Der nächste Anbieter startet sein Altersvorsorgedepot und verspricht Anlegern drei Jahre ohne Gebühren. Doch was steckt hinter dem Angebot? Am 8. September 2026 startet die Smartbroker AG die Voranmeldung für ihr Altersvorsorgedepot (AVD). Interessierte können sich ab sofort über die Smartbroker+ App registrieren. Eigenen Angaben zufolge bietet es ein besonders kosteneffizientes Modell für Sparerinnen und Sparer an. Das Angebot richtet sich an Menschen, die langfristig Vermögen für ihre Altersvorsorge aufbauen möchten – und das nahezu ohne Gebühren. Besonders attraktiv: Im Standarddepot fallen zunächst weder Depotgebühren noch Kosten für Sparpläne oder Orderprovisionen an. Selbst die laufenden ETF-Kosten (TER) werden vollständig erstattet. Kostengünstiges Standarddepot: Alle Gebühren auf null Das Standarddepot des Berliner Onlinebrokers ist so konzipiert, dass Kundinnen und Kunden in den ersten drei Jahren keinerlei Kosten tragen müssen. Die wichtigsten Konditionen im Überblick: 0 Euro Depotgebühr 0 Euro Sparplankosten 0 Euro Orderprovisionen für Käufe und Verkäufe 0 Euro laufende ETF-Kosten (TER) Damit fließt jeder eingezahlte Euro direkt in die Altersvorsorge, ohne durch Gebühren geschmälert zu werden. Nach Ablauf der drei Jahre sollen die Depot-, Sparplan- und Ordergebühren weiterhin bei null bleiben, verspricht Smartbroker. Lediglich die Produktkosten der ETFs fallen dann an, wobei Smartbroker bewusst auf kostengünstige ETFs setzt, die voraussichtlich weniger als 0,15 Prozent pro Jahr kosten sollen. Für besonders aktive Kundinnen und Kunden, die mindestens 15 Trades pro Jahr im Hauptdepot von Smartbroker+ tätigen, erstattet das Unternehmen die ETF-Kosten sogar dauerhaft. Was ist überhaupt ein Standarddepot? Das Standarddepot ist eine gesetzlich definierte Form des Altersvorsorgedepots, die besonders einfach und übersichtlich gestaltet ist, erklärt Thomas Soltau, CEO von Smartbroker, der bis 2024 die Bundesregierung als Mitglied im Digital Finance Forum (DFF) bei der Konzeption des neuen Altersvorsorgedepots begleitet hat. Besser als Riester? So funktioniert die neue geförderte Altersvorsorge Beim AVD soll es Soltau zufolge nicht darum gehen, dass sich Sparerinnen und Sparer Gedanken machen, welches Produkt im Depot sein soll. Es gehe vielmehr um die grundsätzliche Frage, überhaupt ein Altersvorsorgedepot für den privaten Vermögensaufbau neben der staatlichen Rente zu besparen, so der Experte. Smartbroker bietet gleich drei Varianten des Standarddepots an, die sich dadurch unterscheiden, welche ETFs enthalten sind: MSCI World: Investiert in rund 1.300 Unternehmen weltweit, mit Schwerpunkt auf den USA. MSCI All Country World (ACWI): Eine Alternative zum MSCI World, die auch Schwellenländer stärker berücksichtigt. FTSE All-World: Der breiteste ETF im Angebot, mit über 4.000 Unternehmen weltweit. Alle drei Depots sind so gestaltet, dass Anlegerinnen und Anleger ihr Geld automatisch in einen der genannten ETFs investieren können. Zudem befindet sich in jedem Standarddepot ein zweiter ETF, der nicht in Aktien, sondern in Rentenprodukte investiert. Die prozentuale Aufteilung zwischen den ETFs kann bei der Eröffnung festgelegt und später angepasst werden. Mehr Flexibilität mit dem freien Altersvorsorgedepot Neben den Standarddepots bietet Smartbroker+ auch ein freies Altersvorsorgedepot an, das sich an Selbstentscheider richtet. Hier können Anlegerinnen und Anleger aus einer breiten Palette gesetzlich zugelassener Produkte wählen. Die wichtigsten Konditionen: 0 Euro Depotgebühr 0 Euro Sparplankosten 0 Euro Ordergebühren bei Ausführung über den Börsenplatz Gettex Im freien Depot können Sparerinnen und Sparer selbst entscheiden, in welche Fonds oder ETFs sie investieren möchten. Allerdings gibt es Einschränkungen: "Alles, was bis Risikoklasse 5 bei den Investmentprodukten kategorisiert ist, dürfen Anlegerinnen und Anleger kaufen. Gehebelte Produkte oder Einzelaktien sind jedoch ausgeschlossen", so Soltau. Wechsel zwischen Depots: Flexibilität mit Bedingungen Der Wechsel von einem Standarddepot in ein freies Depot ist möglich, jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft. Soltau weist darauf hin, dass der Wechsel immer zu einem Verkauf der Fondsanteile führt. "Das Cash wird dann ins neue Depot übertragen und kann dort neu angelegt werden. Innerhalb der ersten fünf Jahre nach Vertragsabschluss dürfen Anbieter bei einem Depotwechsel eine Gebühr bis zu 150 Euro verlangen", erklärt Soltau weiter, "aber wir werden solche Gebühren nicht erheben." Das wirkt sich steuerlich jedoch nicht aus, da die Kapitalertragsteuer bei Gewinnen entfällt. Wer bietet ebenfalls Altersvorsorgedepots an? Smartbroker+ ist nicht allein mit seinem Angebot. Andere Anbieter haben ebenfalls ihre Altersvorsorgedepots angekündigt. Gesetzliche Vorgabe unterboten: Nächster Anbieter nennt Kosten für neues Altersvorsorgedepot So bietet die Bank Scalable Capital ein Altersvorsorgedepot mit 0,15 Prozent laufenden Kosten pro Jahr im Standarddepot, die im ersten Jahr vollständig erlassen werden. Die Direktbank ING führt eine Warteliste für interessierte Kundinnen und Kunden und bereitet ETF- und Fondslösungen vor. Auch der Onlinebroker Trade Republic hat den Start eines Altersvorsorgedepots für 2027 bestätigt, hält sich jedoch mit genauen Konditionen bedeckt. Die großen Fondsgesellschaften Union Investment und Deka Investment planen eigene Fondsprodukte und haben vor allem aktiv gemanagte Fonds für das neue Altersvorsorgedepot angekündigt.