Die Bundesregierung will die Pflicht zum Einbau von intelligenten Stromzählern verschärfen, um schneller voranzukommen. Wir ordnen ein, wen die Pläne betreffen. In der Nacht zum Donnerstag haben sich die Koalitionäre aus Union und SPD auf ein großes Reformpaket geeinigt . Neben den wichtigsten Bereichen Steuern und Arbeitsmarkt hat sich die Koalition auch die Energiewende vorgenommen. So soll der Einbau der sogenannten Smart Meter schneller vorangehen als bisher. Diese intelligenten Stromzähler sind essenziell für den Erfolg der Energiewende: Mit ihnen können die Solaranlagen von privaten Eigentümern besser auf das Netz abgestimmt werden. Zudem können Verbraucher mit den Geräten besser von der Energiewende profitieren und zum Beispiel dynamische Stromtarife nutzen. Diese lohnen sich insbesondere, wenn Sie eine Solaranlage, eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto haben. Warum das nötig ist, hat die vergangene Woche während der Hitzewelle erneut eindrücklich gezeigt: Durch die erhöhte Stromnachfrage für Klimaanlagen stieg der Strompreis in Deutschland abends auf Rekordhöhen . Tagsüber konnte er noch durch die Solarenergie gedeckt werden; abends bei Sonnenuntergang gab es nicht genügend intelligente Stromspeicher, die den Solarstrom zur Stabilisierung ins Netz geben konnten. Wenn mehr Haushalte in Zukunft Smart Meter haben, würden solche Extremschwankungen unwahrscheinlicher werden. Smart Meter für alle bis 2030 Seit 2025 sind alle Messstellenbetreiber bundesweit dazu verpflichtet, Stromzähler auszutauschen. Allerdings nur bei den Haushalten, deren Jahresverbrauch zwischen 6.000 und 10.000 Kilowattstunden (kWh) liegt. Darüber hinaus muss für Photovoltaik-Anlagen mit einer Nennleistung von über 7 kW ebenfalls ein Smart Meter eingebaut werden. Auch für neue Wärmepumpen oder Wallboxen gilt eine Smart-Meter-Pflicht. Haushalte können sich nicht dagegen wehren und müssen den Einbau dulden . Der Preis dafür ist gesetzlich gedeckelt. Der Ausbau der Smart Meter sollte eigentlich bis 2032 abgeschlossen sein. Jetzt schärft die Bundesregierung allerdings nach: Wie es im Beschlusspapier der Koalition zum Reformpaket heißt, soll jetzt der Smart-Meter-Rollout bis zum Jahr 2030 weitgehend abgeschlossen sein. Für Haushalte mit höherem Stromverbrauch und die oben genannten Geräte bedeutet das also, dass sie jetzt schneller an die Smart Meter kommen dürften. Smart Meter Light soll kommen Bisher haben nur rund fünf Prozent der von der Pflicht betroffenen Haushalte in Deutschland ein intelligentes Messsystem. In europäischen Nachbarländern wie Frankreich , Italien oder Spanien haben mehr als 90 Prozent die digitalen Geräte installiert. Auch wer nicht von der Smart-Meter-Pflicht betroffen ist, soll künftig freiwillig einen "Smart Meter Light" bekommen können. Damit sind vereinfachte Zähler gemeint, die nach dem Willen der Regierung kostengünstig an jeden Haushalt verkauft werden können . So können auch Haushalte mit geringerem Verbrauch ihre Stromrechnung senken und einen dynamischen Tarif nutzen. Zudem könnten Haushalte einen Stromspeicher installieren und auch ohne Solaranlage von dem Solarstrom der Nachbarn profitieren. Ab wann diese abgespeckten Versionen der Smart Meter verfügbar sein sollen, schreibt die Koalition indes nicht.