Nach seinem großen Triumph bei den French Open sah sich Alexander Zverev erneut mit alten Vorwürfen konfrontiert. Boris Becker fordert von ihm einen anderen Umgang. Boris Becker hat Tennis-Star Alexander "Sascha" Zverev für den Umgang mit kritischen Fragen zu seiner Vergangenheit kritisiert. In seinem Podcast mit der deutschen Ex-Tennisspielerin Andrea Petković forderte Becker Zverev auf, offener mit den vor einigen Jahren von zwei Ex-Freundinnen gegen ihn aufgebrachten Vorwürfen der häuslichen Gewalt umzugehen. Kurz nach seinem Triumph bei den French Open wurde Zverev in einem Interview mit der französischen Sportzeitung "L'Équipe" auf die Vorwürfe angesprochen. Der 29-Jährige beharrte daraufhin zunächst darauf, dass seine Unschuld festgestellt worden sei und brach das Interview schließlich ab. "Das Ergebnis war, dass L'Équipe das erste Mal seit 20 Jahren auf ihrem Titel nicht den Gewinner von Roland Garros drauf hatte, sondern irgendeine andere Sportmannschaft", stellte Becker nun fest. Statt Zverev waren die Handballerinnen aus Metz auf dem Cover, die die Champions League der Frauen gewonnen hatten. Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger Becker sprach Zverev zwar insofern seine Unterstützung aus, als die Vorwürfe seiner Meinung nach "alte Kamellen" seien und nicht immer wieder aufgebracht werden sollten. "Sonst hören die Kritiker nicht auf" Dennoch forderte Becker von Zverev einen anderen Umgang: "Er will es nicht ansprechen, er will es nicht erklären. Vielleicht sollte er auch da versuchen, damit etwas offener, offensiver umzugehen, weil sonst hören da die Kritiker nicht auf", so Becker. "Du kannst als Superstar im Tennis – und das ist jetzt Sascha Zverev – nicht so tun, als gäbe es dein Privatleben nicht. Ich bin der Erste, der genau weiß, um was es geht", sagte Becker weiter und ging damit auch auf die zahlreichen Schlagzeilen um sein eigenes Privatleben ein. "Du musst dich damit auseinandersetzen, du kannst es nicht negieren. Du kannst nichts leugnen, sondern du musst sagen: Ja, in der Vergangenheit sind Dinge passiert, darauf bin ich nicht stolz, was auch immer es ist, oder es ist falsch, es ist unwahr. Aber du kannst nicht so tun, als wäre das nicht passiert", so Beckers Forderung. Ansonsten hole Zverev das Thema immer wieder ein und die Journalisten würden immer weiter nachfragen. "Dann wirst du vielleicht auch geliebt" "Das heißt, wenn es um die Marke Sascha Zverev geht, muss er jetzt schauen, dass er mit der Vergangenheit anders umgeht, als er es bis jetzt macht. Das ist einfach mein Ratschlag des deutlich älteren, leidenderen", sagte Becker und forderte von Zverev "offenes Visier". "Hol dir einen guten Journalisten, hol dir einen Johannes B. Kerner , mach ein privates Interview über die Themen, die offen sind, und dann wirst du in Deutschland vielleicht nicht nur respektiert, sondern auch geliebt", so Becker weiter. Zverevs ehemalige Partnerinnen Olga Sharypova und Brenda Patea hatten Vorwürfe der häuslichen Gewalt gegen Zverev erhoben. Im Fall Brenda Patea war im Oktober 2023 ein Strafbefehl gegen Zverev erlassen worden. Vorgesehen war eine Geldstrafe von 450.000 Euro. Zverev legte Einspruch ein. Später kam es zu einer außergerichtlichen Einigung. Er zahlte 200.000 Euro, davon 150.000 Euro an die Staatskasse und 50.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen. Ein Schuldeingeständnis war damit nicht verbunden. Das Verfahren wurde ohne Urteil über Schuld oder Unschuld beendet. Für Zverev gilt weiter die Unschuldsvermutung.