Der Iran fordert Reparationen, die USA drohen, Israels Ministerpräsident will das Uran raus haben – und die Straße von Hormus bleibt ein Zankapfel. Wie sich die Fronten im Konflikt weiter verhärten. Zwischen den USA und dem Iran drohen Bemühungen um ein Kriegsende erneut steckenzubleiben. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die jüngste Antwort des Irans auf den US-Vorschlag für eine diplomatische Lösung als "völlig inakzeptabel". Er stieß weitere Drohungen gegen die Islamische Republik aus. Der Iran zeigte sich davon unbeeindruckt und stellte seinerseits Forderungen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will den Krieg so lange fortführen, bis wichtige Fragen zum iranischen Atomprogramm geklärt sind. Der Ölpreis stieg angesichts dieser Äußerungen zu Wochenanfang wieder an. Der ungelöste Konflikt mit dem Iran gilt auch als politische Last, die Trump auf seinen Besuch beim mächtigen Konkurrenten China ab Mittwoch mitnimmt. Trump: "Ich mag ihre Antwort nicht" Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social : "Ich habe gerade die Antwort der sogenannten "Vertreter" des Irans gelesen. Das gefällt mir nicht - VÖLLIG INAKZEPTABEL." Dem Nachrichtenportal "Axios" sagte er, er werde Irans unangemessene Replik zurückweisen. Er ließ offen, ob er die Verhandlungen fortsetzen will. Stunden zuvor hatte Trump dem Iran in einem anderen Beitrag gedroht: "Die werden nicht mehr lange lachen!" Iranische Staatsmedien: USA müssen Reparationen zahlen Iranische Staatsmedien bewerteten den US-Vorschlag für ein Ende des Kriegs hingegen als Aufforderung zur Kapitulation Teherans. Eine Annahme hätte die Unterwerfung der Islamischen Republik unter die "überzogenen Forderungen" von Trump bedeutet, kommentierte der regierungstreue Sender Press TV. Dagegen betone der vom Iran vorgelegte Plan, dass ein Ende des Kriegs an allen Fronten nötig sei und die USA Kriegsreparationen zahlen müssten. Der Iran forderte laut Staatsmedien auch die volle Souveränität über die Straße von Hormus , ein Ende der Sanktionen gegen das Land und die Freigabe beschlagnahmter iranischer Vermögenswerte. Keine Rolle spielte in der Antwort demnach der Streit über das iranische Atomprogramm. Die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim zitierte eine informierte Quelle, der zufolge Trumps Reaktion keinerlei Bedeutung habe. Niemand im Iran verfasse Vorschläge, um Trump zu gefallen. Absichtserklärung mit 14 Punkten Am Sonntag hatte der Iran eine Antwort auf den US-Vorschlag für ein Ende des Kriegs an den Vermittler Pakistan weitergegeben. Die iranische Regierung hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, man prüfe einen Vorschlag aus den USA. Dabei handelt es sich um eine 14 Punkte umfassende Absichtserklärung. Deren Ziel ist es unter anderem, einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden. Diskutiert werden Medienberichten zufolge unter anderem eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Straße von Hormus, einer für die Weltwirtschaft wichtigen Meerenge am Persischen Golf. Zudem soll eine Grundlage für Verhandlungen über Irans umstrittenes Atomprogramm geschaffen werden. Dabei geht es im Kern um 440 Kilogramm angereichertes Uran, aus dem potenziell Atombomben gebaut werden könnten. Netanjahu: Nuklearmaterial muss aus Iran entfernt werden Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht den Krieg als nicht beendet an. "Er ist noch nicht vorbei, denn es gibt immer noch Nuklearmaterial, angereichertes Uran, das aus dem Iran entfernt werden muss", sagte er dem US-Sender CBS in der Sendung "60 Minutes" laut vorab veröffentlichter Vorschau. Es müssten auch noch Uran-Anreicherungsanlagen demontiert werden. Trump zeigte sich zuversichtlich, dass die Vereinigten Staaten "irgendwann" das angereicherte Uran des Irans sichern würden. "Wir werden das irgendwann bekommen, zusammen mit allem, was wir wollen", sagte er in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Sendung "Full Measure". Das Material stehe "unter Beobachtung" der USA, sagte Trump. "Wenn sich jemand dem Ort nähert, werden wir davon erfahren, und wir werden ihn in die Luft jagen." Iran signalisiert Frankreich: Straße von Hormus gehört uns Der Iran bekräftigte das von ihm beanspruchte Recht auf die Straße von Hormus auch gegenüber Frankreich und Großbritannien . Der Seeweg sei kein Gemeingut überregionaler Mächte, schrieb Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattform X. Sollten französische oder britische Schiffe dort Maßnahmen der USA unterstützen, erfolge "eine entschlossene und sofortige Antwort der Streitkräfte der Islamischen Republik Iran". Von einem französischen oder französisch-britischen Einsatz sei nie die Rede gewesen, beschwichtigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf Reisen in Nairobi. Er habe Anweisungen erteilt, den Flugzeugträger "Charles de Gaulle" und Begleitschiffe näher an die Straße von Hormus zu verlegen. Jede Blockade müsse beendet werden. Aber Frankreich gehe es um eine internationale Mission in Absprache mit dem Iran, um die Schifffahrt sicherzustellen. Ölpreis klettert wieder Angesichts der stockenden Friedensbemühungen verteuerte sich der Ölpreis zum Start in die Woche weiter. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli stieg im frühen Handel um etwas mehr als vier Prozent auf 105,76 Dollar. Bereits Ende vergangener Woche hatte der Ölpreis angezogen, nachdem er am Donnerstag wegen der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Nahost-Kriegs bis auf 96 Dollar gefallen war.