Nach dem Sieg über Elversberg hat Fortuna Düsseldorf im Abstiegskampf alle Trümpfe in der Hand. Verteidiger Tim Oberdorf spricht trotzdem eine deutliche Warnung aus. Partystimmung in der Arena, Stolz bei Spielern und Verantwortlichen – und doch treten alle bei Fortuna Düsseldorf kräftig auf die Euphoriebremse. Nach einer der besten Saisonleistungen hat sich die Mannschaft mit dem 3:1-Sieg über Elversberg für das letzte Spiel in Fürth zwar eine ausgezeichnete Ausgangsbasis erarbeitet. Mehr aber auch nicht, mahnt Tim Oberdorf. Der Verteidiger, der mit der Fortuna schon so vieles erlebt hat, fand nach der Partie klare Worte mit Blick auf das Saisonfinale. Es gibt aber auch vieles, was Oberdorf im engen Abstiegskampf Mut macht. Über erarbeitetes Glück und Intensität, Zusammenhalt und emotionale Stimmung spricht der 29-Jährige im Interview. t-online: Tim Oberdorf, sind Sie stolz auf die Mannschaft? Tim Oberdorf : Absolut! Zumal in unserer Situation nicht mehr viele darauf gesetzt hätten, dass wir gewinnen. Die Fans, den inneren Kreis und den ganzen Verein klammere ich da aber aus. Man hat gesehen, dass alle hier daran glauben. Und dass mit dem Glauben und in der Gemeinschaft mit den Fans hier im Stadion einiges gehen kann. Aber wir müssen das Ding jetzt auch zu Ende bringen. Es gibt noch keinen Grund, sich zurückzulehnen. Auf gar keinen Fall! Es ging nur darum, dass wir uns gegen Elversberg eine gute Voraussetzung für die nächste Woche schaffen. Für unser Endspiel haben wir uns jetzt eine gute Ausgangssituation erkämpft. Es sind einige Konstellationen möglich im Abstiegskampf. Rechenspiele verbieten sich aber für das Saisonfinale in Fürth? 3:1 gegen Elversberg: Itten schießt Fortuna zum Sieg – aber fehlt gegen Fürth Newsblog: Abstiegskampf: Ende setzt gegen Elversberg auf Mut Fortuna gegen Elversberg: Ende setzt auf mutigen Auftritt letzten Endes fahren wir nach Fürth und wollen das Spiel gewinnen. Es liegt in unserer Hand, wie die Saison ausgeht. Wir haben die ganze Zeit gesagt, dass wir ein gutes Gefühl haben, solange das so ist. Wir fahren dahin ohne irgendwelche Rechenspiele. Ist das vergangene Spiel gegen Elversberg dabei der Maßstab? Fortuna hat nicht nur gekämpft, sondern auch eine spielerisch starke Leistung gezeigt. Wir haben auch in der letzten Woche trotz der Niederlage ein ordentliches Spiel gemacht. Darauf wollten wir aufbauen. Es geht aber nur mit der Intensität gegen den Ball als Basis. Das haben wir über das ganze Spiel gut gemacht. Dass Elversberg hinten raus nochmal richtig drückt und man dann tiefer verteidigen muss, das gehört dazu. Aber über weite Strecken haben wir es weit weg vom eigenen Tor gehalten. Und dabei auch noch guten Fußball gespielt und die Tore schön herausgespielt. Das vorentscheidende 2:0 fiel genau zum richtigen Zeitpunkt. Wenn du kurz vor der Halbzeit das zweite Tor machst und mit einem noch besseren Gefühl in die Pause gehst, tut das natürlich gut. Wir wussten aber auch, dass es trotzdem noch ein hartes Stück Arbeit wird. Dass wir das dritte Tor auch relativ zügig nachlegen, war natürlich sehr, sehr gut. Die ganze Mannschaft hat auf einem hohen Niveau gespielt – das war in dieser Saison nicht immer so. Woran liegt das? Man merkt insgesamt, dass die Mannschaft nochmal enger zusammengerückt ist. Aber ich kann mich nicht unbedingt daran erinnern, dass es so emotional war wie jetzt gerade. Es gibt uns als Mannschaft sehr viel, wenn wir auf dem Weg zum Stadion die Fans sehen und wenn wir Unterstützung erfahren, obwohl die Leute im Stadion häufig in Vorleistung gehen mussten. Das gibt uns sehr viel und dafür sind wir sehr dankbar. Man sieht jetzt, dass in der Gemeinschaft einiges geht. Wieviel Glück war dieses Mal dabei? Wenn man davon spricht, dass man sich das nötige Quäntchen Glück erarbeiten muss, dann haben wir das in den letzten Wochen getan. Es wurde Zeit, dass es mal in unsere Richtung kippt. Aber wir möchten uns darauf trotzdem nicht verlassen und es weiter erzwingen und die Bälle reinmachen, ohne dass sie abgefälscht sind. (lacht) Was sagen Sie zur Leistung von Breithaupt und Sotiris im defensiven Mittelfeld? Wahnsinn, was sie weggearbeitet haben. Elversberg war eine sehr schwer zu verteidigende Mannschaft. Da war dieses intensive Eins gegen Eins von den Jungs im Zentrum und die Art, wie sie ihre Leute auf dem ganzen Platz bearbeitet haben, sehr wichtig. Aber sie waren auch mit dem Ball sehr gut, wollten ihn immer wieder haben. Wie bewerten Sie die Gelbsperre für Cedric Itten, der auch gegen Elversberg wieder doppelt getroffen hat? Das war eine unglückliche Situation. Er ist vorher weggerutscht und trifft seinen Gegenspieler dadurch. Aber er hat uns lange genug getragen in dieser Saison. Viele unserer Offensivaktionen in den letzten Wochen sind durch Cedi initiiert und abgeschlossen worden. Spätestens jetzt, am letzten Spieltag ist es auch mal an der Zeit, dass wir ihm etwas zurückgeben und es dann auch ohne ihn schaffen.