Mosbach: Anklage wegen Tierquälerei auf Pferderanch
Mosbach. (pm/cao) Auf Grundlage von zwei zugespielten Videos hat die Tierrechtsorganisation Peta wegen Misshandlung eines Pferdes Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Mosbach gestellt. Mit Erfolg, wie Peta in einer Pressemitteilung schreibt: Nun habe die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Beschuldigten aus dem Main-Tauber-Kreis erhoben.
Die Videos aus dem Jahr 2020 zeigen, wie ein Pferd hinter einem Traktor hergezogen, auf einem Reitplatz unter Zwang eingeritten und dabei mehrmals mit Sporen in die Flanken getreten wird. Es seien deutliche, offenbar schmerzbedingte Abwehrreaktionen zu erkennen, betont Peta. Dem Video-Einsender zufolge würden auf der Ranch regelmäßig Pferde misshandelt und mit tierschutzwidrigen Mitteln "ausgebildet". Die Tierschutzorganisation fordert, dem Angeklagten die Genehmigung für die gewerbsmäßige Pferdezucht und -ausbildung zu entziehen.
"Die Videoaufnahmen geben einen Einblick in die Schattenseiten des Freizeitreitens. Vielen Reitern ist nicht bewusst, dass die meisten Pferde schon im jungen Alter misshandelt werden, bevor sie sich überhaupt widerstandslos reiten sowie Sattel und Zaumzeug anlegen lassen", so Peter Höffken, Fachreferent bei Peta. "Wir hoffen, dass der mutmaßliche Tierquäler hart bestraft wird."
Die Pferderanch betreibt die Aufzucht von Jungpferden und das Training für die Nutzung als Reitpferde. Auf der Internetseite wird mit "freundlicher Erziehung sowie einfühlsamem Training" und "Geduld und gegenseitigem Respekt" geworben. Doch Fälle wie dieser zeigten laut Peta, dass die Misshandlung von Pferden nicht nur Bestandteil des Profi-Pferdesports sei. Auch im Freizeitbereich würden die Tiere vielfach mit Gewalt und Zwang gefügig gemacht – oft mit tierschutzwidrigen Hilfsmitteln wie Peitsche und Sporen.
Werden die sensiblen Fluchttiere falsch oder mit gewaltsamen Methoden trainiert, könne dies zu lebenslangen körperlichen und psychischen Beschwerden führen. Pferde zeigten ihr Leid nicht nur durch offensichtliches Verhalten wie beispielsweise Scheuen. Daher sei es wichtig, auch in der Pferdeausbildung und -haltung nicht wegzusehen und Misshandlungen anzuzeigen. Oft seien Verhaltensstörungen und Apathie die Folge von falscher Haltung oder psychischer und physischer Misshandlung.
Laut Staatsanwaltschaft Mosbach sei bereits in der Vergangenheit gegen Verantwortliche der Ranch ermittelt und gegen einen Mann erst kürzlich ein Strafbefehl in Höhe von 800 Euro erwirkt worden.