Mannheimer Geschäftsführer Peter Pahle gestern auf RNZ-Anfrage. "Ich weiß nicht wie man da auf Millionen kommen will", so Pahle mit Verweis auf Umsätze von 15 Millionen Euro im Jahr. Zwar gebe es viel, was sich verbessern ließe - zum Beispiel funktioniere die Bafög-Software schlecht. "Aber sicher nicht durch eine Fusion."
Auch das Wissenschaftsministerium hat Zweifel an weitergehenden Plänen geäußert, aber zumindest zugesagt, die Fusion Heidelberg-Mannheim zu prüfen.
Von der Heidelberger Geschäftsführung war am Montag keine Stellungnahme zu bekommen. Schon im Vorfeld haben die Studierendenwerke allerdings klar gemacht, dass sie eine Mieterhöhung oder das Zusammenstreichen ihrer kulturellen Angebote ablehnen.