Nach Prozess in Spanien: "Horrorhaus"-Prozess: Haftstrafe für deutsche Eltern
Zwei Deutsche sollen ihre drei Kinder jahrelang in einem verwahrlosten Haus isoliert haben – das erschütterte in Spanien selbst erfahrene Ermittler. Das Urteil fällt nun aber milder aus als gefordert.
Ein deutsches Elternpaar ist in Spanien unter anderem wegen psychischer Gewalt gegen seine drei Kinder zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Das Provinzgericht in Oviedo sprach den Mann (54) und die Frau (49) auch wegen Vernachlässigung schuldig, wie die Justiz in Oviedo in der nordspanischen Region Asturien mitteilte.
Vom schwerwiegenderen Vorwurf der Freiheitsberaubung seien beide hingegen freigesprochen worden, hieß es. Damit ging das Elternpaar einer deutlich längeren Strafe aus dem Weg: Bei der mehrtägigen mündlichen Verhandlung im März hatte die Staatsanwaltschaft für den Deutschen und die Deutsch-Amerikanerin eine Haftstrafe von jeweils 25 Jahren und vier Monaten gefordert.
Zudem untersagte das Gericht den Eltern unter anderem für drei Jahre und vier Monate die Ausübung der elterlichen Sorge sowie jeden Kontakt zu den Kindern. Sie dürfen sie sich den drei Minderjährigen nicht auf weniger als 300 Meter nähern. Zusätzlich wurden sie zur Zahlung einer finanziellen Entschädigung von jeweils 30.000 Euro pro Kind verpflichtet.
Eltern hatten Angst vor Ansteckungen
Das Paar hatte seine Kinder nach Behördenangaben dreieinhalb Jahre lang in Oviedo in einem Haus voller Müll eingesperrt. Die Eltern beteuerten ihre Unschuld und behaupteten, sie hätten ihre Kinder vor der Außenwelt isoliert, um sie vor einer Ansteckung mit Krankheiten wie Corona zu schützen.
Die Kinder, damals acht Jahre alte Zwillinge und ein zehn Jahre alter Junge, wurden Ende April 2025 befreit, nachdem eine Nachbarin die Polizei alarmiert hatte. Ermittler sprachen von einem "Horrorhaus".