CNN bleibt im Weißen Haus ausgesperrt. Doch nun lässt sich ausgerechnet Melania Trump von einer Reporterin des Senders begleiten. Melania Trumps Büro hat dem Sender CNN offenbar eine Pressegenehmigung für ein Ereignis mit der First Lady erteilt – und damit eine bemerkenswerte Ausnahme von einem zuvor verhängten Ausschluss des Senders durch US-Präsident Donald Trump zugelassen. Donald Trump hatte erst vergangene Woche ein Verbot für mehrere Medien ausgesprochen: Der Nachrichtensender CNN, das Politikportal "Politico" und MS NOW wurden von der Berichterstattung aus dem Weißen Haus ausgeschlossen. Ihre Reporter verloren ihre Zugänge. Trumps Medienkrieg: Warum sich sogar Fox News mit CNN solidarisiert Kommentar zu Trumps Attacke auf Pressefreiheit: Das ist nicht sein Weißes Haus Die Maßnahme begründete Trump auf seiner Plattform Truth Social mit angeblichen "Fake News" – also falschen Nachrichten – und dem Vorwurf, die Sender verbreiteten "Fiktion und Lügen", wenn sie über ihn, seine Regierung oder die USA berichteten. Die drei Medienhäuser haben inzwischen Klage gegen Trump und führende Berater eingereicht – sie bewerten den Ausschluss als direkten Angriff auf die Pressefreiheit nach dem First Amendment, dem ersten Zusatzartikel zur Verfassung. Ein Gericht hat der Regierung aufgetragen, bis Dienstag zu reagieren. Trotz dieses Verbots erhielt nun die CNN‑Reporterin Betsy Klein eine Akkreditierung für einen Termin mit Melania Trump in New York . Laut "The Independent" bestätigte das Büro der First Lady, dass Klein für die Veranstaltung "Fostering the Future Together" am Dienstag eine Pressegenehmigung bekommen hat. Das Event findet am Rande der UN‑Generalversammlung statt und soll laut "USA Today" private Partnerschaften mit Technologieunternehmen hervorheben. Der Programmtitel "Fostering the Future Together" spielt dabei auf ein gemeinsames Fördern und Gestalten der Zukunft im Rahmen dieser Kooperationen an. CNN: "Kreative" Wege der Berichterstattung Klein arbeitet als Senior‑Reporterin im Weißen Haus für CNN. In der Vorwoche hatte sie berichtet, dass Secret‑Service‑Beamte ihren Presseausweis bei einem Kontrollpunkt am Weißen Haus nach Inkrafttreten des Presseverbots abgenommen hätten. Der Chef‑Medienanalyst von CNN, Brian Stelter, sprach in diesem Zusammenhang im Sender von bevorstehenden "kreativen" Wegen der Berichterstattung: Reporter würden versuchen, sich auf anderen Kanälen akkreditieren zu lassen – etwa über das Büro der First Lady. Der Fall Klein könnte genau diese Strategie bestätigen. Parallel zu der gerichtlichen Auseinandersetzung kündigte ein Verbund von Fernsehsendern an, die gemeinsame TV-Pool-Berichterstattung über Trump, bei der jeweils ein Sender im Rotationsprinzip für alle filmt und das Material teilt, vorerst auszusetzen. In einer Stellungnahme heißt es, die Öffentlichkeit habe ein "zentrales Interesse" an unabhängiger Information über ihre Regierung. Keine Administration solle Medien aufgrund missliebiger Berichterstattung einschränken. Auch führende Printmedien wie die "New York Times" oder die "Washington Post" fuhren am Montag aus Protest ihre Foto-Berichterstattung zurück. Das Team des US-Präsidenten startete daraufhin einen eigenen Kanal mit dem Namen "Trump TV". Wie das Weiße Haus mitteilte, soll der Stream täglich und rund um die Uhr laufen – "mit den besten Momenten aus der Vergangenheit, Ankündigungen sowie den neuesten und wichtigsten Nachrichten aus der Regierung."