Der Iran hat den USA offenbar eine Antwort auf einen Vorschlag zum Friedensschluss geschickt. Der US-Präsident ist davon wenig begeistert. Im zähen Ringen um einen Ausweg aus dem Iran-Konflikt hat US-Präsident Donald Trump die Antwort Teherans auf den US-Vorschlag als "vollkommen inakzeptabel" zurückgewiesen. "Sie gefällt mir nicht", schrieb der 79-Jährige am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social . Dem vorausgegangen war ein US-Vorschlag, die Kämpfe einzustellen, bevor über strittige Themen wie das iranische Atomprogramm verhandelt wird. Die iranische Regierung hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass man den Vorschlag aus den USA prüfe. Dabei handelt es sich um eine 14 Punkte umfassende Absichtserklärung. Deren Ziel ist es unter anderem, einen Rahmen für die zunächst 30 Tage dauernden Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg endgültig zu beenden. "Ich habe gerade die Antwort der sogenannten 'Vertreter' des Iran gelesen. Sie gefällt mir nicht – vollkommen inakzeptabel!", schrieb der US-Präsident am Sonntag. Zum Inhalt des Schreibens machte er keine Angaben. Die USA und Israel hatten den Iran am 28. Februar angegriffen. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe. Trump: Teheran lacht uns aus Bereits vor seiner Ablehnung der iranischen Antwort hatte Trump am Sonntag bei Truth Social geschrieben: "Der Iran hat mit den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt seit 47 Jahren Spielchen gespielt (Verzögerung, Verzögerung, Verzögerung!)." Teheran "lacht unser jetzt wieder großartiges Land aus", fügte er hinzu. "Ihnen wird das Lachen noch vergehen!" Die iranische Agentur Tasnim meldete unterdessen, Teheran fordere im Gegenzug ein sofortiges Ende des Krieges an allen Fronten, insbesondere im Libanon . Zudem verlange der Iran einen Stopp der US-Seeblockade, Garantien gegen weitere Angriffe sowie die Aufhebung der Sanktionen, einschließlich des US-Embargos für iranische Ölverkäufe. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge bot die Führung in Teheran an, einen Teil ihres hochangereicherten Urans zu verdünnen und den Rest in ein Drittland zu bringen. Pakistan , das in dem Konflikt vermittelt, hatte die iranische Antwort an die USA weitergeleitet. Der Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb am Sonntag mit Blick auf Trumps Unzufriedenheit mit der jüngsten Antwort auf X, der Iran habe weder jetzt noch in absehbarer Zeit vor, zu kapitulieren oder Washingtons Forderungen zu akzeptieren. Selbst bei Wiederaufnahme der militärischen Konfrontation sei nicht zu erwarten, dass Teheran seinen Kurs ändere. Die einzig realistischen Wege zu einer Einigung seien entweder ein Kompromiss bei zentralen iranischen Forderungen oder ein Regimewechsel im Iran. Für Letzteres müsste Washington enorme militärische, politische und wirtschaftliche Ressourcen bereitstellen. Unterdessen zeigte sich Trump zuversichtlich, dass die Vereinigten Staaten "irgendwann" das angereicherte Uran des Iran sichern würden. "Nun, wir werden das irgendwann bekommen, zusammen mit allem, was wir wollen", sagte er in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Nachrichtensendung "Full Measure". Das Material stehe "unter Beobachtung" der USA, behauptete Trump weiter. "Wenn sich jemand dem Ort nähert, werden wir davon erfahren, und wir werden ihn in die Luft jagen." Netanjahu: Krieg ist nicht vorbei Trotz der diplomatischen Blockade gab es in der Straße von Hormus eine leichte Entspannung: Der von Qatar Energy betriebene Tanker "Al Kharaitiyat" befuhr die Route sicher in Richtung Pakistan. Es war das erste katarische Schiff mit Flüssigerdgas, das die Meerenge durchquerte, seit die USA und Israel den Krieg am 28. Februar begonnen hatten. Zudem fuhr ein unter der Flagge Panamas fahrender Frachter auf einer von den iranischen Streitkräften ausgewiesenen Route durch die Wasserstraße. Die Sicherheitslage in der Region bleibt jedoch fragil. Am Sonntag meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Kuwait den Abschuss oder das Eindringen von Drohnen in ihren Luftraum. Trump steht unter wachsendem Druck, den Konflikt beizulegen. Der Krieg hat eine weltweite Energiekrise ausgelöst und treibt die Benzinpreise auch in den USA in die Höhe – ein heikles Thema für den Präsidenten, knapp sechs Monate vor den Kongresswahlen. Im Inland versuchen die Demokraten, ein Ende des Krieges über das Kriegsvollmachtgesetz zu erzwingen. Zudem wird Trump in dieser Woche zu einem Besuch in China erwartet. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte derweil, der Krieg sei nicht vorbei. Es müsse noch mehr getan werden, um angereichertes Uran aus dem Iran zu entfernen und die Raketenkapazitäten des Landes anzugehen, sagte er dem US-Sender CBS. Der beste Weg sei die Diplomatie, militärische Gewalt schloss er jedoch nicht aus. Auf internationaler Ebene formiert sich unterdessen eine Initiative zur Sicherung der Seewege. Großbritannien und Frankreich kündigten an, Kriegsschiffe in den Nahen Osten zu verlegen, um eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten, sobald sich die Lage stabilisiert hat. Der stellvertretende iranische Außenminister Kasem Gharibabadi warnte, eine Stationierung westlicher Kriegsschiffe unter dem Vorwand des Schutzes der Schifffahrt sei eine Eskalation und werde mit Gewalt beantwortet. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte daraufhin, Frankreich stehe zwar bereit, einen internationalen Einsatz zu unterstützen. Ein militärischer Einsatz zur gewaltsamen Öffnung der Meerenge sei jedoch nie geplant gewesen.