Strategiewochen, Arbeitsstunden, Absagen: So lief die Organisation des Heidelberger Symposiums
Von Inga Jahn
Heidelberg. In geiner Woche ist es soweit: Mit einer Vernissage wird das 31. Heidelberger Symposium am Mittwoch, 22. Mai, ab 20 Uhr eröffnet. "Das Ziel ist jetzt schon zum Greifen nah. Einerseits freue ich mich, andererseits bin ich auch echt nervös", erzählt Rebecca Militz, die das Symposium gemeinsam mit 22 anderen Studenten in diesem Jahr organisiert. Rund ein Jahr nahm die Vorbereitung in Anspruch. "Natürlich bleibt die Uni da auch mal auf der Strecke", so Militz. Das sei aber gar nicht schlimm, denn immerhin erweitere die Arbeit den eigenen Horizont.
Drei Strategiewochenenden und zahlreiche Arbeitsstunden waren auch in diesem Jahr notwendig bis Thema, Referenten und Veranstaltungsablauf feststanden. "Schwer war es schon, sich manchmal auf genaues zu einigen", schmunzelt Fabian Oppel. Er selber sei erst nach der Entscheidung für das diesjährige Thema "von WELTen" zur Gruppe gestoßen.
"Ich habe davor in Mannheim studiert", erzählt er. Das Heidelberger Symposium fand er sofort spannend und wollte Teil der Organisation werden. "Hier habe ich die Chance bekommen, inhaltlich und organisatorisch etwas zu machen, was ich wirklich interessant finde", so der Germanistikstudent. Außerdem sei es eine gute Gelegenheit, Studenten unterschiedlicher Fächer kennenzulernen.
"Die Gespräche mit den ganzen Studenten, aber natürlich auch mit den Experten machen das Symposium zu etwas wirklich Besonderem", findet Selina Gerst, die im vergangenen Jahr als Teilnehmerin so begeistert war, dass sie in diesem Jahr mitorganisieren wollte. Anderen eine "schöne Zeit zu bescheren", seine Ideen und Interessen in eine Veranstaltung umzusetzen, sei eine außergewöhnliche Möglichkeit.
"Froh ist man dann aber irgendwie auch, wenn der ganze Wahnsinn dann mal vorbei ist", gibt Oppel zu. Jetzt, nachdem er selbst geholfen habe, könne er sich gut vorstellen, warum das Organisationsteam des Studentenkongresses jedes Jahr komplett neu besetzt wird: "Es ist einfach so, dass wir viel Zeit investieren. Da muss man auch mal Krach zuhause aushalten", schmunzelt er. Rückblickend seien es zwischen zehn und 15 Stunden gewesen, die er pro Woche aufgebracht habe.
Und doch ist man nie auf alles vorbereitet: So sagte Hans-Christian Ströbele, ehemaliges Mitglied des Bundestages, in der vergangenen Woche seinen Eröffnungsvortrag am Donnerstag, 23. Mai, kurzfristig ab, weil er krank ist. "Natürlich denkt man dann erstmal ‚Oh, Mist!‘", gibt Militz zu, die im Referententeam für das Symposium potenzielle Redner kontaktiert hat. "Mit Franziska Brantner haben wir aber sicher eine passende Alternative gefunden", fügt Gerst hinzu.
Kurz vor Beginn heißt es für Gerst, Oppel und Militz nun: Waffeln verkaufen, Kaffee ausschenken und ganz nebenbei mit Studenten über das Symposium ins Gespräch kommen - und ihnen vielleicht ein Ticket verkaufen. Dafür stehen sie oder andere Teammitglieder täglich von 12 bis 14 Uhr mit Infoständen am Marstall, an der Triplexmensa, am Campus Bergheim und der Zentralmensa. "Manche bleiben stehen, weil ihnen der Name unseres Schirmherren, Noam Chomsky, etwas sagt. Die meisten finden aber unsere Themen interessant", so Oppel. Im besten Fall sind auch ihre Nachfolger dabei: "Wir freuen uns, wenn sich Studenten melden, die Lust haben, das nächste Symposium zu organisieren", betont Gerst.
Info: Tickets für das Symposium ab Mittwoch, 22. Mai, für 35 (ermäßigt: 18) Euro sowie das Programm gibt es auch hier.