Rentenreform: Junge-Gruppe-Chef fordert schnelle Übernahme des ganzen Rentenpakets
Die Rentenkommission hat ihre Vorschläge der Regierung gegeben, schon gibt es Kritik aus der SPD. CDU-Kommissionsmitglied Pascal Reddig fordert: bloß kein Rosinenpicken!
Der Chef der Jungen Gruppe der Unionsfraktion, Pascal Reddig, fordert eine schnelle Umsetzung aller Vorschläge der Rentenkommission. „Ich bin überzeugt, dass sich hinter den Vorschlägen eine große Mehrheit unseres Landes und der politischen Mitte versammeln kann“, sagte Reddig dem stern. „Jetzt muss das Gesamtpaket ohne Rosinenpickerei schnell umgesetzt werden.“
Rentenkommission übergibt Forderungen an Bundesregierung
CDU-Mann Reddig saß selbst als einer von drei Politikern in der Expertenkommission. Neben ihm gehörten dem Gremium Annika Klose (SPD) und Florian Dorn (CSU) an. Am Dienstagmorgen übergaben die beiden Vorsitzenden der Kommission, Frank-Jürgen Weise und Constanze Janda, die 33 Vorschläge im Kanzleramt an Bundeskanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas.
So soll das Renteneintrittsalter schrittweise erhöht werden, wenn sich die Lebenserwartung steigert. Außerdem wird das Aus für die Rente mit 63 gefordert. Selbstständige und Abgeordnete sollen künftig auch in das gesetzliche Rentensystem einzahlen, Beamte dagegen weiterhin nicht. Nach dem Vorbild von Schweden wird außerdem eine kapitalmarktgedeckte Zusatzrente eingeführt. Zudem wird der Nachhaltigkeitsfaktor wieder eingeführt, der künftige Rentenerhöhungen abbremst.
„Wir haben keine zweiten Koalitionsverhandlungen geführt, sondern uns gefragt: Was ist der richtige Weg für ein besseres Rentensystem?“, sagte Pascal Reddig. Auf den Kompromiss haben wir uns von beiden Seiten hin zubewegt. „Er ist aber kein Kompromiss des kleinsten gemeinsamen Nenners, sondern eine echte Chance auf die größte Rentenreform seit Jahrzehnten.“
Insbesondere aus der SPD war jedoch schon vor dem offiziellen Bekanntwerden der Ergebnisse Kritik zu hören. Juso-Chef Philipp Türmer und Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach bezeichneten das Paket als ungerecht. Nach stern-Informationen hat auch die SPD-Spitze noch Diskussionsbedarf und will die Vorschläge nicht einfach umsetzen.