Das neue Förderprogramm für Elektro-Neuwagen ist da. Drei Milliarden Euro stehen bereit. Doch das Geschenk der Bundesregierung stößt auf deutliche Kritik – und eine eindeutige Empfehlung. Wer ein Elektroauto kauft oder least, kann ab sofort eine staatliche Kaufprämie beantragen. Je nach Einkommen, Haushaltsgröße und Fahrzeugmodell zahlt der Staat zwischen 1.500 und 6.000 Euro . Gefördert werden Neuwagen mit einer Zulassung seit Anfang Januar 2026. Anspruch haben Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 80.000 Euro. Bei zwei oder mehr Kindern steigt die Grenze auf 90.000 Euro. Insgesamt fließen bis 2029 drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) in das Programm. Das reicht für rund 800.000 Fahrzeuge. Dudenhöffer: "Schade um das Steuergeld" An diesem milliardenschweren Programm gibt es jedoch scharfe Kritik. Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer , Direktor des Center for Automotive Research in Bochum , hält das gesamte Programm für überflüssig. "Das Geld hätte man sich sparen können. Das hätte der Markt selbst geregelt", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". "Schade um das Steuergeld, das nun an anderer Stelle wieder eingespart werden muss." Die Nachfrage nach Elektroautos zieht laut Dudenhöffer ohnehin eigenständig an. Er begründet diese Entwicklung mit den gestiegenen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs und mit sinkenden Neuwagenpreisen der Hersteller. Der Stromer gleiche sich preislich den Verbrennern an und könne Diesel und Benziner problemlos ersetzen. Auch das technologische Risiko beim Gebrauchtkauf hält Dudenhöffer für überwunden. Da Batterien länger halten, gehen Käufer bei einer geplanten Haltedauer von fünf bis sechs Jahren kein Risiko mehr ein. Marktdaten belegen Lücke im Gesetz Daten des Onlinemarktplatzes Autoscout24 stützen zumindest die Beobachtung, dass das Kundeninteresse hoch ist. Im April maß die Plattform den bislang höchsten Elektroanteil an der Nachfrage – sowohl beim Kauf als auch beim Leasing. Zwar ist dieser Effekt seit der Einführung der Spritpreisbremse Anfang Mai leicht abgeflacht. Die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos liegt aber weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau. Genau hier setzt die Kritik von Autoscout24-Deutschland-Vertriebschef Stefan Schneck an. Er bemängelt eine gravierende Lücke im Gesetz: Gebrauchte Elektroautos gehen komplett leer aus. Leasen statt kaufen Gerade für Käufer, die sich keinen Neuwagen leisten können, wäre das die wichtigste Unterstützung gewesen. Für Neuwagen-Interessenten hat der Experte mit Blick auf die aktuelle Marktlage dagegen einen klaren Rat: "Das schreit nach Leasing." Zumal viele Hersteller derzeit besonders günstige Leasingkonditionen bieten. Das Leasing-Modell lohnt sich für Sie... Der klassische Autokauf lohnt sich für Sie... ... wenn Sie immer die Kosten im Blick behalten wollen. ... wenn Sie das Auto möglichst viele Jahre sehr günstig fahren möchten. ... wenn Sie regelmäßig ein neues Modell fahren möchten. ... wenn Sie das Fahrzeug als Ihr freies Eigentum besitzen wollen. ... wenn Sie keine Sorgen mit dem Wiederverkauf haben wollen. ... wenn Sie unvorhersehbare Abrechnungen am Vertragsende scheuen. Der Grund liegt im hohen Wertverlust vieler Elektroautos. Wer least, nutzt die aktuelle Technik, ohne das Risiko eines späteren Preissturzes vollständig selbst tragen zu müssen. Und kann trotzdem die Prämie erhalten.