In der Hauptstadt ruft eine neue Kampagne zur Wahl des Abgeordnetenhauses am 20. September auf. Die Initiatoren erhoffen sich eine hohe Wahlbeteiligung. Mit einer breit angelegten Kampagne will das Berliner Abgeordnetenhaus Menschen motivieren, am 20. September wählen zu gehen. Unter dem Motto "Wähl dir dein Berlin" weist das Parlament in der ganzen Stadt darauf hin, um was es bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus geht und warum Teilhabe für eine Demokratie so wichtig ist. Es gibt Plakate und digitale Screens an Tausenden Standorten in der ganzen Stadt, darunter bei der S-Bahn, an Spätis und anderen Treffpunkten. Dort finden sich auch Slogans wie "Noch besser als rumnölen: wählen gehen", "Heul nicht. Geh wählen" oder "Wählen ist wie nörgeln, nur schlauer". Auch auf Dönertüten, Stromkästen oder T-Shirts wird zum Wählen aufgerufen. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sollen sogenannte Community Runs sorgen, also Laufveranstaltungen in den Kiezen. Bespielt werden auch unterschiedlichste Social-Media-Kanäle mit Reels, Stories, Quizformaten und Interviews. Sechs Videospots mit Influencerin Paula liefern Erklärungen zum Sinn von Wahlen und zum Wahlrecht. Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin : Umfragen deuten knappes Rennen in der Hauptstadt an Debatte über Entlastungen: Union dringt bei Klingbeil auf Steuerentlastungen Kampagne vor der Berlin-Wahl 2026 – "möglichst viele motivieren" "Ziel dieser Kampagne ist es, möglichst viele Berlinerinnen und Berliner aus allen gesellschaftlichen Schichten und jeden Alters zu motivieren, am 20. September ihre Stimme abzugeben", sagte die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld. "Demokratie lebt vom Wählen, von einer hohen Wahlbeteiligung", so die Parlamentspräsidentin. "Nur diejenigen, die wählen, können mitentscheiden, mitgestalten, wer in diesem Parlament nach dem 20. September sitzt, also wer der neuen Legislaturperiode des Berliner Abgeordnetenhauses angehört, aber auch, wie die einzelnen Bezirke regiert werden." Erstwähler bei der Kampagne zur Berlin-Wahl im Fokus Ein besonderes Augenmerk bei der Kampagne liege auf Erstwählerinnen und Erstwählern, so Seibeld. Sie wies darauf hin, dass 16- und 17-Jährige erstmals das Landesparlament mitwählen dürfen. Bei den Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen gilt schon länger das Wahlalter 16. Die Kampagne kostet nach Angaben Seibelds etwa 950.000 Euro und ist ausdrücklich überparteilich angelegt. Zahlreiche Unterstützer aus der Zivilgesellschaft, dem Sport, der Wissenschaft und der Wirtschaft engagieren sich ebenfalls, um für eine große Verbreitung des Anliegens zu sorgen. Auch Influencer sind dabei, die ohne Bezahlung mitmachen. Unternehmen stellen Werbeflächen bereit, verbreiten eigene Slogans oder betten die Kampagne in ihre Webseiten ein. Die großen Kliniken Charité und Vivantes informieren über die Kampagne auf den Monitoren ihrer Patienten. Berliner Clubs machen mit, indem sie beim Einlass kleine Kampagnenmotive auf die Handys ihre Gäste kleben. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus sind etwa 2,5 Millionen Berlinerinnen und Berliner wahlberechtigt. Bei den Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen sind es rund 2,75 Millionen. Darunter sind EU-Bürger ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus nicht abstimmen dürfen. 2023 lag die Wahlbeteiligung auf Landesebene bei 62,9 Prozent.