Trauer um Kevin Keegan: HSV-Legende mit 75 Jahren gestorben
Fußball-Legende Kevin Keegan im Alter von nur 75 Jahren gestorben. Keegans Krebserkrankung war Anfang des Jahres bekannt geworden.
Trauer um Kevin Keegan (1951-2026). Der ehemalige Star-Kicker und Trainer ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie in einer Erklärung mit, die unter anderem Sky Sports vorliegt.
„Mit großer Trauer geben wir bekannt, dass Kevin Keegan im Alter von 75 Jahren verstorben ist“, heißt es darin. Der frühere Nationalspieler und -trainer habe gegen den Krebs gekämpft und sei in seinen letzten Augenblicken von seiner Frau und seinen Töchtern umgeben gewesen. „Kevin, zweifacher Gewinner des Ballon d'Or, war ein sehr geliebter Ehemann, Vater und Großvater. Die Familie möchte sich bei Kevins großartigem medizinischen Team für all die Unterstützung bedanken. Dies ist eine äußerst schwere Zeit, und sie bitten um Rücksichtnahme und Privatsphäre“, heißt es weiter in der Mitteilung der Familie des Verstorbenen.
Anfang des Jahres hatte Keegan seine Erkrankung öffentlich gemacht. Während eines Auftritts vor einigen Monaten enthüllte der ehemalige englische Nationaltrainer dann selbst, dass er unter Krebs im vierten Stadium leidet. Es handelt sich dabei generell um ein fortgeschrittenes Stadium, in dem der Krebs bereits Metastasen gebildet hat.
Erfolge mit dem HSV
Keegan gewann während seiner Spielerkarriere drei nationale Meisterschaften mit dem FC Liverpool, für den er von 1971 bis 1977 auflief. Zudem gewann der Club mit ihm zwei UEFA-Cups, den FA Cup und 1977 den Europapokal der Landesmeister. 100 Tore in 323 Partien erzielte er für den Verein von der Anfield Road.
Und dann kam Hamburg. Von 1977 bis 1980 trug er das Trikot des HSV, gewann 1979 die deutsche Meisterschaft, stand im Finale des Landesmeisterpokals - und gewann 1978 und 1979 zweimal in Folge den Ballon d'Or. Für die Bundesliga war der Transfer damals eine kleine Sensation, für Keegan der Beweis, dass er auch fernab der Insel funktionierte.
Zurück in England folgten Southampton und schließlich Newcastle, wo er in 85 Spielen 49 Tore erzielte, als weitere Spielerstationen.
Stationen von Kevin Keegans Trainerkarriere
1992 kehrte er als Trainer in den St. James' Park zurück, zu einem Team am Abgrund. Keegan hielt Newcastle in der zweiten Liga, führte die Mannschaft eine Saison später in die Premier League und spielte in der Saison 1995/96 plötzlich um den Titel mit. Die Magpies lagen zwischenzeitlich zwölf Punkte vor Manchester United. Wurden am Ende mit vier Punkten Rückstand Zweiter.
Es folgten Fulham, das Amt des Nationaltrainers zwischen 1999 und 2000 und ein Rücktritt wenige Minuten nach der 0:1-Niederlage gegen Deutschland im letzten Spiel im alten Wembley-Stadion.
„Rest in Peace, King Kev“
Die Reaktionen aus dem englischen Fußball auf den Todesfall ließen nicht lange auf sich warten. Newcastle United erklärte, man habe eine der prägendsten und meistgeliebten Figuren der Vereinsgeschichte verloren. Keegan sei mehr als ein Fußballer und Trainer gewesen, er sei über Generationen hinweg „das schlagende Herz“ des Klubs gewesen. Seine Bindung an den Nordosten Englands, verwurzelt in der Herkunft seines Vaters Joe, sei echt und unerschütterlich gewesen. Der Klub schloss mit den Worten: „Rest in Peace, King Kev“, auf Deutsch: „Ruhe in Frieden, König Kevin.“
Der ehemalige englische Nationalstürmer Alan Shearer kondolierte laut Sky Sports mit den Worten: „Mein Held. Mein Trainer. Mein Freund. Ruhe in Frieden, Boss.“
Kevin Keegan hinterlässt seine Frau Jean, mit der er mehr als fünf Jahrzehnte verheiratet war, zwei Töchter und Enkelkinder.