Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um Neukundenangebote beim Tagesgeld. Wer etwas Geld auf der hohen Kante hat, es aber auf dem Girokonto liegen lässt, nimmt in Kauf, dass es mit der Inflation stetig etwas weniger wert wird. Besser ist es, dieses Geld auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto zu parken. Tagesgeld hat den Vorteil, dass es wie das Geld auf dem Girokonto täglich verfügbar ist – und zusätzlich Zinsen abwirft. Ein t-online-Leser wollte in dem Zusammenhang wissen, was Neukundenangebote beim Tagesgeld wirklich taugen. Er war auf das Angebot der Postbank im Juli und August aufmerksam geworden: 2,5 Prozent für sechs Monate sollten Neukunden erhalten, die mindestens auf ein Tagesgeldkonto einzahlten. Diese Aktion ist beendet. Es gibt jedoch viele andere. So werben derzeit etwa bekannte Direktbanken wie die ING, die Consorsbank oder die spanische BBVA mit Zinsen zwischen 2,5 und 3 Prozent. Die Angebote richten sich stets an Neukunden und sind auf wenige Monate befristet. "Wo ist da der Haken?", fragt sich der Leser. Nach der Aktion sinken die Zinsen Der erste und größte Nachteil solcher Neukundenangebote liegt tatsächlich in der zeitlichen Befristung der Angebote. Ist der Aktionszeitraum, also oft die vier oder sechs Monate, vorüber, sinken die Tagesgeldzinsen häufig auf weniger als 1 Prozent ab. Das ist zwar besser als nichts, kann aber die Inflation von 2,2 Prozent (August 2025) nicht ausgleichen. Die Kunden müssen dann überlegen, ob sie der Bank dennoch treu bleiben oder zu einem attraktiveren Zinsangebot weiterziehen. Das bedeutet, das Konto zu schließen und bei einer anderen Bank ein neues zu eröffnen. Das ist heute nicht mehr so kompliziert wie früher und geht meist digital. Dennoch kostet dieses "Konto-Hopping" Zeit und Nerven. Ziel der Banken ist es, Sie als Kunden zu halten und Ihnen andere Dienstleistungen anzubieten, also etwa ein Girokonto, eine Kreditkarte oder einen Konsumkredit. Mit Letzterem verdienen viele Banken Geld. Auch Konto und Karte gehen oft mit Gebühren einher. Rechnen Sie damit, dass die Bank Sie ab sofort regelmäßig kontaktiert. Frag t-online: Warum gibt es gute Tagesgeldzinsen oft nur für Neukunden? Lesen Sie auch: Kann ich vom Tagesgeldkonto Geld abheben? Wie geht es besser? Wer diese Nachteile vermeiden will, kann sich auch nach einem Tagesgeldkonto mit dauerhaft guten Zinsen umsehen. Welche Banken so etwas bieten, ermittelt regelmäßig der Geldratgeber "Finanztip". Seit einem Jahr bietet demnach die niederländische Ayvens Bank gute Tagesgeldzinsen; derzeit liegen diese allerdings "nur" noch bei 1,8 Prozent. Das zeigt: Derzeit ist es schwer, ohne "Konto-Hopping" die Inflation zu schlagen. Tagesgeldzinsen orientieren sich immer am Einlagenzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieser liegt derzeit bei zwei Prozent – viel mehr ist bei seriösen Angeboten im Moment nicht drin. Frag t-online: Tagesgeld versus Fonds – Was schützt besser vor Inflation? Lesen Sie auch: Wie sicher sind Geldmarktfonds? Fonds als Alternative Eine Alternative könnten sogenannte Geldmarkt-ETFs sein. Auf dem sogenannten Geldmarkt leihen und verleihen Banken, Unternehmen oder Staaten kurzfristig – teils über Nacht – Geld zu einem Zins, der häufig etwas höher liegt als der Einlagenzins der EZB . Geldmarkt-ETFs bilden diesen Zins ab und bringen derzeit etwa 2,6 Prozent Zinsen pro Jahr. Der Geldratgeber "Finanztip" empfiehlt unter anderem den ETF von Xtrackers (ISIN: LU0335044896), der Erträge wie Zinsen an Anleger ausschüttet. Und die Risiken? Wie Tagesgeld ist Ihr Geld flexibel verfügbar, denn die ETFs können Sie täglich an der Börse verkaufen. Sie können jedoch leicht im Wert schwanken. Das investierte Geld fällt nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung, sondern ist Sondervermögen . Geht der ETF-Anbieter pleite, ist Ihr Geld geschützt und gehört weiter Ihnen.