Wetter: Typisch: Eisheilige mit Kälte und Regen nach den Sonnentagen
Kälte, Regen und sogar Bodenfrost: Die sogenannten Eisheiligen zeigen sich von ihrer typischen Seite. Warum Hobbygärtner jetzt besonders auf ihre Pflanzen achten müssen.
Die Bauern haben es schon immer gewusst: Die sogenannten Eisheiligen sorgen in diesem Jahr nach tagelangem Sonnenschein noch einmal für deutliche Abkühlung und dunkle Regenwolken. Am ersten der fünf kritischen Tage, die tatsächlich als historisch gewachsenes und wissenschaftlich belegtes Wetterphänomen gelten, schlug das Wetter um. Die Temperaturen sanken deutlich, und in einigen Regionen regnete es stark, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Stuttgart mitteilte.
Spaziergänge mit Regenschirm waren zum Wochenstart nicht zu empfehlen, wie ein DWD-Sprecher sagte. Erwartet wurden Windböen mit bis zu 70 Kilometern pro Stunde. Für den Schwarzwald gab es sogar eine Dauerregenwarnung mit bis zu 50 Litern Niederschlag pro Quadratmeter.
Mittwoch wird der trockenste Tag
Dem Schlechtwetter sei allerdings auch etwas Gutes abzugewinnen, hieß es beim DWD: Durch den vielen Regen lasse die zuletzt erhöhte Waldbrandgefahr deutlich nach.
In der Nacht zum Dienstag soll der Regen allmählich abziehen, in hohen Lagen teils in Schnee übergehen. Bei Tiefstwerten zwischen 6 und minus 1 Grad ist laut DWD vereinzelt Frost in Bodennähe möglich. Im Laufe des Tages wird das Wetter freundlicher: Die Sonne zeigt sich im Nordosten demnach etwa vier Stunden, im Südwesten sogar bis zu neun Stunden. In der Nacht zum Mittwoch droht erneut Bodenfrost.
Eine gute Gelegenheit für Aktivitäten im Freien bietet der Mittwoch. Er soll laut DWD der trockenste Tag der Woche werden – mit etwas höheren Temperaturen von bis zu 17 Grad in tieferen Lagen wie am Rhein. Donnerstag und Freitag zieht allerdings schon wieder neuer Regen über Baden-Württemberg.
Eisheilige sind kein festes Naturgesetz
Jedes Jahr bangen Hobbygärtner den sogenannten Eisheiligen entgegen, die Mitte Mai noch einmal Spätfrost bringen und junge Pflanzentriebe oder Setzlinge schädigen können. Lange galt als gesetzt, dass es sich zwischen etwa dem 11. und 15. Mai noch einmal deutlich abkühlt – teils sogar mit Bodenfrost.
Bei den Eisheiligen handelt es sich aber nicht um ein festes Naturgesetz, sondern um eine Erfahrungsregel aus der Landwirtschaft, ähnlich wie die Schafskälte im Juni oder der Altweibersommer im Herbst. Viele Gärtner warten deshalb bis heute, bevor sie empfindliche Pflanzen ins Freie setzen.