Er ist ein Ausgestoßener, darf aber noch auf dem Privatgelände der Königsfamilie leben. Und wie steht es um Andrews Finanzen? Eine Expertin ordnet ein. Andrew Mountbatten-Windsor musste im Februar aufgrund seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal sein langjähriges Zuhause Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor verlassen. Inzwischen lebt er im Cottage Wood Farm. Königshausexpertin Julia Melchior hat t-online erklärt, wie der Ex-Prinz heute finanziell aufgestellt ist. Melchior sagt: "Er hat jetzt mit 66 Jahren das Rentenalter erreicht und bekommt die gesetzliche Rente für seine Dienstjahre bei der Royal Navy." Die Rente im Vereinigten Königreich beträgt aktuell umgerechnet 264 Euro in der Woche, also knapp über 1.000 Euro im Monat. Hinzukommt die Pension für seine Zeit bei der Marine in den Jahren zwischen 1979 und 2001: Laut "Guardian" handelt es sich dabei um eine Summe von umgerechnet gut 23.000 Euro im Jahr. Diese Einkommensquelle von Andrew Mountbatten-Windsor ist als einzige offiziell angegeben. Ansonsten mangelt es an Transparenz. "Möglicherweise hat er geerbt. Aber darüber ist nichts bekannt. Das wird auch immer wieder kritisiert, dass die Testamente eines jeden Briten einsehbar sind, nicht aber die eines verstorbenen Mitglieds der Königsfamilie", erklärt Julia Melchior. "Bei seinem Lebenswandel nicht viel übrig" Feststeht hingegen, welcher Geldhahn für den ehemaligen Prinzen zugedreht wurde: "Seine Apanage aus dem Königshaus wurde vor Jahren eingestellt, als er seine Ämter niederlegte." Bei einer Apanage handelt es sich um eine Zuwendung in Form von Geld oder Grundbesitz an nicht regierende Mitglieder eines Königshauses. Julia Melchior ist sich sicher: "Davon wird bei seinem Lebenswandel auch nicht viel übrig sein." Tatsächlich lebte Mountbatten-Windsor jahrzehntelang ein Luxusleben, finanziert durch schätzungsweise 15 Millionen Euro, die er für königliche Verpflichtungen zwischen 1978 und 2019 aus der Staatskasse bekam – und durch unlautere Mittel, mysteriöse Einnahmequellen und Deals mit umstrittenen Geschäftsleuten und Politikern, etwa mit dem Schwiegersohn des kasachischen Diktators . Laut der englischen "Times" gehören – oder gehörten – Andrew Mountbatten-Windsor mehrere Rolex-Uhren, Cartier-Schmuckstücke und eine Patek-Philippe-Uhr im Wert von 173.000 Euro. Er liebt teure Autos und kaufte 2014 ein Chalet in der Schweiz – für gut 21 Millionen Euro. Er lebte lange in einem 30-Zimmer-Anwesen Hinzukam über viele Jahre hinweg der Unterhalt für die Royal Lodge, ein Herrenhaus mit 30 Zimmern. Zwar bezahlte er dafür keine Miete. Doch für die Pacht wurden 2003 umgerechnet 1,2 Millionen Euro gefordert. Zudem verpflichtete sich Andrew Mountbatten-Windsor damals, 8,6 Millionen Euro für die Instandhaltung und Renovierung aufzuwenden. Ob er das getan hat, ist fragwürdig. Das Haus soll in einem schlechten Zustand sein, die Renovierungskosten belaufen sich laut "Guardian" auf 2,3 Millionen Euro. Andrew Mountbatten-Windsor: Er verliert weiteren Wohnsitz "Außenwelt ausgeblendet": Andrew fühlt sich "brutal behandelt" Anfang des Jahres musste Mountbatten-Windsor aufgrund seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal das Anwesen verlassen. Heute lebt er zurückgezogen auf dem Gelände von Sandringham, das im Privatbesitz der Königsfamilie ist. Gerade berichtete die britische BBC, dass er den Pachtvertrag für ein weiteres Anwesen aufgegeben habe: den der East Lodge, unweit von Windsor gelegen. Dafür habe er dem Bericht zufolge im Jahr gut 15.000 Euro an den Crown Estate – ein Portfolio aus Ländereien und Immobilien, das zwar der britischen Krone gehört, aber unabhängig verwaltet wird und seine Einnahmen an den Staat abführt – gezahlt. Damit spart Andrew Mountbatten-Windsor im Vergleich eher wenig Geld. Denn trotz seines nun zurückgezogenen Lebens hat er weiterhin Kosten zu tragen. Etwa jene für seine Sicherheit. Dabei handelt es sich angeblich um mehr als 3,5 Millionen Euro pro Jahr. König Charles III. kommt nicht länger dafür auf und stellte Berichten zufolge auch eine jährliche Zuwendung im vermutlich unteren siebenstelligen Bereich an seinen Bruder ein. "Im britischen Establishment ist er tot" Viel unternehmen, wofür ansonsten Geld benötigt wird, kann Andrew Mountbatten-Windsor heute aber wohl ohnehin nicht mehr. Julia Melchior sagt: "Es wird für ihn nie wieder so sein, wie es mal war. Er kann nicht mehr unter die Leute gehen. Seine Familie und seine Freunde haben sich von ihm abgewendet, sein schlechtes Image färbt ab. Im britischen Establishment ist er tot." Möglicherweise unterstützen ihn seine beiden Töchter, Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie, finanziell: "Inwieweit Beatrice und Eugenie für ihren Vater da sein werden, wird sich zeigen", betont Julia Melchior. Andrew Mountbatten-Windsor stand dem verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein , der mit seiner Partnerin Ghislaine Maxwell einen Missbrauchsring betrieben hat, sehr nah. Die inzwischen verstorbene Virginia Giuffre, das bekannteste Opfer Epsteins, warf Mountbatten-Windsor Missbrauch vor, was er bestreitet. Mehrfach taucht der Ex-Royal auch in den sogenannten Epstein-Akten auf, die die US-Regierung veröffentlicht hat. Im vergangenen Jahr nahm König Charles III. seinem Bruder unter anderem den Prinzentitel. Seither heißt er nur noch Andrew Mountbatten-Windsor. Die vorübergehende Festnahme Am 19. Februar, seinem 66. Geburtstag, nahm die Polizei Mountbatten-Windsor in seinem derzeitigen Wohnsitz in Sandringham in der Grafschaft Norfolk fest. Ihm wird Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen. In seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter soll er Informationen an Epstein weitergeleitet haben. Er wurde nach mehreren Stunden aus der Haft entlassen. Die Polizei ermittelt weiter gegen ihn. Inzwischen erwägt die britische Regierung, ihn aus der Thronfolge auszuschließen, deren achten Rang er derzeit einnimmt. Der Skandal um Andrew Mountbatten-Windsor hatte schon vor mehreren Jahren an Fahrt aufgenommen. 2019 gab er im Zuge dessen der BBC ein Interview, mit dem er nur noch weiter in Ungnade fiel. Danach wurden seine offiziellen Zahlungen aus dem Sovereign Grant eingestellt.