Deutschland diskutiert über eine Reform der Einkommensteuer. Die Koalition will vor allem die Mitte entlasten. Doch wer gehört noch dazu und wer zählt schon zu den Reichen? Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat am Dienstag neue Zahlen zur Steuerpolitik in Deutschland veröffentlicht. In dem 92-seitigen Dokument finden sich unter anderem die aktuellen Daten, ab wann man in Deutschland zu den Top-Verdienern zählt und damit den höchsten Steuersatz zahlen muss. Die Zahlen kommen zu einer Zeit, in der ohnehin über eine große Reform der Einkommensteuer diskutiert wird. Vor allem die SPD möchte die Spitzenverdiener stärker in die Pflicht nehmen, damit die unteren Einkommensgruppen weniger zahlen müssen. Das BMF liefert nun Daten, wen das treffen würde. Ab diesem Einkommen gehören Sie zu den Reichen Entscheidend für den Steuersatz ist das zu versteuernde Einkommen (und nicht das Bruttogehalt). Die Höhe des zu versteuernden Einkommens lässt sich pauschal aber nicht bestimmen, da sie von sehr vielen Faktoren und vom Einzelfall abhängt. Dazu zählen Werbungskosten, Betriebsausgaben und sämtliche andere Posten wie außergewöhnliche Belastungen, Einkünfte aus Vermietungen oder andere Sonderausgaben. Mehr dazu, wie man das zu versteuernde Einkommen berechnet, lesen Sie hier. Trotzdem liefern die BMF-Zahlen interessante Einblicke zu der Höhe der Einkünfte, ab der in der Regel ein bestimmter Steuersatz greift. So hat das obere ein Prozent der Steuerpflichtigen Einkünfte ab 295.299 Euro im Jahr. Das entspräche einem monatlichen Einkommen von 24.608,25 Euro. Für diese Gruppe gilt der Reichensteuersatz in Höhe von 45 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Die nächste Gruppe der ausgewiesenen Steuerpflichtigen sind die oberen fünf Prozent. Sie erzielt jährliche Einkünfte ab 149.991 Euro, also 12.499,25 Euro im Monat. Zum Vergleich: Die unteren 50 Prozent der Steuerpflichtigen haben Jahreseinkünfte von maximal 40.567 Euro, das sind monatlich 3.380,58 Euro. Damit verdient das obere ein Prozent der Steuerpflichtigen mehr als das Siebenfache dessen, was die unteren 50 Prozent verdienen. Prozent der Steuerpflichtigen Einkünfte ab 1 295.299 Euro 5 149.991 Euro 10 111.491 Euro 15 91.562 Euro 20 78.358 Euro 25 68.505 Euro 30 60.846 Euro 35 54.485 Euro 40 49.249 Euro 45 44.702 Euro 50 40.567 Euro Wichtig zu wissen: Die in der Tabelle ausgewiesenen Einkünfte sind nicht die Bruttogehälter und auch nicht das zu versteuernde Einkommen. Es handelt sich um alle Einnahmen einer Einkommensgruppe abzüglich Werbungskosten und Betriebsausgaben. Es kann also sein, dass eine Person anhand der hier ausgewiesenen Einkünfte die Schwelle zum Spitzensteuersatz überschreitet , in der Realität aber noch darunter liegt. Die untersten 20 Prozent der Steuerpflichtigen erzielen jährlich maximal 18.452 Euro. Wer ein zu versteuerndes Einkommen von unter 12.348 Euro im Jahr verdient, zahlt keine Steuern. Das ist der Grundfreibetrag . Bei Verheirateten zählt der doppelte Grundfreibetrag. SPD will Steuern für Vermögende erhöhen Bundesfinanzminister Lars Klingbeil will Reformen bei der Einkommen- und Erbschaftsteuer vorantreiben und knüpft dies an eine stärkere Belastung von Top-Verdienern. "Es kann keine Einkommensteuerreform geben, bei der nicht auch die Spitzenverdiener in diesem Land mehr bezahlen müssen", sagte der SPD-Co-Chef am Montagabend beim Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Berlin . Entlastungen seien bei Menschen nötig, die zwischen 2.500 und 4.000 Euro im Monat verdienten. Dies werde angesichts der Staatsfinanzen nur funktionieren, wenn "oben die Menschen bereit sind, mehr Verantwortung zu übernehmen". Teile der CDU lehnen eine höhere Besteuerung von Spitzenverdienern ab. Andere hingegen sind offen für einen Kompromiss. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hält etwa eine höhere Besteuerung reicherer Menschen für nötig. "Natürlich werden wir nicht umhinkommen, auch an der Vermögensteuer etwas zu tun", sagte der CDU-Politiker in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv.