Der Sonntagabend ist für viele Menschen in Deutschland verplant – für den neuen ARD-Krimi. Die "Tatort"-Folge diese Woche führt nach München. Sonntag, 20.15 Uhr – dieser Termin ist seit Jahrzehnten gesetzt: Dann beginnt im Ersten entweder der "Tatort" oder ein neuer "Polizeiruf 110". Seit 1970 verfolgen Millionen Menschen regelmäßig neue Kriminalfälle aus deutschen, österreichischen und Schweizer Städten. Verschiedene Ermittlerteams klären in 90 Minuten Mordfälle auf: ein deutsches Erfolgsrezept. Dieses Kommissarinnen-Duo ermittelt in "Königinnen" Am Sonntag, 24. Mai 2026 um 20.15 Uhr zeigt die ARD den neuen "Tatort" aus München . Die Kollegen Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) ermitteln im Fall von 2023 mit dem Titel "Königinnen". Darum geht es in "Tatort": "Königinnen" Batic und Leitmayr tauchen tief in bayrische Traditionen ein, als sie wegen eines Mordanschlages zum Königinnentag gerufen werden. In Dirndl und Krone repräsentieren die jungen Frauen verschiedene Lebensmittel und Produkte. Ebenfalls anwesend: die mächtigen Männer der jeweiligen Firmen. Und einer dieser Männer ist das Opfer. Josef Gehrling ist Präsident des Bavaria-Bundes und liegt mit einer Schussverletzung im Koma. Für die Kommissare verblasst der Glanz der Veranstaltung, als sie hinter die Kulissen blicken und in die Ränkespiele und Machtverhältnisse der Königinnen eingeführt werden. Während die beiden Ermittler die jungen Frauen zunächst für oberflächlich halten, werden sie von der Zwiebelkönigin Annelie überrascht: Sie ist nicht nur Königin, sondern auch Polizeianwärterin und liefert Batic und Leitmayr entscheidende Hinweise zum Opfer. Bald steht fest: Gehrling ist keinesfalls unschuldig und hat seine Machtposition für diverse sexuelle Übergriffe missbraucht. Entsprechend groß ist der Kreis der Verdächtigen. Aber die Königinnen schweigen und erschweren damit die Ermittlungen. Während der Mordanschlag Gehrling galt, fragen sich die Ermittler zunehmend, wer hier das eigentliche Opfer ist. Kommende "Tatort" und "Polizeiruf 110"-Termine im Überblick Die kommenden Sendetermine sind wie folgt geplant: "Tatort" aus Stuttgart (2023) : "Vergebung" – Montag, 25. Mai, um 20.15 Uhr "Tatort" aus Köln (2024) : "Diesmal ist es anders" – Sonntag, 31. Mai, um 20.15 Uhr "Tatort" aus Kiel (2021) : "Borokowski und der gute Mensch" – Sonntag, 7. Juni, um 20.15 Uhr Während der "Tatort" 1970 in der Bundesrepublik als Antwort der ARD auf die erfolgreiche ZDF-Serie "Der Kommissar" ins Leben gerufen wurde, ist der "Polizeiruf 110" ein Konzept aus der ehemaligen DDR . Nach der Wiedervereinigung führten die ARD-Anstalten das Format weiter. Dennoch ist der "Polizeiruf" deutlich seltener zu sehen als sein Pendant. Gespielt wird dabei nicht immer nur am Sonntag: Auch an Feiertagen wie Neujahr, Ostermontag oder dem zweiten Weihnachtstag sendet die ARD neue Folgen. In der Sommerpause hingegen – meist zwischen Ende Juni und Ende August – werden Wiederholungen gezeigt. "Tatort" versus "Polizeiruf 110": ein ungleiches Duell Von rund 40 Erstausstrahlungen bei den Sonntagskrimis, die Das Erste pro Jahr zeigt, sind in der Regel sieben bis zehn Folgen aus dem "Polizeiruf 110"-Kosmos. Das Ungleichgewicht liegt auf der Hand: Während es insgesamt 22 aktive Teams beim "Tatort" gibt, schicken beim "Polizeiruf 110" lediglich fünf Städte ihre Kommissare ins Rennen. Die beiden Krimiklassiker der ARD haben sich trotz wachsender Konkurrenz, Mediatheken, Streamingdiensten und veränderter Sehgewohnheiten etabliert. Keine andere fiktive TV-Marke verfügt über eine solche Strahlkraft. Reichweiten unter sechs Millionen Zuschauern sind die Ausnahme, "Tatort"-Teams wie das Münster-Duo brechen nahezu alljährlich Quotenrekorde.