Beim FC Bayern laufen die Planungen für die neue Saison bereits auf Hochtouren. Hinter den Kulissen geht es dabei längst nicht nur um Transfers. Die aktuelle Saison ist für den FC Bayern noch nicht ganz abgeschlossen. Nach der längst feststehenden Meisterschaft soll die Spielzeit schließlich noch mit dem Gewinn des DFB-Pokals und damit dem Double abgerundet werden. Das sind die Neuer-Szenarien: Lässt Nagelsmann hier die Bombe platzen? Rummenigge exklusiv: Ex-Bayern-Boss überrascht mit Update zu Müller-Rückkehr Im Hintergrund laufen die Planungen für das nächste Jahr aber bereits auf Hochtouren. Nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain will der Rekordmeister im Sommer schließlich den nächsten Angriff auf den möglichen Triple-Gewinn starten. Die ersten Weichen dafür wurden am Montag gestellt. Da kam der mächtige Aufsichtsrat um Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Ex-CEO Karl-Heinz Rummenigge zu seinem turnusmäßigen Treffen zusammen. Unter anderem präsentierte Sportvorstand Max Eberl dem Gremium dabei seine Pläne für die kommende Sommertransferphase. Mit folgendem Ergebnis: Allzu viele und vor allem allzu kostspielige Transfers sind nicht zu erwarten. Schließlich sind die Vereinsoberen mit der Entwicklung des aktuellen Kaders in dieser Saison zufrieden und halten ihn nach wie vor für gut genug, um auch die Champions League gewinnen zu können. Auch ihren Wunsch, dass junge Spieler Raum und Chancen für ihre Entwicklung bekommen, sehen sie als erfüllt an. Das soll auch in Zukunft so bleiben. So sehen Bayerns Transferpläne aus Punktuell will und wird sich der FC Bayern aber auch in diesem Sommer trotzdem verstärken. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll Eberl dafür vom Aufsichtsrat bereits die Zustimmung für die angestrebte Verpflichtung von Wunschkandidat Anthony Gordon von Newcastle United bekommen haben. Englische Medien schreiben sogar von einer angeblichen Einigung der Münchner mit dem 25 Jahre alten Mannschaftskollegen von Nationalspieler Nick Woltemade über einen Fünfjahresvertrag. Gordon ist in der Offensive flexibel sowohl im Zentrum als auch auf dem linken Flügel einsetzbar. Dort könnte er die gewünschte Alternative für Luis Díaz sein. Das große Problem bei dem möglichen Transfer ist aber die Ablösesumme für den Flügelspieler. Newcastle, wo Gordon aktuell noch bis 2030 unter Vertrag steht, fordert offenbar mindestens 75 Millionen Pfund (86,5 Millionen Euro). Ein extrem hoher Preis, den die Bayern nicht zahlen wollen. Abgesehen von einem Ersatzmann für die linke Flügelposition steht dem Vernehmen nach auch noch ein zusätzlicher Rechtsverteidiger auf der Liste der Bayern. "Noch ein Stück Apfelkuchen, aber du kriegst keinen Xavi!" Klar ist, dass Eberl spätestens in der Transferphase wieder verstärkt in den Fokus rücken wird. Das war bereits im vergangenen Sommer der Fall, als nicht alle seine Vorschläge Anklang bei den obersten Entscheidern des Klubs fanden – sowohl bei den offiziellen als auch bei den heimlichen. Den Wunsch nach der Verpflichtung von Xavi Simons, den Eberl schon nach Leipzig geholt hatte, hatte Hoeneß beim Vorsprechen von Cheftrainer Vincent Kompany am Tegernsee mit folgenden Worten abserviert: "Du kannst noch ein Stück Apfelkuchen essen, aber du kriegst keinen Xavi!" Das verriet Hoeneß zuletzt im Podcast von Markus Söder . Nach t-online-Informationen wurden damals auch Eberls konkrete Transferideen etwa mit Jamie Gittens, Benjamin Šeško oder Christopher Nkunku im Aufsichtsrat nicht als Bayern-like erachtet – und fielen vor allem im Hinblick auf Preis-Leistungs-Verhältnis durch. Die Verpflichtung von Kompany, die sich nach etlichen öffentlichen Absagen anderer Trainer als Glücksfall erwies, und Michael Olise werden dagegen zumindest in Teilen auch Eberl positiv zugeschrieben. Und bewahren ihn bislang vor einer noch deutlich kritischeren Betrachtung seiner Arbeit. Allerdings spielte auch Sportdirektor Christoph Freund in beiden Fällen eine ganz entscheidende Rolle – bei Olise etwa konkret mit seinem vertrauten Kontakt zu dessen Ex-Trainer Oliver Glasner bei Crystal Palace. Wird der Campus zur großen Machtprobe? Die Aufteilung der Kompetenzen der beiden scheint ohnehin nicht ganz klar zu sein. Am Beispiel des Nachwuchscampus wurde das bereits deutlich. Der im Sommer auslaufende Vertrag von Markus Weinzierl , den Eberl dort vor knapp zwei Jahren als Leiter installierte, wurde nicht verlängert – und durch Michael Wiesinger als Nachfolger ersetzt. Freund bekommt auch dadurch zumindest dort zunehmend mehr Macht und Einfluss. Freund wird für seine ganzheitliche Arbeit klubintern ohnehin sehr geschätzt. Eberl, der bei seinem Wirken oft einen großen Schwerpunkt auf die Kommunikation rund um das Profiteam legt, wird dagegen teilweise nach wie vor kritisch betrachtet. Ihm wird intern unter anderem angelastet, bei Vertragsverhandlungen mit der Spielerseite häufig zu freigiebig und nicht hart genug zu sein. Dementsprechend stehen Einsparungen bei der Gehaltsstruktur nach wie vor weit oben auf seiner Agenda. Dabei gilt es, einen fast unmöglichen Spagat zu bewerkstelligen. Denn gleichzeitig soll das Erreichen der höchsten sportlichen Anforderungen des Klubs natürlich weiterhin gewährleistet sein. Das Sportmagazin "Kicker" berichtete zuletzt über das Verhältnis von Eberl und Freund von einer "Zwangsehe". Diesen Bericht wollte Rummenigge zuletzt im t-online-Interview nicht kommentieren. Angesprochen darauf, ob er und Hoeneß nicht das perfekte Beispiel dafür seien, dass eine gewisse Reibung sogar im Sinne des Erfolgs für den FC Bayern sein könne, sagte er aber: "Diese sogenannte bayerische Streitkultur, die ich als Ostwestfale erst noch lernen musste, ist ein wichtiges Gut, auch beim FC Bayern." Und weiter: "Man muss sich nicht immer in den Armen liegen, aber die Interessenlage, die muss gleich sein: alles zum Wohl des FC Bayern." Braucht Bayern Eberl und Freund? Die Frage, die die Kluboberen in den kommenden Monaten beantworten müssen, lautet, ob es dafür nach wie vor Eberl und Freund braucht, die sich in ihrem Profil sehr ähneln. Oder ob möglicherweise einer der beiden als alleiniger sportlicher Verantwortlicher im Verbund mit Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen ausreicht. Die Verträge von Eberl, Freund und Dreesen laufen alle drei am 30. Juni 2027 aus. Die der Vorstände Dreesen und Eberl dürfen allerdings frühestens ein Jahr vor Ablauf verlängert werden. Daher wird speziell ihre Zukunft bei der nächsten Aufsichtsratssitzung im August ein konkreteres Thema. Wie t-online erfuhr, ist das Hauptkriterium, nach dem sich die Entscheider im Klub um Präsident und Aufsichtsratschef Herbert Hainer richten werden, das folgende: Alle müssen überzeugt sein, dass die Führungskonstellation die beste Wahl für die Zukunft des FC Bayern ist. Dann wird über Eberls Zukunft entschieden Nach t-online-Informationen gilt zumindest Dreesen als eine solche Wahl. Rummenigge bestätigte das und sagte mit Blick auf das vorangegangene gescheiterte Intermezzo mit Ex-Kapitän Oliver Kahn über Dreesen: "Im Nachhinein muss man sagen, man hätte ihn von Anfang an als meinen Nachfolger installieren sollen." Unter der Führung von Kahn sei zwischenzeitlich eine gewisse Unruhe entstanden. Jetzt dürfe sich der Verein aber "wieder glücklich schätzen", so Rummenigge. Dreesen habe "in den letzten zwei Jahren auch extrem an den Finanzen gearbeitet, denn wir waren bei der Payroll auf dem völlig falschen Weg". Auch dank Dreesen wähnt Rummenigge den FC Bayern jetzt aber "wieder auf dem richtigen". Mit der Vertragsverlängerung von Dreesen könnte es also durchaus schnell gehen – und eine solche möglicherweise bereits tatsächlich bei der nächsten Aufsichtsratssitzung im August beschlossen werden. Bei Eberl ist dagegen noch nicht mit einer so schnellen Entscheidung zu rechnen. Nach t-online-Informationen soll bei der Bewertung seiner Arbeit nämlich nicht nur das noch bis 31. August geöffnete Transferfenster eine Rolle spielen, sondern vielmehr auch noch das gesamte zweite Halbjahr in Betracht gezogen werden. Eberl wird also noch eine ganze Weile weiter um seine Zukunft beim FC Bayern kämpfen müssen.