Biologie: Wissenschaftler wollen 2028 das erste geklonte Mammut präsentieren
Seit vielen Jahren gibt es Diskussionen darüber, irgendwann ein Mammut klonen zu können. Doch so leicht ist es nicht, eine ausgestorbene Tierart zurückzuholen.
Allein die Vorstellung klingt spektakulär: Bereits 2028 soll nach Angaben des Gentechnik-Unternehmens Colossal Biosciences das erste Mammut seit Jahrtausenden geboren werden. So ganz korrekt ist dieses Versprechen aber nicht. Forschende merken an, dass kein echtes Wollhaarmammut zurückkehren würde, sondern allenfalls ein Tier mit einigen seiner typischen Merkmale.
Der Grund liegt in den Grenzen der Klontechnik. Das Verfahren setzt lebende Zellen mit vollständig erhaltener Erbinformation voraus. Genau diese fehlen bei so lange ausgestorbenen Arten wie Mammuts jedoch. Zwar wurden im Permafrost Überreste von mehreren gut erhaltenen Mammuts entdeckt, deren DNA ist aber leider weniger intakt als die durchs Eis konservierten Körper. Sie lässt sich nach so langer Zeit nur noch teilweise rekonstruieren.
Ein Mammut klonen? Fast unmöglich
Für eine klassische Klonung reicht das nicht aus. Stattdessen verfolgen Wissenschaftler einen anderen Ansatz. Der nächste lebende Verwandte des Mammuts ist der Asiatische Elefant, dessen Erbgut zu rund 99,6 Prozent übereinstimmt. Mithilfe der Gen-Schere CRISPR sollen gezielt einzelne Gene verändert werden, um Eigenschaften wie dichteres Fell, größere Kältetoleranz oder andere Fettdepots hervorzurufen.
Erste Fortschritte meldete Colossal Biosciences bereits mit Mäusen, die mammutähnliche Fellmerkmale aufweisen. Doch Fachleute betonen, dass zwischen einzelnen genetischen Veränderungen (und das an Mäusen) und einem Mammut ein erheblicher Unterschied besteht. Schließlich arbeiten im Erbgut rund 20.000 Gene zusammen, deren Zusammenspiel bis heute nur teilweise verstanden ist.
Haarige Elefanten wären möglich
Wirklich zurückholen kann man echte Mammuts deshalb nicht. Aus diesem Grund sprechen viele Wissenschaftler lieber von sogenannten „Proxy-Arten“. Gemeint sind Tiere, die einer ausgestorbenen Spezies äußerlich oder biologisch ähneln, aber keine echte genetische Kopie darstellen.
Dass 2028 tatsächlich ein Mammut geboren wird, ist also höchst unwahrscheinlich. Möglich ist vielleicht die Geburt eines genetisch veränderten Asiatischen Elefanten mit mammutähnlichen Eigenschaften – was, sind wir ehrlich, trotzdem eine sehr spannende Entwicklung wäre.