Mitten in einer Live-Sendung bricht beim WDR plötzlich das Bild ab. Der Grund: Ein Brand im Kölner Funkhaus zwingt den Sender zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Um kurz nach 17.25 Uhr wurde im WDR das Bild schwarz. Wer am Montagnachmittag beim Kölner Sender eingeschaltet hatte, sah zunächst nur das weiße WDR-Logo auf dunklem Hintergrund, dann die Tafel "Technische Störung: Gleich geht's weiter". Ein Laufband lieferte schließlich die Erklärung: "Sie sehen Ersatzprogramm wegen eines Feueralarms." Wie das Medienmagazin "dwdl.de" berichtete, hatte ein Brand im Kölner WDR-Gebäude "Rechtschule" die laufende Live-Sendung "Hier und heute" abrupt gestoppt und eine Evakuierung ausgelöst. Die Folgen waren noch Stunden später im Programm zu sehen. Reaktion auf AfD-Pläne: MDR unterbricht Programm für Warnung Das Gebäude "Rechtschule" ist ein Anbau des WDR-Funkhauses am Wallrafplatz in der Kölner Innenstadt, in dem unter anderem Studios des Senders untergebracht sind. Mitarbeitende hatten dort am Nachmittag Brandgeruch wahrgenommen. Ein mit Rauch gefülltes Treppenhaus löste mehrere Rauchmelder aus. Die Feuerwehr rückte an und konnte die Ursache offenbar schnell lokalisieren. Nach WDR-Angaben war es bei Dachdeckerarbeiten auf dem Flachdach zu einem Dehnungsfugenbrand gekommen: Spanplatten in den engen Fugen zwischen zwei Gebäuden hatten Feuer gefangen. Eine Zuluftöffnung in diesem Bereich saugte den Rauch ein und verteilte ihn im Gebäude. Für die Zuschauer lief zunächst eine Folge von "Grenzenlos köstlich" mit Björn Freitag und Tamina Kallert als Ersatzprogramm. "Es wird jetzt keiner mehr im Studio sein" Miriam Lange, die zum Zeitpunkt des Feueralarms für das Format "Hier und heute" vor der Kamera stand, filmte sich selbst beim Verlassen des Studios. Via Instagram-Story richtete sie sich an die Zuschauer: "Wir haben einen Feueralarm. Wir müssen jetzt nach draußen. Mal gucken, was passiert." Miriam Lange blieb ruhig und sagte: "Nicht wundern, es wird jetzt keiner mehr im Studio sein. Verrückt." Im Nachhinein stellte Lange einen Beitrag auf Instagram online und berichtete erneut über die Situation. Es sei für sie "der verrückteste Start in eine Sendewoche gewesen". Weiter verriet sie: "Noch nie in mehr als 20 Jahren musste ich aus einer laufenden Live-Sendung das Studio verlassen, ohne, dass ich den Zuschauern erklären konnte, was los ist." Im "Hier und heute"-Studio sei plötzlich "beißender Gestank" aufgekommen und "mitten in einem gerade anmoderierten Beitrag ging der Feueralarm im ganzen WDR-Gebäude los", so Lange. Die Situation habe sich "schräg" angefühlt. Feuer wurde vollständig gelöscht Auch die "Aktuelle Stunde" ab 18.45 Uhr lief nicht wie gewohnt. Susanne Wieseler und Michael Dietz moderierten die Nachrichtensendung nicht aus dem regulären Studio, sondern aus einer Passage im Lichthof der WDR-Arkaden, rund 100 Meter vom eigentlichen Studio entfernt. Beide waren in Privatkleidung zu sehen. Reporterin Estella Mazur berichtete per Schalte über den Vorfall. Um 20.15 Uhr teilte der WDR mit, dass der Brand selbst gelöscht sei. Die Entrauchung des Gebäudes dauerte jedoch an, weshalb auch "WDR aktuell" um 21.45 Uhr noch vom demselben Ausweichort gesendet wurde. In der Nacht zu Dienstag bestätigte die Feuerwehr nach einer erneuten Kontrolle, das Feuer vollständig gelöscht zu haben.