Der Großteil der deutschen WM-Startelf steht. Doch ein paar Plätze sind noch zu vergeben. Wer macht das Rennen? Aus Mainz berichtet Benjamin Zurmühl Eine WM hat die deutsche Nationalmannschaft in diesen Tagen bereits hinter sich gebracht: die Uno-Weltmeisterschaft. Das verriet Bundestrainer Julian Nagelsmann lächelnd am Samstag auf der Pressekonferenz vor dem deutschen Testspiel gegen Finnland (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei t-online). "Da wurden mehrere Räume unterhalten von ein paar Uno-Spielern. Da ging es anscheinend um ganz große Titel", sagte Nagelsmann, während sein Nebenmann Jamal Musiala lachte. Musiala hatte zu den Uno-Spielern gezählt und berichtete: "Es haben viele gewonnen. Leroy (Sané, Anm. d. Red.) hat zuerst gewonnen, aber es war lustiger, wer verloren hat. Einmal war es Flo (Wirtz), der musste dann etwas ganz Lustiges machen. Er musste zum Trainer gehen und etwas sagen." Was er ihm sagen musste, behielten Musiala und Nagelsmann aber für sich. Auf die Uno-WM folgt in zwei Wochen die Fußball-WM . Am 14. Juni, in exakt zwei Wochen, findet das deutsche Auftaktspiel gegen Curaçao statt. Wie die deutsche Mannschaft dann aussehen soll, zeichnet sich bereits ab. Acht Positionen sind mehr oder weniger vergeben. Drei Fragezeichen hat die deutsche Startelf noch. Anders als in der beliebten Hörspielserie heißen diese aber nicht Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, sondern defensives Mittelfeld, Rechtsaußen und Mittelsturm. Im Tor wird Manuel Neuer stehen, die Abwehr besteht aus David Raum (links), Joshua Kimmich (rechts) sowie Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck im Zentrum. Im defensiven Mittelfeld geht ein Platz an Aleksandar Pavlović und eine Reihe weiter vorn sollen Jamal Musiala und Florian Wirtz wie bei der Heim-EM 2024 zu "Wusiala" werden. Die restlichen Positionen ist umkämpfter. Das defensive Mittelfeld In der 4-2-3-1-Formation, in der die DFB-Elf grob angeordnet ist, ist neben Aleksandar Pavlović noch ein Platz frei. Als Favorit galt zuletzt Leon Goretzka , der zwar kein klassischer "Sechser" ist, dafür aber eine gewisse Dynamik in die Offensive mitbringt, die der Bundestrainer zu schätzen weiß. Denn mit Goretzka gibt es mehr Torgefahr bei eigenen Flanken, da der 31-Jährige gerne in den Strafraum drängt. Am Sonntag gegen Finnland wird aber Felix Nmecha neben Pavlović spielen, wie Nagelsmann erklärte. Dabei hatte er dieses Duo eigentlich ausgeschlossen. Zumindest sagte Nagelsmann in einem im März erschienenen Interview im "Kicker" auf die Frage, ob das Duo Nmecha/Pavlović nicht eine Lösung sei: "Wir brauchen für den offensiveren Part ein etwas anderes Profil, aber einer von beiden hat auf jeden Fall gute Chancen, zu spielen." Gegen Finnland will er sie dann doch zusammen testen. Ein Umdenken? Es bleibt abzuwarten. Weitere Kandidaten sind Angelo Stiller und Pascal Groß . Ersterer war im März zunächst noch außen vor. Nagelsmann sah Stiller nicht als Bankspieler, für die Startelf hatte er andere Namen im Sinn. Aufgrund personeller Ausfälle rückte der Stuttgarter dann doch in den Kader und spielte. Seine Kreativität ist seine Stärke, in Sachen Physis hat er gegenüber Nmecha und Goretzka einen Nachteil. Gleiches gilt für Pascal Groß, der ebenfalls mehr Stratege als Arbeiter ist. Eine sehr offensive Alternative wäre der Mainzer Nadiem Amiri , der gerade gegen tief verteidigende Gegner eine Lösung wäre. Der Sturm und der rechte Flügel Die beiden anderen Fragezeichen hängen zusammen, denn eine der beiden Positionen wird von Kai Havertz besetzt. Damit ist zu rechnen. Der 26 Jahre alte Offensivmann vom FC Arsenal wird von Julian Nagelsmann sehr geschätzt. Im März zählte er Havertz zu den Unterschiedsspielern im Team, bezeichnete ihn als "außergewöhnlich gut". Verletzungsbedingt musste der Bundestrainer das komplette Kalenderjahr 2025 auf ihn verzichten – und auch gegen Finnland wird Havertz fehlen. Das hat diesmal aber einen positiven Grund: Er spielte mit Arsenal am Samstagabend das Champions-League-Finale. Auf den zwei möglichen Havertz-Positionen spielen daher andere: Rechtsaußen beginnt Lennart Karl , im Sturmzentrum Deniz Undav. Wahrscheinlich ist, dass Julian Nagelsmann mit Havertz im Sturm plant. Nick Woltemade bekam bei Newcastle United zuletzt kaum Einsätze im Angriff, bei Deniz Undav hob Nagelsmann im März dessen Qualitäten als Joker hervor. Zudem wäre das deutsche Team mit Lennart Karl, Leroy Sané oder Jamie Leweling auf der rechten Außenbahn auch etwas schneller. "Wir haben verschiedene Profile der Spieler, je nachdem, was wir auch brauchen und was das Spiel verlangt", sagte Nagelsmann über den rechten Flügel und ergänzte: "Es machen alle, die für die Positionen infrage kommen, einen guten Eindruck." Dieser Eindruck soll sich auch in den kommenden Wochen bestätigen. Im Idealfall nicht nur in den Tests und bei Kartenspielen. So könnte Deutschland spielen: Baumann - Kimmich, Tah, Schlotterbeck, Raum (Brown) - Nmecha, Pavlović - Karl, Musiala, Wirtz - Undav