Die ersten Wahllokale haben in den USA geschlossen. Die US-Regierung meldet Verstöße bei den Midterms 2026, Fragen bleiben aber offen. Die US-Einwanderungsbehörde ICE hat am Tag der US-Kongresswahlen mehrere Mitteilungen über Festnahmen wegen angeblichen Wahlbetrugs veröffentlicht. Unklar blieb zunächst, ob ein Zusammenhang zu den heutigen Midterms bestand. Die Vorwürfe betreffen laut den Posts auf der Plattform X teilweise Jahre zurückliegende Wahlen. Auch ob ICE-Beamte an Wahllokalen tätig wurden, war zunächst nicht bekannt. Die Behörde veröffentlichte etwa Bilder, die eine Finnin, eine Frau von den Philippinen und einen Kanadier zeigen sollen, die bei unterschiedlichen US-Wahlen abgestimmt haben sollen, aber kein Wahlrecht in den USA hätten. Im Vorfeld der zweitwichtigsten Wahlen in den USA hatten Bürgerrechtsorganisationen vor einer möglichen Einschüchterung von Wählern durch ICE gewarnt. Sie befürchteten, dass Einsätze oder Festnahmen in der Nähe von Wahllokalen sowie die Drohung damit Menschen mit Migrationshintergrund von der Stimmabgabe abhalten könnten. Zwischenwahlen in den USA: Alle aktuellen Meldungen Wegen Midterms-Berichterstattung: Trump geht auf seinen Lieblingssender los Justizministerium meldet 63 Anklagen Das US-Justizministerium hat am Montag Anklagen gegen 63 Personen im Zusammenhang mit illegaler Stimmabgabe, betrügerischer Wählerregistrierung und weiteren Wahldelikten im ganzen Land angekündigt, darunter vier Personen, die sich illegal im Land aufhalten. "Die heutige Ankündigung markiert die größte Welle von Festnahmen wegen Wahlbetrugs, seit Präsident Trump ins Amt zurückgekehrt ist", sagte Justizminister Todd Blanche. "Diese ausländischen Staatsangehörigen haben mutmaßlich das Vertrauen des amerikanischen Volkes ausgenutzt und sich über die Gesetze hinweggesetzt, die die Wahlen in unserem Land regeln. Dieses Justizministerium wird Wahlbetrug weiter verfolgen und strafrechtlich ahnden, um das Vertrauen in unser Wahlsystem wiederherzustellen." Unklar ist, ob die Angeklagten an der aktuellen Zwischenwahl teilgenommen haben oder teilnehmen wollten. Beobachter melden ruhigen Wahlverlauf bei den Midterms 2026 Wahlrechtsgruppen melden laut dem US-Sender CNN einen weitgehend normalen Ablauf des Wahltags im ganzen Land. Aarti Kohli vom Asian Law Caucus, der gemeinsam mit Common Cause 1.000 Beobachter in Kalifornien im Einsatz hat, sagte, die Beobachter der Gruppe berichteten "genau das, was wir zu sehen hoffen: Wähler, die ihre Stimme abgeben, Wahlhelfer, die ihnen helfen, und Probleme, die behoben werden". Das US-Justizministerium hatte 1.000 Beobachter in alle 50 Bundesstaaten entsandt. "Die allermeisten dieser Beobachter des Justizministeriums halten sich an die Regeln", sagte MacKenzie Walz von Promote the Vote MI in Michigan bei einem Briefing am Dienstagnachmittag. In Minnesota seien bei der Organisation Anrufe zu üblichen Problemen eingegangen, etwa zu fehlender Beschilderung an Wahllokalen, nicht aber Fälle von "flächendeckender Einschüchterung von Wählern", sagte Annastacia Belladonna vom Common-Cause-Verband des Bundesstaats. "In Minnesota läuft es bislang ziemlich normal", fügte sie hinzu. Wichtige US-Zwischenwahlen: Alle Ergebnisse der Midterms 2026 im Überblick Aktuelle Zahlen: Karte zeigt die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen Die Regierung von Donald Trump schürt immer wieder Zweifel daran, dass US-Wahlen rechtmäßig ablaufen, zuletzt vor den Kongresswahlen am Dienstag mit Blick auf die Abstimmung in demokratischen Bundesstaaten. Trump behauptet zudem weiterhin fälschlicherweise, er habe die Präsidentschaftswahl 2020 gegen den Demokraten Joe Biden gewonnen. Das ist mehrfach widerlegt. Die Demokraten werfen Trump vor, damit über eigene Manipulationspläne zugunsten seiner Republikaner hinwegtäuschen zu wollen. Sie haben nach eigenen Angaben rund 10.000 Freiwillige ausgebildet, die die Wahlen beobachten sollen. Trump verspricht eine Million Dollar bei Hinweisen auf "Wahlbetrug" Trump will nach eigenen Worten die Ergebnisse der Kongresswahlen akzeptieren – vorausgesetzt, es seien "ehrliche Wahlen". Er versprach jedem Bürger eine Belohnung von einer Million Dollar (knapp 900.000 Euro), der Hinweise auf "Wahlbetrug bei vergangenen Wahlen oder bei der anstehenden Zwischenwahl 2026 meldet". Das befeuerte Vermutungen, Trump könne die Ergebnisse als "manipuliert" hinstellen – besonders dann, wenn die Demokraten neben dem Repräsentantenhaus auch den Senat zurückerobern sollten.