Mannheim: Diese beiden Kliniken sollen eigenständig bleiben
Von Heike Warlich-Zink
Mannheim. Direkt im Anschluss an Betriebsversammlungen haben die Vertreter der Diakonissen Speyer und der Barmherzigen Brüder Trier (BBT) die geplante Zusammenführung ihrer Krankenhäuser in Mannheim vorgestellt. Vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskartellamts, sollen ab 1. Dezember das Diakonissenkrankenhaus Mannheim sowie das Theresienkrankenhaus mit der St. Hedwig-Klinik unter dem Dach der BBT-Gruppe agieren.
Dafür werden die Diakonissen Speyer ihre Gesellschaftsanteile am Diakonissenkrankenhaus Mannheim GmbH vollständig an die BBT-Gruppe übertragen. Die Kliniken sollen eigenständig bleiben, durch eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung ihr Leistungsangebot jedoch weiter qualifizieren und effizienter gestalten. Alle bestehenden Dienstverhältnisse bleiben unangetastet. Neue Arbeitsverträge werden nach Auskunft von BBT-Geschäftsführer Matthias Warmuth mit dem jeweiligen Krankenhaus abgeschlossen.
An eine Namensänderung des Diakonissenkrankenhauses denke man derzeit nicht. "Wir möchten die Kliniken zukunfts- und leistungsfähig aufstellen", erklärt Karlheinz Burger, Kaufmännischer Direktor der Diakonissen Speyer. Für die BBT-Gruppe, die zum 1. Januar 2019 offiziell neuer Eigentümer von Theresienkrankenhaus und St. Hedwig wurde, habe von Anfang an festgestanden, dass sie am Standort Mannheim weiter expandieren wolle, so Albert-Peter Rethmann, Sprecher der Geschäftsführung.
Evangelische Klinik, katholische Trägerschaft
Eine Antwort auf die Frage, ob künftig bestimmte Angebote ausgebaut oder an einem der Standorte konzentriert werden, beantworten die Verantwortlichen dahingehend, dass die entsprechende Strategie erst noch erarbeitet werden müsse. Wie die Kliniken von ihrem Zusammenwirken unter einem neuen, gemeinsamen Dach profitieren können, soll daher in den nächsten Monaten entwickelt werden. "Nicht am grünen Tisch in Koblenz oder Trier, sondern vor Ort", betont Rethmann, und Warmuth rechnet damit, dass es frühestens zur Jahresmitte 2020 größere Veränderungen geben wird. "Uns ist wichtig, dass sich die Häuser in ihrem medizinischen und pflegerischen Profil ergänzen und gemeinsam weiterentwickeln", lautet der Tenor.
Rethmann spricht zudem von einem starken Verbund, der von großer innerer Übereinstimmung getragen sei. "Dass ein katholischer Träger ein evangelisches Haus führt, dafür gibt es in der Bundesrepublik kaum Vergleichsfälle", erklärt er. In der BBT-Gruppe wisse man, wie wichtig das Diakonissenhaus für die evangelische Kirche Mannheim sei. "Mit der Zusammenführung der Krankenhäuser wird ökumenischer Geist sichtbar", betont der BBT-Sprecher und ergänzt, dass wie bisher auch Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften sowie Menschen ohne Religionszugehörigkeit als Mitarbeiter beschäftigt würden - sofern diese den christlichen Auftrag grundsätzlich mittragen.