Vor den Midterms 2026 wächst der Druck auf die Republikaner. Veränderungen im Repräsentantenhaus und im Senat hätten auch Auswirkungen auf Donald Trumps Agenda. Am 3. November finden in den USA die Zwischenwahlen statt. Die sogenannten Midterms entscheiden darüber, welche Partei die Macht im Kongress hat. 2026 könnten diese US-Wahlen zu den wichtigsten in der jüngeren Geschichte dieses Ereignisses werden. Nicht zuletzt sind die Zwischenwahlen in den USA auch für Donald Trump von Bedeutung. Ein möglicher Wechsel der Mehrheitsverhältnisse im Kongress könnte nach den Midterms dazu führen, dass sich seine geplanten politischen Vorhaben und möglichen Gesetzgebungen deutlich schwieriger realisieren lassen. Kongresswahlen in den USA: Was die Midterms genau sind Alle zwei Jahre kommt es zu den Kongresswahlen in den USA . Somit findet diese Form der US-Wahlen in jedem durch vier teilbaren Jahr gleichzeitig mit den US-Präsidentschaftswahlen statt. Die Zwischenwahlen in den USA, Midterm Elections oder kurz Midterms genannt, finden, wie der Name bereits sagt, immer zur Halbzeit der jeweiligen Präsidentschaft statt. Die Zwischenwahlen zählen zu den wichtigsten Standortbestimmungen für die Politik des US-Präsidenten und seiner Regierung. Ebenso geben die Midterms ein relativ akkurates Bild über die aktuelle politische Stimmungslage in den Vereinigten Staaten ab. Die Ergebnisse gelten als Stimmungstest, wie zufrieden die Wählerinnen und Wähler mit ihren jeweiligen Abgeordneten im Repräsentantenhaus, Mitgliedern des Senats und den Gouverneuren sind – aber auch mit dem Präsidenten. Midterms 2026: Wer bei den US-Zwischenwahlen wen wählt Bei den Zwischenwahlen wählen die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger jedes Mal das gesamte Repräsentantenhaus mit seinen 435 Abgeordneten neu . Hinzu kommt, dass immer ungefähr ein Drittel der 100 Sitze im Senat neu gewählt wird. Während der Senat und das Repräsentantenhaus den gesetzgebenden Kongress in den Vereinigten Staaten bilden, kommt es bei den Midterms auch zu Wahlen in den Bundesstaaten. Unter anderem werden zahlreiche Gouverneure, Bürgermeister sowie Parlamente in den Bundesstaaten neu gewählt. Datum der Midterms 2026: Wann der Termin für die US-Wahlen ist Der Termin der Midterms fällt in diesem Jahr auf das Datum des 3. November 2026 . Neben den 435 Sitzen im Repräsentantenhaus stehen im Senat bei den Zwischenwahlen 35 Sitze zur Wahl – aktuell halten diese Sitze 22 Republikaner und 13 Demokraten . Laut Umfragen ist es möglich, dass einige Sitze bei der Wahl von der jeweils anderen Partei erobert werden können. In Texas werden etwa dem Demokraten James Talarico Chancen ausgerechnet, die Wahl gegen den Republikaner und Trump-Loyalisten Ken Paxton zu gewinnen. Zeitgleich kommt es zu 36 Gouverneurswahlen . Hier stehen vor allem drei Bundesstaaten im Fokus: Kalifornien , Michigan und Minnesota. Dort treten die drei bekannten Demokraten Gavin Newsom, Gretchen Whitmer und Tim Walz nicht mehr an. Hier rechnen sich die Republikaner Chancen auf einen Wahlsieg aus. Nachdem Zohran Mamdani bereits im November 2025 die Bürgermeisterwahl in New York für sich entscheiden konnte, liegt das größte Interesse bei den Bürgermeisterwahlen im Zuge der Midterms wohl auf dem Rennen in der zweitgrößten Stadt der Vereinigten Staaten: In Los Angeles wird sich die Wahl zwischen den beiden Demokraten Karen Bass und Nithya Raman entscheiden, da der Republikaner und ehemalige Reality-Star Spencer Pratt in der Vorwahl gescheitert ist. Midterms-Prognose: Umfragen deuten auf Niederlage der Republikaner im Repräsentantenhaus hin Trumps Republikaner stehen vor den Zwischenwahlen in den USA unter Druck. Diverse Umfragen, Prognosen und Experten gehen davon aus, dass die Demokraten nach den Midterms das Repräsentantenhaus mit einer deutlichen Mehrheit zurückerobern dürften. Nach der aktuellen Sitzverteilung im Repräsentantenhaus haben die Republikaner 217 Sitze inne, die Demokraten kommen auf 212 Sitze , und ein unabhängiges Mitglied beansprucht einen Sitz für sich. Hinzu kommen noch fünf Sitze, die derzeit vakant sind . Können Demokraten bei den Midterms auch den Senat gewinnen? Auch im Senat könnte es zu einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse kommen. Die aktuellen Umfragen für die Zwischenwahlen in den einzelnen Bundesstaaten zeigen allerdings, dass es für aussagekräftige Prognosen zu den Ergebnissen der Midterms noch zu früh ist. Dort hat die entscheidende Phase im Wahlkampf erst begonnen. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass sich auch im Senat die Kräfteverhältnisse nach den Zwischenwahlen ändern könnten. Nach der aktuellen Sitzverteilung im Senat kommen die Republikaner auf eine Mehrheit von 53 Sitzen, während die Demokraten 45 Sitze innehaben. Zudem beanspruchen noch zwei Unabhängige jeweils einen Sitz. Senator Angus King aus Maine und der bekannte Senator Bernie Sanders stimmen aber in der Regel mit den Demokraten ab. Insgesamt besitzen also Trumps Republikaner einen Vorsprung von sechs Sitzen. Es reichen demnach nur wenige Siege der Demokraten aus, um das Kräfteverhältnis im Senat zu drehen. Schlechte Umfragen für Trump haben Auswirkungen auf Midterms Die Midterms sind, wie bereits erwähnt, in vielerlei Hinsicht ein Zeugnis für die Arbeit des amtierenden Präsidenten im Weißen Haus. Die schlechten Umfragewerte von Donald Trump könnten somit die Ergebnisse der Zwischenwahlen 2026 stark beeinflussen. Besonders der Iran-Krieg, die Inflation sowie die dadurch gestiegenen Lebensmittel- und Benzinpreise stehen bei den US-Bürgern weiter ganz oben auf der Liste der wichtigsten Sorgen. Gleichzeitig stürzen die Zustimmungswerte für Trump laut den Umfragen von YouGov und Black Data Poll in seiner zweiten Amtszeit auf ein historisches Tief ab. Verliert Donald Trump den Kongress nach Midterms 2026? Auch deshalb könnten sich die Midterms für Trump zur großen Bewährungsprobe entwickeln. Denn es besteht durchaus die Möglichkeit, dass er nach den US-Zwischenwahlen damit rechnen muss, für den Rest seiner zweiten Amtszeit keine Mehrheit mehr im Kongress zu besitzen. Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte der Präsident nach den Zwischenwahlen die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren und musste fortan feststellen, wie schwierig das Regieren ohne die entsprechende Unterstützung war. "Das eine, was mich beunruhigt, ist, dass (…) die Person, die die Präsidentschaft gewinnt, immer die Zwischenwahlen zu verlieren scheint", erklärte er vor einiger Zeit in einem Interview mit dem TV-Sender One America News. Bedeutung der Midterms für Trump: Was auf dem Spiel steht Die Zwischenwahlen in der zweiten Amtszeit eines US-Präsidenten stellen traditionell eine Zäsur dar. Denn nach den Midterms stellen sich beide Parteien allmählich für die kommende Präsidentschaftswahl auf. Der Präsident, der häufig seine Mehrheit im Kongress durch diese Wahl verliert, gilt dann als "lame duck", auf Deutsch: "lahme Ente". Gemeint ist damit, dass bei dem US-Staatsoberhaupt ein Machtverfall einsetzt, der jetzt auch Trump droht: Fehlt ihm nach den US-Zwischenwahlen die Mehrheit im Kongress, kann er seine eigene Politik schlechter durchsetzen. Gleichzeitig brechen dann die letzten zwei Jahre für Trump im Weißen Haus an: Der Fokus der US-Politik wird sich dann zunehmend von Trump wegbewegen und sich auf seine möglichen Nachfolger konzentrieren. Für Trump könnte das nicht nur mit einem Bedeutungsverlust einhergehen: Innerhalb der Republikaner könnte auch um die kommende politische Ausrichtung gestritten werden. Einige Politiker könnten sich dann auch aktiv gegen die Regierungspolitik stellen, um sich zu profilieren. Das könnte Trumps Arbeit nach den Midterms 2026 im Weißen Haus zusätzlich erschweren.