Wer von Aachen aus einen besonderen Tagesausflug sucht, findet mitten in Nordrhein-Westfalen einen Ort, der Besucher für nach Südasien entführt. Für einen Hauch Sri Lanka müssen Aachener nicht ins Flugzeug steigen. Rund 190 Kilometer entfernt liegt in Hamm der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel. Das hinduistische Heiligtum im Stadtteil Uentrop gehört zu den außergewöhnlichsten religiösen Bauwerken in Nordrhein-Westfalen. Schon von außen fällt der Tempel durch seinen reich verzierten Eingangsturm auf. Der sogenannte Gopuram ist mit zahlreichen farbenfrohen Figuren geschmückt. Sie stellen hinduistische Gottheiten, Tiere und Fabelwesen dar und erzählen Geschichten aus der hinduistischen Glaubenswelt. Farbenprächtige Schreine im Inneren Auch im rund 700 Quadratmeter großen Innenraum setzt sich die aufwendige Gestaltung fort. Im Mittelpunkt steht Sri Kamadchi Ampal, eine Erscheinungsform der hinduistischen Göttin Parvati. Ihr Schrein ist nach Osten ausgerichtet – zur aufgehenden Sonne. Daneben befinden sich weitere Schreine und Darstellungen verschiedener Gottheiten, darunter die sogenannten neun Planetengötter. Besucher können den Tempel nicht nur besichtigen, sondern auch einen hinduistischen Gottesdienst miterleben. Die sogenannten Poojais werden nach Angaben der Gemeinde täglich um 8, 12 und 18 Uhr abgehalten. Warum einer der bedeutendsten Hindu-Tempel Europas in Hamm steht Die Geschichte des Tempels ist eng mit der tamilischen Gemeinschaft in Deutschland verbunden. Viele Tamilen kamen während des Bürgerkriegs in Sri Lanka nach Europa und fanden auch in Nordrhein-Westfalen eine neue Heimat. In Hamm entstand 1989 eine hinduistische Gemeinde. Zunächst fanden die Gebete in kleineren Räumen statt. Mit der wachsenden Gemeinde entstand schließlich im Stadtteil Uentrop der heutige Tempel, der im Sommer 2002 eingeweiht wurde. Der Standort unweit des Datteln-Hamm-Kanals ist dabei nicht zufällig gewählt. Wasser spielt bei verschiedenen hinduistischen Ritualen eine wichtige Rolle. Wie der Tempel nach Hamm kam Heute gehört der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel zu den bedeutendsten südindischen Tempeln Europas und ist ein wichtiges religiöses Zentrum für tamilische Hindus in Deutschland. In Hamm gründeten Tamilen 1989 eine hinduistische Gemeinde. Die ersten Gebete fanden noch in deutlich kleineren Räumen statt. Vier Jahre später veranstaltete die Gemeinde erstmals ein Tempelfest mit einer öffentlichen Prozession. Als die bisherigen Räume für die wachsende Gemeinschaft nicht mehr ausreichten, entstand im Stadtteil Uentrop ein neuer Tempel. Der heutige große Hallentempel wurde im Sommer 2002 eingeweiht. Bei den Feierlichkeiten wurden Sri Kamadchi, die neun Planetengötter und weitere Gottheiten rituell inthronisiert. Der Standort in der Nähe des Datteln-Hamm-Kanals wurde auch gewählt, weil Wasser bei bestimmten hinduistischen Zeremonien eine wichtige Rolle spielt. Heute gilt der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel als einer der bedeutendsten südindischen Tempel Europas und als wichtiges religiöses Zentrum für tamilische Hindus in Deutschland. Besucher sollten einige Regeln beachten Wer den Tempel besucht, sollte bedenken: Das Gebäude ist keine gewöhnliche Touristenattraktion, sondern ein aktiver religiöser Ort. Gläubige kommen hier zum Beten, nehmen an Zeremonien teil und bringen Opfergaben mit. Vor dem Betreten des Tempelraums werden die Schuhe ausgezogen. Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Besucher sollten sich außerdem ruhig und respektvoll verhalten und laufende Gottesdienste nicht stören. Beim Fotografieren ist Zurückhaltung angebracht. Besonders während religiöser Zeremonien sollte vorher geklärt werden, ob Aufnahmen erlaubt sind. Für Gruppen bietet die Hinduistische Gemeinde nach eigenen Angaben auch Führungen an. Dabei können Besucher mehr über die Architektur des Tempels, die Gottheiten und die hinduistischen Rituale erfahren. Wann ist der Tempel geöffnet? Der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel ist nach Angaben der Gemeinde täglich von 8 bis 13 Uhr sowie von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Zwischen 13 und 17 Uhr bleibt das Heiligtum geschlossen. Da sich die Zeiten an Feiertagen und während besonderer Veranstaltungen ändern können, sollten Ausflügler vor der Fahrt noch einmal die aktuellen Angaben der Gemeinde prüfen. Wer lediglich den Tempel besichtigen möchte, sollte dafür ungefähr 45 bis 60 Minuten einplanen. Tausende Besucher kommen zum großen Tempelfest Besonders eindrucksvoll ist der Tempel während des jährlichen Sri-Kamadchi-Ampal-Tempelfestes. Bei dem mehrtägigen Fest wird die Statue der Göttin auf einem prächtig geschmückten Wagen in einer Prozession durch die Umgebung gezogen. Das Fest zieht jedes Jahr Tausende Gläubige und interessierte Besucher an. Wer die hinduistische Gemeinde in einer besonders lebhaften Atmosphäre erleben möchte, kann seinen Ausflug gezielt mit dem Tempelfest verbinden. Für einen ersten und ruhigeren Besuch bietet sich dagegen ein gewöhnlicher Tag an. Ausflug mit Besuch des Maximilianparks verbinden Anschließend an den Tempelbesuch bietet sich ein Abstecher in den Maximilianpark an. Das bekannte Ausflugsziel liegt ebenfalls im Osten von Hamm und ist vor allem für seinen großen Glaselefanten bekannt. Auf dem Gelände einer ehemaligen Zeche warten Gärten, Spazierwege, Spielplätze und wechselnde Ausstellungen. Besonders für Familien ergibt sich so eine abwechslungsreiche Kombination: zunächst eine kulturelle Reise nach Südasien, anschließend Bewegung und Erholung im Grünen.